Felix Franz entscheidet sich für die Bahn

Mehrfacher Deutscher Meister über 400 Meter Hürden bleibt bei der LG Neckar-Enz – Saisonziel ist DM

Erstellt: 26. Februar 2019
Felix Franz entscheidet sich für die Bahn Felix Franz in seinem Element. Der 25-Jährige ist einer der stärksten deutschen 400-Meter-Hürden-Sprinter. Foto: Archiv/Drechsel

Bietigheim-Bissingen (red/nac). Vier Jahre in Folge ist Felix Franz jeweils von Krankheiten oder Verletzungen zurückgeworfen worden. Zuletzt setzte den 400-Meter-Hürden-Sprinter der LG Neckar-Enz eine Entzündung im Achillessehnenansatz außer Gefecht. Er verpasste die gesamte Saison 2018 – und damit nach den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro seinen zweiten großen Traum: die Heim-Europameisterschaften in Berlin. Das nagte an dem Leichtathleten. Er dachte nicht nur einmal darüber nach, ob es nicht mehr Sinn macht, seine Spikes an den Nagel zu hängen und sich darauf zu konzentrieren, dass er sich ein berufliches Standbein aufbaut. Auch aktuell die Hallensaison verpasst der 25-Jährige aufgrund einer erneuten Verletzung der Achillessehne, die inzwischen auch operiert werden musste. Er befindet sich nach der OP im Dezember inzwischen im Reha-Prozess und trainiert bereits wieder im Wasser und an diversen Geräten.

Dennoch hat er sich für die Tartanbahn entschieden. In mehreren Gesprächen mit Franz haben die Verantwortlichen der LG Neckar-Enz und des Förderkreises für Leichtathletik an Neckar und Enz ein Paket für den Athleten geschnürt. Das Paket umfasst auch Leistungen des TSV Bietigheim und soll im Wesentlichen gute Rahmenbedingungen für ein leistungsorientiertes Training schaffen. So werden sportmedizinische Maßnahmen, Trainingslager und die Anschaffung von Sportbekleidung und -schuhen direkt unterstützt. Außerdem steht dem 25-Jährigen, der in Kleinglattbach groß geworden ist, über ein Sponsorunternehmen ein Fahrzeug zur Verfügung, damit er seine diversen Trainingsorte auch gut und bequem erreichen kann. Leistungsorientierte Prämien vervollständigen das Paket. Franz: „Ich bin extrem dankbar für diese großartige Unterstützung, die es mir erst ermöglicht, Leistungssport professionell auf diesem Niveau auszuüben.“ Seit 2016 ist der mehrfache Deutsche Meister über die 400-Meter-Hürden-Strecke auch Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr, die das Gesamtpaket abrunden.

Während er, was das Umfeld betrifft, auf Altbewährtes – er betreibt seit seiner Kindheit Leichtathletik beim TSV Bietigheim und in der LG Neckar-Enz – vertraut, zieht er in der Trainingsplanung und -steuerung Konsequenzen aus seinem Marthyrium. Franz trainiert seit Ende 2018 bei Bundestrainer Volker Beck in Frankfurt und am Olympiastützpunkt in Stuttgart. Wohnen wird er weiterhin in Bietigheim-Bissingen.

Die Vorsitzende der LG Neckar-Enz, Rose Müller, freut sich, dass es gelungen ist, Franz als „Kind der LGNE“ (Müller) in der Region zu halten und damit auch zu zeigen, dass kleinere Vereine und Leichtathletikgemeinschaften mit Kreativität Top-Athleten gute Rahmenbedingungen bieten können. Natürlich darf auch die Vorbildfunktion des 25-Jährigen, der schon mehrfach international gestartet ist und seinen größten Erfolg 2017 mit dem Team-Europameistertitel sowie 2014 mit Platz fünf im Finale über die 400 Meter Hürden bei der Leichtathletik-EM in Zürich hatte, nicht vergessen werden. „Bei der LG Neckar-Enz ist es gute Sitte, dass die Spitzenathleten bei Nachwuchsveranstaltungen dabei sind und mithelfen sowie bei den Siegerehrungen den Kindern Urkunden und Medaillen überreichen“, erklärt Müller.

Auf die Bahn will Franz im April zurückkehren. Zumindest hofft er, dass er bis zum Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) im südafrikanischen Potchefsdroom wieder richtig ins Training einzusteigen. Als Saisonhöhepunkt ist die DM am 3. und 4. August in Berlin angepeilt.

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