Bellen, bis auch der Mensch endlich im Ziel ist

Zwei- und Vierbeiner rennen bei Hundesport-Wettbewerben um den Sieg beim Zwergbergturnier – Gastgeber ist der Verein der Hundefreunde Iptingen

Von Ralph Küppers Erstellt: 4. April 2018
Bellen, bis auch der Mensch endlich im Ziel ist Kommt ein Wollknäuel geflogen – Hund Einstein ist am Ende der Hindernisbahn beim Iptinger Zwergbergturnier im Landeanflug. Foto: Küppers

Der eine Hund hat so viel Luft übrig, dass er während des gesamten Hürdenlaufs bellen kann, der nächste räumt Stange um Stange ab und der dritte bleibt auch während des Rennens so streng bei Fuß, dass die Hundeführerin gar nicht ihren schnellsten Sprint entwickeln kann. An Ostern war wieder Zwergbergturnier beim Verein der Hundefreunde (VdH) Iptingen.

Iptingen. „Das Turnier war wieder sehr gut besucht“, sagt der VdH-Vorsitzende Bernhard Träger. „136 Einzelstarter aus 18 Vereinen, die zum Teil 150 Kilometer Anreise hatten. Es war ein hochwertiges Turnier.“ Was das sportliche Abschneiden der Gastgeber angeht, schränkt der Vorsitzende allerdings gleich ein: „Von den Leistungen her haben wir Luft nach oben.“ Erste und zweite Plätze in den einzelnen Alterklassen gab es für die Iptinger dennoch.

Luft nach oben hatte aber auch einer der Vierbeiner, als er den Hindernisparcours absolvieren sollte. Die ersten paar Barrieren überquerte er mehr oder weniger elegant. Klong – vor dem zu durchspringenden Ring war Feierabend. Herrchen stoppte im vollen Lauf und sammelte seinen vierbeinigen Freund ein, der etwas belämmert im Parcours stand, nachdem er sich beim Sprung das Bein angeschlagen hatte.

Luft zum Bellen hatte dagegen ein Hund mit dichtem, zottigem Fell. Egal ob es die Vorfreude auf den Start war, die Aufregung beim Lauf oder die Freude über das Lob im Ziel – der vierbeinige Sportler war auf dem gesamten Gelände nicht zu überhören. Allerdings war er nicht nur laut, sondern auch schnell und schaute die Hundeführerin auf der Hürdenbahn ständig von vorne an.

Nicht ganz glücklich mit ihrem Abschneiden beim Turnier war Estella Fleischmann. Dabei wird sie in der Ergebnisliste als Siegerin in ihrer Altersklasse bis 14 Jahre geführt – allerdings nur inoffiziell, wie Träger hinzufügt. „In der Unterordnung muss man mindestens 42 Punkte erreichen, um überhaupt in die Wertung zu kommen“, erklärt der Vorsitzende. Doch an dieser Stelle sind im Protokoll nur 40 Zähler vermerkt. Dann spielen die übrigen Ergebnisse aus Hürden- und Hindernislauf sowie Slalom gar keine Rolle mehr – eigentlich. Weil aber die einzige Konkurrentin in dieser Klasse ebenfalls nicht die geforderten 42 Punkte in der Gehorsamsprüfung aufwies, wird die Auricherin auf Rang eins geführt. Zweite wurde Alessa Zarbock, die mit Lui ebenfalls für den VdH Iptingen an den Start ging und für den entscheidenden Prüfungsteil 38 Punkte bekam. „Die Wertungsrichter waren nicht zu streng“, berichtet Träger. „Aber wenn die Hundeführerin zurückkommt und sieht, dass ihr Hund steht, obwohl er eigentlich liegen sollte, dann kommt sie natürlich schnell aus dem Konzept.“

Völlig durcheinander geriet auch der Plan einer Hundeführerin, die voller Elan samt Vierbeiner auf den Platz lief und dabei keinen Gedanken mehr daran verschwendete, dass sie noch das Spielzeug für den Hund bei sich hatte. Weil das aber ebenso wie das Mitführen von Leckerli strikt verboten ist, blieb dem Kampfrichter keine Wahl – sofortige Disqualifikation für den gesamten Vierkampf. Da war es auch egal, ob das Team eingangs schon die Gehorsamsprüfung bestanden hatte oder nicht.

Dieses Lehrgeld mussten die Routiniers des gastgebenden Vereins im Vierkampf 3 nicht mehr bezahlen. In der Altersklasse ab 50 Jahren gewann Frank Zundel den Wettkampf mit seinem Toni und 266 Punkten. Angelika Lange mit Puma wurde Vierte bei den Frauen der gleichen Altersklasse. Tamara Groiss mit Cricket (ab 19 Jahre) belegte ebenfalls den vierten Platz. Und Marie Neuhaus mit Paul wurde bei den Mädchen ab 15 Jahren Zweite. Sie erreichte hervorragende 56 Punkte in der Gehorsamsprüfung. Andreas Knoch (ab 19 Jahre) wurde mit Victoria Zweiter im Vierkampf 1.

Ebenfalls im Angebot hatte der VdH beim Zwergbergturnier den Combinations-Speed-Cup (CSC) und den Shorty als Einsteigerversion, bei der für die Teilnahme im Gegensatz zu allen übrigen Wettbewerben keine Begleithundeprüfung vorgeschrieben war. Die Iptinger wurden im CSC Zweiter bei der Jugend und Vierter und Fünfter bei den Erwachsenen. Im Shorty belegten Starter der Gastgeber die Ränge sechs und zehn.

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