Silvesterlauf macht Basketballer reicher

Jannick Schurr gewinnt eine Wette – Rico Schwarz setzt sich rund einen Kilometer vor dem Ziel ab – Alina Reh dominiert bei den Frauen

Von Michael Nachreiner Erstellt: 2. Januar 2015
Silvesterlauf macht Basketballer reicher Dicht gedrängt säumen die Fans die Laufstrecke des Bietigheimer Silvesterlaufs in der Bietigheimer Altstadt. Foto: Nachreiner

Dickson Kurui ist nahe dran gewesen, die Serie von deutschen Siegern beim Bietigheimer Silvesterlauf zu durchbrechen. Doch letztlich fehlten dem Kenianer fünf Sekunden auf Rico Schwarz. Bei den Frauen dominierte eine Läuferin: Alina Reh verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr. Im Ziel hatte sich 45 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte Annett Horna.

Bietigheim-Bissingen. „Ich hatte das Gefühl, es ist ein taktisches Rennen. Dabei war es ganz schön schnell.“ Rico Schwarz (ASV Erfurt) zeigte sich nach dem Sieg beim Bietigheimer Silvesterlauf überrascht. Rund einen Kilometer vor dem Ziel attackierte der 26-Jährige und setzte sich zunächts mit Dickson Kurui aus der sechsköpfigen Spitzengruppe ab. Schwarz: „Ich bin eigentlich recht passiv gelaufen. Bei Kilometer acht oder neun habe ich gemerkt, dass es gut läuft. Ich hatte keine Schmerzen und war super in Form. Bei Kilometer zehn habe ich dann angegriffen und noch einmal alles reingelegt.“

Bald konnte auch der Kenianer Kurui nicht mehr folgen. Obwohl er auf der Zielgeraden noch einmal alles aus sich herausholte, war Schwarz zu weit enteilt, der in 33:39 Minuten gewann. „Ich bin so glücklich“, ließ der Sieger seinen Gefühlen nach der Siegerehrung freien Lauf. „Diesen Erfolg hatte ich nicht erwartet nach all den Verletzungen in diesem Jahr. Den Sommer konnte ich komplett abhaken. Ich habe sogar darüber nachgedacht, ob ich vielleicht mit dem Leistungssport aufhören muss. Dieser Sieg in Bietigheim hat mich aber wieder aufgebaut.“

Kurui wurde in 33:44 Minuten vor Timo Göhler in der gleichen Zeit Zweiter, der den Kenianer auf der Zielgeraden fast noch einholte. Kurui zeigte sich mit der Platzierung und seiner Zeit ebenfalls zufrieden. „Es war schwer, mich an die Temperaturen zu gewöhnen. Doch obwohl es so kalt war, bin ich mit der Zeit zufrieden“, berichtete der Kenianer.

Bei den Frauen dominierte Vorjahressiegerin Alina Reh (TSV Erbach) nach Belieben. In 37:10 Minuten unterbot die 17-Jährige bei ihrem letzten U-18-Wettkampf ihre Siegerzeit aus dem Vorjahr noch einmal um 15 Sekunden. „Ab Kilometer sechs habe ich gemerkt, dass keine andere Läuferin mithalten kann. Und das macht es dann natürlich leichter, wenn man weiß, dass die Hauptkonkurrentinnen nicht folgen können“, erklärt Reh. „Ich war aber nicht auf eine gute Zeit aus. Es ging nur darum, Spaß zu haben, bevor ich zu meiner Familie ins Allgäu fahre, um dort Silvester zu feiern.“

Reh verwies die Vorjahresdritte Annett Horna (LC Rehlingen) in 37:55 Minuten und Hanna Klein (LG Limes-Rems) in 38:54 Minuten auf die Plätze. Vor allem Klein war überrascht von der ganzen Atmosphäre beim Bietigheimer Silvesterlauf und ließ sich dadurch tragen. „Eigentlich bin ich das Rennen ruhig angegangen. Aber auf der Strecke hat mich jeder mit meinem Vornamen angefeuert. Ich war erst mal verwundert, woher die Fans meinen Vornamen wussten. Bis mir klar wurde, dass er ja auf meinem Startnummernschild stand“, berichtet Klein.

Erfolgreich verlief der Bietigheimer Silvesterlauf 2014 aber nicht nur für die angereisten Top-Athleten. Auch der eine oder andere Hobbyläufer schrieb seine ganz persönliche Erfolgsgeschichte. So zum Beispiel Jannick Schurr. Der Großsachsenheimer, der bei der BSG Vaihingen/Sachsenheim in der Basketball-Landesliga aktiv ist, hatte eine Wette laufen: Sollte er die 11,1 Kilometer lange Strecke in unter 50 Minuten bewältigen, bekäme er 30 Euro. Um diesen Betrag ist der 21-Jährige jetzt reicher. Schurr kam nach 48:05 Minuten ins Ziel.

Für wieder andere ging es darum, überhaupt durchzulaufen wie beispielsweise für Simone Köppel (LBS-BW Laufteam) oder Andreas Maier (Gesundheitszentrum & Sportschule Frech). Beide hatten in den vergangenen Wochen wenig trainiert oder lagen wie im Falle von Köppel über die Feiertage krank im Bett. Beide bissen sich aber durch. Köppel lief die 11,1 Kilometer in 56:13 Minuten, Maier benötigte für die zwei Runden durch Bietigheim 51:05 Minuten.

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