Überraschungssieger bei den Illinger Läufen

Über zehn Kilometer ist niemand schneller als Christine Schleifer – Auf der 5,6-Kilometer-Distanz löst Benjamin Dürr Sven Kratochwil ab

Von Jan Simecek Erstellt: 18. April 2016
Überraschungssieger bei den Illinger Läufen So unterschiedlich kann das Wärmeempfinden sein: Während einige auf Handschuhe und Mütze zurückgriffen, gehen andere die 5,6-Kilometer-Strecke im Tank-Top an. Fotos: Simecek

Ohne die Titelverteidiger und bei kühlen Temperaturen unter zehn Grad hat der Hauptlauf der 14. Illinger Läufe ein überraschendes Ende genommen. Gesamtsieger wurde mit Christine Schleifer (Tri-Team Heuchelberg) eine Frau. In ihrem Windschatten kam Stefan Buder (Taekwondo SO SAN Schellbronn) als schnellster Mann ins Ziel.

Illingen. Es ist schon ungewöhnlich, dass der schnellste Mann nicht als Erster ins Ziel kommt. Das musste auch der Gesamtzweite Stefan Buder zugeben. Aber er war deshalb überhaupt nicht unzufrieden. „Mein Training in der letzten Woche hat sich ausgezahlt. Ich hatte am Ende noch richtig Speed und konnte an der Siegerin dranbleiben. Ganz gereicht hat es aber nicht. Das Tempo war sehr hoch, sie war einfach top“, erklärte Buder, der in 36:37,9 Minuten nur 0,8 Sekunden hinter Christine Schleifer, aber doch mehr als zwei Minuten über der Zeit von Vorjahressieger Jens Santruschek (Kinostar Bretten) blieb. Nicht unbedingt verwunderlich. Zum einen waren da eben die doch sehr tiefen Temperaturen, andererseits war es für den Schellbronner erst der erste Lauf der Saison. Angesichts dessen war er auch mit seiner Zeit zufrieden.

Siegerin Christine Schleifer konnte ihre Zeit dagegen schwer einordnen. Sie lief mehr als neun Minuten schneller als Vorjahressiegerin Martina Giereth (Team Evaldo Mühlacker), gab aber zu bedenken, dass die Illinger Strecke sehr stark profiliert sei. „Ich habe vor diesem Lauf mehr als sechs Monate keinen Wettkampf gemacht und wusste nicht, wo ich stehe. So schlecht war die Zeit aber wohl nicht, wenn ich vor dem schnellsten Mann ins Ziel gekommen bin“, berichtet Schleifer. Auch für sie ist dieser Zieleinlauf eine absolute Ausnahme. „Voraussehbar ist das ohnehin nicht. Man weiß nicht, wie stark die Konkurrenz ist und wie stark man selbst ist“, erklärte die Gesamtsiegerin.

Auf schwache Konkurrenz wollte sie ihren Erfolg aber keinesfalls schieben. „Die Jungs haben mir das Leben ganz schön schwer gemacht. Bergauf sind sie mir einige Male davongelaufen. Ich musste mich auf der Ebene und bergab wieder mühsam rankämpfen“, berichtet die Ehefrau von Weltklasse-Triathlet Sebastian Kienle, die selbst Top-Triathletin ist. Am Ende hatte sie aber den längeren Atem und knapp einen Meter vor Buder die Nase vorne. In ihrer Altersklasse Senioren W 30 war sie ohnehin konkurrenzlos. Die nächstbeste Frau, Carmen Keppler (SV Oberkollbach, Senioren W 35), lag fast fünf Minuten hinter ihr. Nadja Rothweiler (Irrläufer) wurde einen Platz und elf Sekunden hinter Keppler Schnellste in der Frauenklasse. Schnellster Läufer aus dem Raum Vaihingen war Jean-Phillippe Bronner in der Altersklasse Senioren M 35 in 39:19,1 Minuten auf Platz zwölf der Gesamtwertung.

Dass die Strecke durchaus selektiv ist, zeigten schon die 5,6-Kilometer-Läufe. Das Spitzenduo Benjamin Dürr (SSV Huchenfeld) und Sebastian Schütz (LG Neckar-Enz) lag fast eine Minute vor dem Dritten Sven Kratochwil (Team AR Sport), der wiederum mehr als eine halbe Minute Vorsprung auf den US-Amerikaner Carlos Lopez auf Platz vier hatte. Extrem stark war hier Julian Kristen, der für das Friedrich-Abel-Gymnasium Vaihingen am Start war und sonst bei den Tennisfreunden Nussdorf im Knabenteam, also der U 14, auf dem Platz steht. Er kam nicht einmal dreieinhalb Minuten nach dem Sieger auf Gesamtplatz acht ins Ziel. Damit war er auch schnellster Läufer aus dem Raum Vaihingen, unmittelbar vor Felix Langjahr und Paul Wild (beide Ferdinand-Steinbeis-Realschule).

Unter den Läufern waren auch zahlreiche durchaus bekannte (ehemalige) Lokalfußballer zu finden. Steffen Wachter aus Roßwag fand sich über 5,6 Kilometer beispielsweise auf Platz 30 wieder. Der Handballer Heiko Gräther (Feuerwehr Illingen) landete 4,4 Sekunden und einen Platz vor ihm. Die beiden Illinger Christian Gruica und Thomas Fritsch trauten sich sogar auf die lange Runde. Fritsch (Team Kärcher Power) landete in 41:23,3 Minuten auf Platz 20 und dem dritten Rang bei den Senioren M 45. Gruica erreichte bei den Senioren M 40 in 49:04,0 Minuten den neunten, insgesamt den 82. Rang von insgesamt 169 Finishern. Damit kamen im großen 14, im kleinen Lauf acht Starter nicht ins Ziel. Zu anspruchsvoll dürfte die Strecke damit also nicht gewesen sein. Und für Gesamtsiegerin Christine Schleifer war sie ohnehin etwas ganz Besonderes. „Das war früher meine Trainingsstrecke. Ich habe unterwegs ein bisschen nostalgische Gefühle bekommen“, verrät die Triathletin aus Mühlacker.

In den Läufen der Schülerklassen gab es dagegen nur kurze Runden durch die Illinger Altstadt. Es waren vor allem Lokalmatadore am Start und entsprechend auch im Klassement vorne. Bei den Kleinsten (U 8) lag Moritz Stifter aus Schützingen vorne. Sein weibliches Pendant war Amy Gayer (GWRS Enzweihingen), die insgesamt auf dem dritten Platz landete. In der U 10 setzte sich Lennart Blasius von der selben Schule durch. Bei den Mädchen dieser Altersklasse hieß die Siegerin Natalie Sealey aus Maulbronn. Die Siegerin in der U 12 war dagegen wieder eine Schulkameradin von Gayer und Blasius. Valerie Maier wurde immerhin Gesamtzweite und musste nur Deniz Cakmak von der Schule am Stromberg den Vortritt lassen. Die U 14 gewann Leo Matuschowitz (Friedrich-Abel-Gymnasium). Schnellstes Mädchen war Nina Meierhofer (Stromberg-Gymnasium). Die Siegerin in der U 16 kam von der Waldorfschule Vaihingen und hieß Friederike Fabian. Sie war wie die Gesamtsiegerin schneller als ihr schnellstes männliches Pendant, Alexander Zerihun von der Schule am Stromberg. Insgesamt waren 352 Schüler gemeldet, von denen 296 sowohl am Start als auch im Ziel waren.

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