Organisationsleiter Müller bekommt vom Lauf kaum etwas mit

Ganze Zeit in erstmals eingerichteter Leitzentrale wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen – Kurioses, Lustiges und Originelles rund um die Veranstaltung

Erstellt: 2. Januar 2018
Organisationsleiter Müller bekommt vom Lauf kaum etwas mit Organisationsleiter Müller bekommt vom Lauf kaum etwas mit

Bietigheim-Bissingen (nac). Der Bietigheimer Silvesterlauf ist nicht nur ein sportlicher Wettstreit. Er ist ein Event für Groß und Klein. Dementsprechend Kurioses, Lustiges oder Originelles hat sich auf, aber auch abseits der Strecke ereignet.

Für Theresia Groß und Heinz Röchert, beide vom TSV Grafenau, hat es schon eine gewisse Tradition. Die beiden Hobbyläufer verkleiden sich zum Bietigheimer Silvesterlauf immer als Wikinger und machen sich mit Schwert und Schild bewaffnet auf die 11,1 Kilometer lange Strecke.

Doch die beiden sind nicht die einzigen, die sich für die Laufveranstaltung am letzten Tag des Jahres eine originelle Verkleidung einfallen lassen. Max und Udo Paschke (beide LAZoo Ludwigsburg) legten jeweils ein Zebrakostüm an. Nadja Meinholt und Heike Dercks (beide Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt) waren als Pippi Langstrumpf verkleidet. Ganz dem Anlass, Silvester, entsprechend gekleidet, war Anja Jödicke. Sie hatte sich als Sektflasche kostümiert. Und dann trottete noch ein riesiger Pingiun dem Feld langsam hinterher. Auch das Maskottchen der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen war am Start.

Egal, ob deutsche Elite oder Hobbyläufer, alle Athleten sind immer von der Atmospäre beim Bietigheimer Silvesterlauf begeistert. „Die Stimmung ist richtig gut. Vor allem an der Eishalle, wo sonst nicht so viele Zuschauer stehen, war richtig viel los“, berichtet Timo Engel (Waldorfschule Vaihingen). Und Martin Diebold (Therapie-Reha Bottwartal) ergänzt: „Überall standen Trommler. Das ist genauso wie das gut besetzte Teilnehmerfeld nochmal eine Portion Extramotivation.“ In die Lobeshymnen stimmen auch die Sieger ein. „Die Stimmung hier ist so toll. Das ist einmalig“, erklärt Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal). Und Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg), fügt hinzu: „Für mich ist der Bietigheimer Silvesterlauf immer etwas Besonderes. Da ich aus der Region Villingen-Schwenningen komme, sind immer meine Familie und ein paar Freunde an der Strecke.“

Bochs Freunde dürfen sich auf die Magnumflasche Rotwein freuen, die der Sieger des Bietigheimer Silvesterlaufs auch in diesem Jahr wieder bekommen hat. „Ich trinke keinen Wein. Er schmeckt mir einfach nicht. Dafür freuen sich meine Freunde auf die Flasche. Im letzten Jahr hat er ihnen zumindest geschmeckt“, berichtet der 23-jährige Wahl-Regensburger.

Lange feiern können aber weder Laura Hottenrott noch Simon Boch. Für beide geht es bereits in den nächsten Tagen ins Trainingslager. Denn beide haben ein großes Ziel: die Marathonkonkurrenz bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Sommer in Berlin. „Natürlich ist das ein Thema. Dafür trainieren wir schließlich“, sagt Boch. „Mein Ziel ist aber erst einmal meine Bestzeit zu laufen. Dann komme ich an die EM-Norm heran. Aber bis zum Sommer kann noch so viel passieren.“

Viel ist auch beim Silvesterlauf passiert. Doch Organisationsleiter Gerhard Müller von der LG Neckar-Enz hat davon so gut wie nichts mitbekommen. „Ich weiß noch nicht einmal, wer gewonnen hat“, erklärt der 60-Jährige lange, nachdem der letzte Läufer die Ziellinie überquert hat. Müller hat die gesamte Veranstaltung in der Einsatzleitung Ordnungsdienst und Verkehrssicherung verbracht. „Aufgrund der gestiegenen Sicherheitsanforderungen – es ist so viel passiert in den letzten Jahren – haben wir zum ersten Mal diese Leitzentrale eingerichtet“, erzählt Müller und gibt Entwarnung: „Alles ist super gelaufen. Es war eine gute Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften und dem Technischen Hilfswerk (THW).“ Zusammen mit Mitarbeitern des THW und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stellte der Ausrichter, die LG Neckar-Enz, rund 200 Helfer. „Natürlich ist es schade, dass ich so wenig vom Lauf mitbekommen habe. Aber diese Arbeit in der Leitzentrale muss auch gemacht werden. Und schließlich ist die Sicherheit das Wichtigste“, erklärt Müller.

Mit Sicherheit wird spätestens heute jemand seinen Ehering vermissen. Ein Exemplar dieses Schmuckstücks blieb in der Umkleidekabine liegen. Andere Fundsachen in der Vergangenheit: zum Beispiel eine EC-Karte.

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