Überraschungssieger beim Bietigheimer Silvesterlauf

Simon Boch läuft aus der ersten Startreihe auch als Erster über die Ziellinie – Alina Reh triumphiert zum dritten Mal in Folge über die 11,1 Kilometer

Von Ralph Küppers Erstellt: 2. Januar 2016
Überraschungssieger beim Bietigheimer Silvesterlauf Das Viadukt als Wahrzeichen von Bietigheim-Bissingen dient auch beim Silvesterlauf als Kulisse und zugleich Orientierungspunkt. Wer es einmal durchlaufen hat, darf in der nächsten Runde in den Zieleinlauf abbiegen. Fotos: Küppers

Auf der Liste hatte ihn vor dem Lauf kaum jemand, doch vom Startschuss an war er ganz vorne dabei – Simon Boch von der LG Telis Finanz Regensburg. Der 21-Jährige gewann den 35. Bietigheimer Silvesterlauf in der Fabelzeit von 33:01 Minuten. Schnellste Frau auf der Strecke war erneut Alina Reh, die für den SSV Ulm an den Start ging und auch schon in den vergangenen zwei Jahren das Rennen für sich entschieden hat.

Bietigheim-Bissingen. Simon Boch, der 21 Jahre alte Mann aus dem Schwarzwald, versicherte sich im Zielkanal noch einmal kurz, dass er immer noch allein vorne lag, riss die Hände in die Höhe und genoss seinen Sieg. Es war sein erster beim Bietigheimer Silvesterlauf. Dabei war die 11,1 Kilometer lange Strecke auch für ihn eine nicht gerade gewohnte Distanz. Doch die vielen Zuschauer am Straßenrand – auch außerhalb der Innenstadt gab es fast überall Anfeuerung für die Athleten – wirkten auf die Teilnehmer wie Aufputschmittel. Boch ging vom Rand der ersten Startreihe aus ins Rennen und lieferte sich am Ende der zwei Runden durch Bietigheim einen Zweikampf mit Manuel Stöckert (OSC Ostheim/Rhön). Stöckert war unmittelbar hinter Boch auf die Strecke gegangen und kam nach einem Herzschlag-Finale mit fünf Sekunden Verzögerung im Ziel an. Der Kenianer Kurui Dicksen (Mizuna) hatte mit seiner Zeit von 33:32 Minuten schon etwas mehr Rückstand auf das Spitzenduo. Für die hohe Leistungsdichte beim Bietigheimer Silvesterlauf spricht die Tatsache, dass gleich sechs Athleten unter 34 Minuten blieben – und das nicht über zehn Kilometer wie bei den meisten anderen Volksläufen, sondern über 11,1 Kilometer. Weitere fünf Läufer blieben unter 35 Minuten.

Die schnellste Läuferin im 3601 Köpfe zählenden Teilnehmerfeld war Alina Reh. Im Zieleinlauf holte sie sogar beinahe noch zu Rico Schwarz auf, der vor einem Jahr das Rennen gewonnen hatte, dieses Mal aber nicht ganz seinen Rhythmus fand. Reh war als Favoritin auf die Strecke gegangen. Die 18-Jährige, die für den SSV Ulm startet, ist amtierende U-20-Europameisterin über 3000 und 5000 Meter und hat in den vergangenen zwei Jahren auch den Bietigheimer Silvesterlauf gewonnen. Ihre Zeit von 37:53 Minuten war deutlich langsamer als vor einem Jahr. Da hatte sie mit 37:10 Minuten allerdings auch den Streckenrekord der Frauen aufgestellt. Zweite wurde am Donnerstag Annett Horna (LC Rehlingen), die auch vor einem Jahr nur Reh vor sich hatte. Ihre Zeit war mit 38:40 Minuten ebenfalls deutlich langsamer als die 37:55 Minuten ein Jahr zuvor. Als Dritte überquerte die Kenianerin Gladys Kiprotich (Mizuna) die Ziellinie. Ihre Zeit betrug 38:51 Minuten.

Bei nasskaltem Wetter säumten nach Angaben der Veranstalter etwa 15 000 Zuschauer die Strecke. Einige der Läufer ließen es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, in bunten Verkleidungen aufzulaufen. Immerhin wurden sie nur durch den beim Laufen hochspritzenden Dreck in Mitleidenschaft gezogen. Der Regen selbst hatte kurz vor dem Startschuss weitestgehend aufgehört.

Beim erstmals angebotenen Staffel-Wettbewerb für Nachwuchsathleten gingen 13 Dreiermannschaften an den Start. In der Konkurrenz der Jahrgänge 2000 und jünger ergatterte sich der TSV Ensingen hinter der SpVgg Holzgerlingen den zweiten Platz. Svenja Groß, Alexander Kopf und Jule Methner benötigten für die in drei Abschnitte aufgeteilten 11,1 Kilometer 48:17 Minuten – zwei Minuten länger als die Sieger und zwei Minuten weniger als der Dritte, die Jungs vom Ellentalgymnasium. Im Mannschaftswettbewerb der gemischten Teams hat der TSV Nussdorf sich als Achter in die Siegerliste eingetragen – mit einer bunt gemischten Mannschaft der Altersklassen U 18 bis M 55.

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