Schaßberger springt souverän zu Bronze

Bis zum Ausscheiden kein Fehlversuch beim Stabhochsprung der U-23-DM – Grißmer sprintet in W 55 auf Platz fünf über 200 Meter

Von Michael Nachreiner und Martin Grund Erstellt: 3. Juli 2018
Schaßberger springt souverän zu Bronze Die 100 Meter mag sie eigentlich nicht ganz so sehr. Angelika Grißmer fühlt sich auf den 200 Metern wohler. Foto: Görlitz

Tamara Schaßberger hat den Sprung zu den Juniorinnen geschafft. Bei den deutschen U-23-Meisterschaften in Heilbronn sicherte sich die Ensingerin im Stabhochsprung mit 4,00 Metern die Bronzemedaille. Kein Edelmetall gab es dagegen für Angelika Grißmer bei der Senioren-DM. Die Kleinglattbacherin wurde in der W 55 Siebte über 100 Meter und Fünfte über 200 Meter.

Heilbronn/Mönchengladbach. Temperaturen über 30 Grad Celsius und windig – es herrschten nicht gerade die besten Bedingungen für die Stabhochspringerinnen bei den deutschen U-23-Meisterschaften im Heilbronner Frankenstadion. Tamara Schaßberger (VfL Sindelfingen) kam mit den Umständen aber ganz gut zurecht. Zwar stieg sie wieder etwas konservativer als schon in der Vergangenheit bereits bei 3,60 Metern in den Wettkampf ein. Diese Höhe meisterte sie aber ebenso wie die anschließend folgenden 3,70 Meter ohne Probleme jeweils im ersten Versuch.

Das gab Selbstvertrauen. Und da Stina Seidler (SV Werder Bremen), Schaßbergers Dauerrivalin vergangener Tage, bereits bei ihrer Einstiegshöhe den Wettbewerb abbrechen musste und auch die anderen Konkurrentinnen bei 3,80 Metern schon mindestens einen Fehlversuch zu Buche stehen hatten, entschied sich die Ensingerin, die nächste Höhe von 3,90 Metern auszulassen.

Es war keine schlechte Entscheidung. Denn auch die 4,00 Meter übersprang die 19-Jährige ohne Probleme. Zu diesem Zeitpunkt lag sie sogar in Führung. Die einzige andere Athletin, die ebenfalls 4,00 Meter übersprungen hatte, war Luzia Herzig (TV Engen). Schaßbergers Konkurrentin hatte aber bereits zwei Fehlversuche auf dem Konto – ein Mal bei der Einstiegshöhe von 3,60 Metern und ein Mal bei 3,90 Metern. Allerdings hatte Ria Möllers (TSV Bayer Leverkusen), die erst bei 3,90 Metern ohne Probleme in den Wettkampf eingestiegen war, die 4,00 Meter ausgelassen. Und Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt noch gelassen zurückgelehnt.

Die Mannheimerin stieg erst bei 4,05 Metern in den Wettkampf ein, als bei Schaßberger der Wettbewerb zu Ende war. Die Ensingerin riss diese Höhe drei Mal – ebenso wie Herzig. Otchere geriet danach kurzzeitig durch Möllers unter Druck. Doch während die Leverkusenerin bei 4,30 Metern drei Mal die Latte riss, übersprang Otchere 4,45 Meter im ersten Versuch und war danach überglücklich: „Der Titel war das Ziel. Es ist natürlich toll, dass ich die Norm für die EM in Berlin auch gepackt habe.“ Sie ist die zweite deutsche Springerin nach Anjuli Knäsche, die den Richtwert von 4,45 Metern abgehakt hat. Otchere will nun in den nächsten Wochen im Kampf um die EM-Tickets gerne „noch ein paar Zentimeter draufpacken.“ Dabei springen ihre Konkurrentinnen mit deutlich mehr Schritten Anlauf als Otchere (zwölf Schritte).

LG-Staffeln überzeugen bei U-23-Titelkämpfen

Überzeugt haben bei der U-23-DM auch die Staffeln der LG Neckar-Enz. Über 4 x 400 Meter brach das Männerquartett dabei fast den LG-Rekord und erreichte in 3:20,68 Minuten den achten Platz. Clemens Schober, Jonte Fischer, Marius Abraham sowie Michael Mahl hatten sich vorgenommen, im Vorderfeld mitzumischen. Das gelang im Rennen dann auch tatsächlich ganz gut. Von Position eins bis vier waren sie ständig mit dabei in ihrem Zeitlauf der vermeintlich schnellsten Staffeln. Auch die Juniorinnen der LG Neckar-Enz waren als Elfte in 3:59,42 Minuten flott unterwegs. Emma Sieder eröffnete zügig auf Selina Mahl, die ebenso überzeugte. Kim Großmann kämpfte verbissen darum, die LG in Schlagdistanz zu halten und Marie Weller eine gute Ausgangsposition mitzugeben. Diese führte die LG-Staffel dann als Sechste des Zeitlaufs ins Ziel. In der Gesamtabrechnung erreichten die LG-Juniorinnen Platz elf.

Viebahn ist in Altersklasse W 55 über Sprintdistanzen nicht zu schlagen

Einen respektablen fünften Rang ersprintete sich derweil Angelika Grißmer (LG Neckar-Enz) über 200 Meter bei den nationalen Titelkämpfen der Senioren in Mönchengladbach. Die Kleinglattbacherin benötigte für die halbe Stadionrunde 31,22 Sekunden in der Altersklasse W 55. Deutsche Meisterin ist Frauke Viebahn (DJK Blau-Weiß Annen) in 29,46 Sekunden vor Heike Schug (LAC Quelle Fürth) in 29,80 Sekunden sowie Brigitte Heidrich (LG Lüneburg) in 29,96 Sekunden.

Viebahn war auch auf der Königsdistanz über 100 Meter nicht zu schlagen. Die 59-Jährige setzte sich im Finale in 13,89 Sekunden vor Birgit Burzlaff (SF Neukieritzsch) in 13,95 Sekunden und Jutta Stopka (LG OVAG Friedberg/Fauerbach) in 13,97 Sekunden durch.

Grißmer steigerte sich zwar im Vergleich zum Zeitlauf um 13 Hunderstelsekunden auf 14,76 Sekunden, musste sich damit allerdings mit dem siebten Rang zufrieden geben. Im Zeitlauf war die Kleinglattbacherin 14,89 Sekunden gelaufen und damit Vierte ihres Laufs geworden. Über die Zeit – außer den vier direkt Qualifizierten waren nur zwei Konkurrentinnen schneller als sie – zog Grißmer aber ins Finale der besten acht ein.

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