Der schnellste Nussdorfer hat heute Zeit für die Klassenarbeiten

Wie alle Volksläufe in der Region fällt auch der Nussdorflauf aus, der heute zum 14. Mal stattgefunden hätte. Für Andreas Weis beginnt der Einsatz im Orga-Team in normalen Jahren schon vor dem Frühstück.

Von Ralph Küppers Erstellt: 21. November 2020
Der schnellste Nussdorfer hat heute Zeit für die Klassenarbeiten Andreas Weis ist einer von Vielen, die für das Gelingen des Nussdorflaufs sorgen. Dieses Mal hat er aber frei.

Nussdorf. Der größte Volkslauf im Raum Vaihingen ist Jahr für Jahr am Tag vor Totensonntag der Nussdorflauf. Andreas Weis ist nicht nur einer der drei Köpfe, die beim TSV Nussdorf für die Organisation des sportlichen Großereignisses verantwortlich sind, sondern auch Topathlet.

Wenn während der Veranstaltung alles rund läuft, schnappt er sich am Mittag selbst die Laufschuhe und mischt sich unter die Teilnehmer. „Bis jetzt ist noch nie etwas vorgefallen, dass ich hätte sagen müssen, ich laufe nicht mit, bis das geklärt ist“, sagt Weis. Die eigene Teilnahme ist ihm wichtig, seine Arbeit im Orga-Team spielt sich vor allem vor dem Laufstart ab. „Man ist natürlich ambitionierter Läufer und will im eigenen Stall mit dabei sein“, sagt er. Und auch beim Lauf selbst nimmt Weis eine Spitzenposition ein – er ist der schnellste Nussdorfer im mittlerweile mehr als 1500 Athleten zählenden Feld.

Heute wäre der 14. Nussdorflauf gewesen, wenn nicht die Covid-19-Pandemie alle Pläne über den Haufen geworfen hätte. So hat der 46 Jahre alte Berufsschullehrer unverhofft Zeit, Klassenarbeiten zu korrigieren. Doch die Gedanken kreisen um das lieb gewonnene Laufevent im eigenen Wohnort, das in anderen Jahren jede Menge Arbeit bedeutet.

Normalerweise begänne der Einsatz von Andreas Weis schon vor dem Frühstück – mit einem kleinen Lauf, der einerseits den Körper in Schwung bringen soll, aber auch Zeit bietet, sich auf all die Aufgaben zu fokussieren, die der Tag noch bringen wird. „Meine Strecke führt auch an der Gemeindehalle vorbei, wo später Start und Ziel sind“, berichtet Weis. „Da sehe ich gleich, ob noch alles in Ordnung ist, wie es am Freitag aufgebaut wurde.“ Und einen kleinen Teil des späteren   Streckenverlaufs nimmt er
ebenfalls schon morgens unter seine Laufschuhe.

Weis bildet gemeinsam mit Karl-Heinz Dieterle und Dieter Friedrich das eingespielte Team, das sich um die Organisation des Nussdorflaufs kümmert. Helfer gibt es während des Laufs etwa 90 weitere, doch die Vorarbeiten liegen ganz in den Händen des kleinen Teams. „Das läuft reibungslos, und wir brauchen fast keine Absprachen mehr“, freut sich der 46-Jährige. Das hätte auch im Corona-Jahr 2020 entscheidend sein können, falls sich die Lage überraschend gebessert hätte. „Organisatorisch hätte es uns gereicht, wenn direkt vor den Herbstferien die Entscheidung gefallen wäre, dass der Lauf stattfindet“, sagt Weis. Er selbst ist für die Bereiche Zeitnahme, Startnummern und insbesondere die Betreuung der vielen teilnehmenden Schulen zuständig. „Ich versuche immer, mich in die Lage der Schüler und ihrer Lehrer zu versetzen“, sagt Weis. „Die Abläufe bei uns sollen klar erkennbar sein, jeder Teilnehmer soll sich gut aufgehoben fühlen.“

Klare Strukturen gibt es indes auch bei den Ausrichtern: „Wir vom Orga-Team sind morgens die Ersten und verlassen die Halle abends als Letzte“, sagt Weis.

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