Martin Diebold fliegt über die Strecke

Triathlet läuft über zehn Kilometer in Nussdorf nur gegen sich selbst – Tim Koch schlägt im Einsteigerlauf Sven Kratochwil im Schlussspurt

Von Michael Nachreiner Erstellt: 27. November 2017
Martin Diebold fliegt über die Strecke Martin Diebold (rechts) und Andreas Weis führen das Feld der Athleten beim Panorama- und beim Einsteigerlauf die erste Steigung hinauf. Fotos: Nachreiner

Manch einer entlang der Strecke des Nussdorflaufs hat sich mehr als ein Mal gefragt, was denn Martin Diebold vorhat. Der Triathlet des SSV Huchenfeld flog geradezu über die Zehn-Kilometer-Strecke und gewann in 33:38 Minuten. Dass Ulrich Königs nur sechs Sekunden nach Diebold im Ziel war, lag vor allem daran, dass der Triathlet am Ende etwas das Tempo herausnahm.

Nussdorf. Martin Diebold war schon immer ein begnadeter Läufer. Seit er zum Triathlon gewechselt ist und ab und zu mit Sebastian Kienle, dem Ironman-Hawaii-Sieger von 2014, trainiert, läuft er bei Volksläufen in seiner eigenen Liga. So auch beim elften Nussdorflauf. Nur kurz nach dem Start war der Rest des Feldes noch an dem Auricher dran, der für den SSV Huchenfeld startet. Dann musste die Konkurrenz abreißen lassen. „Ich bin einfach ein konstantes Tempo gelaufen“, berichtet Diebold. „Man kann sich hier auf der Strecke überall gut motivieren. Im Start/Ziel-Bereich macht ein DJ Musik. Im hinteren Bereich steht eine Band. Und überall wird man von Zuschauern angefeuert.“

Dass er mit 33:38 Minuten im Ziel des Panoramalaufs über zehn Kilometer nur sechs Sekunden vor dem Zweiten Ulrich Königs (Reha-Therapie Bottwartal) lag, war nicht so sehr der Stärke von Königs geschuldet als vielmehr dem Fakt, dass Diebold etwas Tempo rausnahm. „Ich hätte hinten raus noch mehr Druck machen können“, berichtet der Auricher. Dennoch zieht Königs eine positive Bilanz zum Rennen: „Wenn man gegen so jemanden läuft wie Martin, dann motiviert einen das, auch an sein Limit zu gehen.“ Bis zum Dritten klaffte dann eine größere Lücke. Bronze sicherte sich Hector Rubio in 35:26 Minuten.

Lokalmatador Andreas Weis (TSV Nussdorf Lauftreff), der die erste Steigung nach Start und Ziel noch Seite an Seite mit Diebold in der ersten Reihe hochstürmte, wurde am Ende in 36:17 Minuten Sechster. „Nachdem ich sechs Wochen verletzt war, war ich ohne Ambitionen am Start. Ich wollte nur unter 40 Minuten laufen“, berichtet Weis. Das Ziel hat er mehr als erreicht, was ihn selbst erstaunte. Weis: „Ich hätte nicht geglaubt, dass es so gut läuft.“ Da mache sich die Trainingsarbeit mit Wolf-Thorsten Witt bezahlt, mit dem er sich seit der Vorbereitung auf die deutsche Straßenlauf-Meisterschaft über zehn Kilometer in Bad Liebenzell betreuen lässt.

Schnellste Frau über zehn Kilometer war ebenfalls eine Triathletin. Luisa Moroff (GSV Maichingen) erreichte nach 37:12 Minuten als Gesamtsiebte das Ziel. Mehr als vier Minuten langsamer wurde Katrin Ochs (LG Filder) in 41:27 Minuten Zweite. Bronze sicherte sich Nadja Rothweiler (Irrläufer Mühlacker) in 43:02 Minuten.

Das schnelle Tempo der Spitzenläufer auf der Zehn-Kilometer-Strecke zog auch die Athleten des Einsteigerlaufs zu Bestleistungen. Sven Kratochwil (Deutsche Vermögensberatung Manuel Eder) bewältigte die 6,6 Kilometer „so schnell wie noch nie“, wie er selbst stolz erklärt. Dennoch reichte es für ihn nicht ganz nach oben auf das Treppchen. Tim-Phillip Koch (TSV Glems run2getter) „war einfach schneller“ berichtet Kratochwil. In 23:27 Minuten gewann Koch gleich bei seiner Nussdorflaufpremiere (Koch: „Es ist ein herrlicher Lauf. Das sind fantastische Bedingungen hier. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich hier gestartet bin.“) – fünf Sekunden vor Kratochwil. „Ich habe mir das Rennen ganz gut eingeteilt. Es war aber auch ein Vorteil, dass wir in einer großen Gruppe gelaufen sind“, erzählt der Metzinger. „Erst habe ich Sven im Schlussspurt hinter mir gelassen.“ In 24:12 Minuten wurde Jonas Kolzau (VfL Sindelfingen) mit rund einer Dreiviertel Minute Rückstand Dritter.

Den Titel bei den Frauen sicherte sich Svenja Groß (Stromberg-Gymnasium Vaihingen). Die Nachwuchsläuferin musste aber mächtig kämpfen. „Die erste Runde lief sehr gut. In der zweiten Runde hat mich nach dem Anstieg nach Start und Ziel der Gegenwind voll getroffen“, berichtet Groß. „Mein Pacemaker Christian Streib vom TSV Ensingen hat mich dann gezogen.“ Mit Erfolg. „Meine Bestzeit bisher in Nussdorf waren 28:47 Minuten. Jetzt ist die Zeit bei 28:42 Minuten stehen geblieben“, freut sich die Vaihingerin über die Unterbietung ihrer Bestleistung. Damit wurde sie Gesamt-16.. Mit dreieinhalb Minuten Rückstand wurde Jule Meitner in 32:12 Minuten Zweite der Frauenwertung. Nur weitere fünf Sekunden dahinter folgte Jana Lucie Pietsch (Stromberg-Gymnasium) auf Rang drei.

1283 Athleten erreichten das Ziel in Nussdorf. Darunter waren 792 Kinder, die in neun Wettbewerben nach Altersklassen aufgeteilt jeweils 1500 Meter absolvierten. Beim Panorama- und Einsteigerlauf kamen insgesamt 394 Läufer über die Ziellinie.

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