Laufbegeisterte schauen in die Röhre

In der Region sind die Volksläufe für dieses Jahr abgesagt. Lediglich beim TSV Nussdorf warten die Organisatoren mit ihrer Entscheidung noch bis zum Ende der Schulferien. Schülerläufe werden aber auch dort auf keinen Fall ausgetragen.

Von Ralph Küppers Erstellt: 13. August 2020
Laufbegeisterte schauen in die Röhre Bambini- und Schülerläufe wird es auch in Nussdorf auf keinen Fall geben. Doch die Hauptläufe über 6,6 und zehn Kilometer sind noch nicht endgültig abgesagt. Foto: Küppers

Vaihingen. Waldläufe sind in diesem Jahr so beliebt wie selten, bieten sie doch in Zeiten der Covid-19-Pandemie eine der wenigen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Doch gerade die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist es, die das gemeinsame Laufen weitgehend unmöglich macht. Erst recht gilt das für die großen Volksläufe, die rund um Vaihingen in anderen Jahren teils bis weit über tausend Teilnehmer auf die Strecke locken – Zuschauer im Start- und Zielbereich kommen noch hinzu. Während im Frühsommer die meisten Veranstalter noch die vage Hoffnung hatten, ihre Läufe im Oktober mit reduzierten Teilnehmerfeldern über die Bühne zu bringen, hat sich mittlerweile Ernüchterung breitgemacht. Die Läufe sind abgesagt.

Als einzige Ausnahme von einer definitiven Absage gilt momentan noch der Nussdorflauf. Doch die Chancen, dass am 21. November die Runden mit ihrem Steilanstieg kurz nach dem Start unter die Laufschuhe genommen werden können, schätzt Karl-Heinz Dieterle auf wenig über Null. „Die Tendenz geht zu 95 Prozent in Richtung Absage“, sagt der Leiter des dreiköpfigen Organisationskomitees. „Endgültig werden wir das erst nach den Sommerferien entscheiden, wenn meine Kollegen aus dem Urlaub zurück sind.“ Doch in einem Punkt legt sich Dieterle schon jetzt fest: „Die Schülerläufe können auf keinen Fall stattfinden.“ Allein in diesem Bereich waren die Teilnehmerzahlen zuletzt vierstellig, doch gerade dieser Andrang ist es, was den Organisatoren größte Probleme bereiten würde. „Wir bekämen gar keine Genehmigung von der Gemeinde“, ist sich Dieterle sicher. Denn wie sollte beim Massenstart von teils weit über 100 topmotivierten Kindern in einem Pulk auf die Einhaltung von Abstandsregeln geachtet werden? Und das im Viertelstundentakt, Altersklasse für Altersklasse.

Ungeklärte Fragen und immenser Aufwand schrecken Veranstalter ab

Rauchende Köpfe gibt es in Nussdorf also nur noch, was die Durchführung der Hauptläufe über 6,6 und zehn Kilometer angeht. Wie müsste die Gemeindehalle hergerichtet werden, um alle Anforderungen zu erfüllen? Wie restriktiv müssten die Absperrungen im Bereich von Start und Ziel sein, um allzu große Ansammlungen von Sportlern und Zuschauern zu vermeiden? Dieterle berichtet, man habe schon eine Aufteilung auf Samstag und Sonntag erwogen, betont aber: „Wir müssen uns im Team noch klarwerden.“ Und die Zeichen stünden derzeit eher auf Komplettabsage, denn der Organisationsaufwand und das wirtschaftliche Risiko seien zu hoch.

Immerhin hat der TSV Nussdorf als einziger Laufveranstalter im Raum Vaihingen den Vorteil, dass sein angestammter Termin im November liegt – am Samstag vor Totensonntag. Noch weiß zwar niemand, welche Regeln bis dahin für sportliche Großveranstaltungen gelten. Doch all jene, die im Oktober starten wollten – am 3. Oktober die SFG Serres mit dem Heckengäulauf, am 10. Oktober der TSV Ensingen mit dem Ensinger Laufcup – wissen längst, dass bis einschließlich 31. Oktober maximal 500 Personen bei Veranstaltungen sein dürften. Darum haben die Vereine aus Serres und Ensingen bereits erklärt, ihre Läufe in diesem Jahr auf keinen Fall auszurichten. Und auch bei Team Sportevolution aus Illingen, das kurzzeitig damit geliebäugelt hatte, die Illinger Läufe von April auf Oktober zu verlegen, gibt es keine Planungen mehr für einen Lauf noch in diesem Jahr.

„Abgesagt“ steht für die Läufe in Wiernsheim und Illingen auch auf der Website der Sparkasse Pforzheim-Calw zum Volkslauf-Cup 2020. Ob es in diesem Jahr eine Cup-Wertung gibt, war zuletzt noch offen, denn drei Veranstalter in Enzkreis und Kreis Calw hatten ihre Läufe noch nicht endgültig abgesagt.

Auch beim Silvesterlauf hängen die Teilnehmer in der Warteschleife

Auch der Blick über den Tellerrand zeigt, dass sich andernorts kaum ein anderes Bild bietet. So schreiben die Veranstalter des Bietigheimer Silvesterlaufs auf ihrer Website: „Leider ist es zur Zeit aufgrund der geltenden Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg nicht möglich zu entscheiden, in welcher Form der 40. Bietigheimer Silvetesterlauf stattfinden kann. Sobald klar ist, wie die für Ende des Jahres geltenden Corona-Bedingungen aussehen, werden wir im Organisationsteam eine Entscheidung treffen und die Ausschreibung hier veröffentlichen.“

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