Nächste Opfer der Pandemie: Volksläufe

Veranstaltungen in Illingen und Mühlacker sind abgesagt – Verantwortliche von Team Sport Evolution hoffen auf Nachholtermin

Von Michael Nachreiner Erstellt: 25. März 2020
Nächste Opfer der Pandemie: Volksläufe Mehrere Hundert Läufer, die rund um die Cyriakuskirche um die für sie beste Zeit kämpfen, wird es in diesem Jahr vorerst nicht geben. Foto: Küppers

Nicht unerwartet sind die ersten Volksläufe in diesem Jahr in der Region Vaihingen abgesagt. Weder die Illinger Läufe am 26. April noch der Mahle-Lauf Mühlacker am 16. Mai finden statt. „Vor zwei Wochen hatte ich noch die Hoffnung, dass sich die Coronakrise verläuft. Aber jetzt ist das als unrealistisch einzuschätzen“, sagt Georg Herrmann vom Verein Team Sport Evolution, der die Illinger Läufe organisiert.

Illingen/Mühlacker. Lange hat die Hoffnung bei Georg Herrmann und Rafael Treite regiert. Sowohl der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Team Sport Evolution, der für die Ausrichtung der Illinger Läufe verantwortlich zeichnet, als auch der Organisator des Mahle-Laufs Mühlacker hatten sich gewünscht, die Welle positiv auf die Covid-19-Erkrankung Getesteter würde Deutschland nicht in dem Maße treffen, wie sie es schon getan hat. Doch die Pandemie hat auch die beiden Volkslaufmacher und ihre Veranstaltungen überrollt. „Es war nicht unerwartet, dass uns die Gemeinde Illingen die Erlaubnis entzieht, den Volkslauf zu veranstalten“, berichtet Herrmann. „Wir sind der zweite Lauf in der Cupserie der Sparkasse Pforzheim/Calw. Und schon der erste Wettbewerb in Calw sowie der dritte Lauf in Kieselbronn waren abgesagt, als uns die Gemeindeverwaltung informierte.“ In der Zwischenzeit hat die Situation noch einmal an Dynamik gewonnen. „Nach der Sonderverfügung des Landes Baden-Württemberg, das alle Veranstaltungen bis zum 15. Juni verbietet, wären wir auch gar nicht drumherumgekommen“, fährt der stellvertretende Vorsitzende von Team Sport Evolution fort, der auch Leiter des Arbeitskreises Lauf-Organisation ist. „In der Zwischenzeit wäre auch das Risiko zu hoch.“

Ähnlich sieht es Treite. „Eigentlich wollten wir bis Ende April mit der Entscheidung warten“, sagt der Mahle-Lauf-Organisator gegenüber dem „Mühlacker Tagblatt“. Diese Vorgehensweise sei aber der Stand von Freitag vorvergangener Woche gewesen. „Das war eigentlich auch ein guter Plan“, erklärt Treite. Damals habe er es als verfrüht empfunden, dass schon so viele Veranstaltungen im Mai abgesagt worden waren. „Aber das war die Sicht von vor über einer Woche“, betont der Volkslauforganisator. Inzwischen habe sich die Situation grundlegend geändert. Er verweist auch auf die Sonderverfügung des Landes Baden-Württemberg, die Veranstaltungen bis zum 15. Juni verbietet. „Da der Mahle-Lauf am 16. Mai hätte stattfinden sollen, kommen wir um eine Absage nicht umhin. Die Gesundheit geht vor“, erklärt Treite. Ein Nachholtermin? Fehlanzeige. Der Mahle-Lauf ist im Jahr 2020 ersatzlos gestrichen.

So kampflos wollen sich die Organisatoren der Illinger Läufe aber nicht geschlagen geben. Sie hoffen darauf, dass sie ihre Veranstaltung spätestens im Herbst nachholen können. „Das steht aktuell aber noch in den Sternen. Man muss abwarten, wo die Reise hingeht. Zurzeit sind wir nur Passagier“, berichtet Herrmann. „Für den Fußball gibt es ja schon Diskussionen, in denen das Argument gebracht wird, dass der Ball in diesem Jahr vielleicht überhaupt nicht mehr rollt.“ Außerdem gehen die Infektionszahlen zurzeit noch nach oben. „Deshalb ist es auch eine Frage, wann die Beschränkungen überhaupt ausgehoben werden. Wir zum Beispiel benötigen eine Genehmigung für eine Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern“, erklärt der stellvertretende Team-Sport-Evolution-Chef.

Im Mai wisse man vielleicht mehr. Bis dahin sind auch alle Planungen in Illingen auf Eis gelegt. Sollte dann aber abzusehen sein, dass sich das Leben in Deutschland bis zum Herbst normalisiert habe, stünden noch einige Aufgaben bevor, ehe die Illinger Läufe wirklich stattfinden könnten. „Wir brauchen natürlich vom Württembergischen Leichtathletik-Verband eine Genehmigung. Aber ich gehe davon aus, dass der WLV kein Interesse hat, uns diese zu verweigern“, berichtet Herrmann. Dann müsse man aber schauen, ob man im Verein die Ressourcen für eine Durchführung eines Volkslaufs wieder zur Verfügung stellen könne. Und man muss einen Termin finden. „Wegen des Wetters bin ich der Meinung, dass die Illinger Läufe bis Ende Oktober über die Bühne gegangen sein müssen“, erklärt Herrmann. „Doch auf diese Wochenenden werden sich ganz viele Volkslaufveranstalter stürzen, die ihre Veranstaltungen nachholen wollen – zusätzlich zu denen, die schon von vornherein auf diese Termine angesetzt waren. Man muss sich also gut mit den Nachbarvereinen abstimmen, dass wir uns nicht gegenseitig kannibalisieren.“ Deshalb ist der stellvertretende Vorsitzende von Team Sport Evolution auch skeptisch, ob wirklich jeder Verein seinen Volkslauf, der jetzt im Frühjahr ausfällt, im Herbst nachholen kann.

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