Bittigkoffer und Keppler bei optimalen Bedingungen vorne

Illinger Läufe bei kühlem Wetter begünstigen Spitzenzeiten – Mehr als 800 Anmeldungen

Von Ralph Küppers Erstellt: 29. April 2019
Bittigkoffer und Keppler bei optimalen Bedingungen vorne Vor der Cyriakuskirche sind gestern die Schüler auf ihren 1,4-Kilometer-Rundkurs gestartet. Insgesamt waren mehr als 800 Athleten in und um Illingen unterwegs. Fotos: Küppers

Die Teilnehmerfelder haben sich bei der 17. Auflage der Illinger Läufe ungewöhnlich spät gefüllt. Wegen der Ferien gab es offenbar etwas weniger Voranmeldungen, und die Wettervorhersage tat ein Übriges. Als gestern früh die Sonne raus kam, begann der Ansturm auf die Nachmeldeschalter. Mehr als 800 Sportler beteiligten sich an der Massenveranstaltung, 790 Finisher gab es.

Illingen. Während die Teilnehmerfelder bei den Schülerläufen seit einigen Jahren oft überquellen, weil es eine Förderung durch die Alison und Peter Klein-Stiftung gibt, waren gestern in Illingen auch die Wettbewerbe der Erwachsenen äußerst stark besetzt. 133 Finisher beim 5,6-Kilometer-EnBW-Lauf und sogar 219 beim Zehn-Kilometer-Kärcher-Lauf boten ein beeindruckendes Bild. „Zu den vorgesehenen 200 Startnummern haben wir spontan noch 30 weitere nachordern müssen“, berichtet Jennifer Thielmann seitens des gastgebenden Vereins Team Sport Evolution. Der Zeitnehmer half dem Ausrichter aus der Patsche, hatte dann allerdings während der Läufe alle Hände voll zu tun, die Nachmeldungen ins System einzupflegen.

Auch die meisten der gestrigen Spitzenläufer hatten sich recht spontan entschieden, in Illingen an den Start zu gehen. Sven Kratochwil (Deutsche Vermögensberatung Manuel Eder) war bereits seit einiger Zeit gemeldet und bereute diesen Entschluss gestern auch nicht. Mit seiner Zeit von 19:28,3 Minuten dominierte er das Geschehen auf der Strecke, die 600 Meter länger war als die sonst übliche Fünf-Kilometer-Distanz. Als Zweiter kam Vorjahressieger Markus Fritzsche (Skiklub Dresden-Niedersedlitz) ins Ziel, der mit 20:23,0 Minuten ein paar Sekunden länger brauchte als vor Jahresfrist. Schnellste Frau war Svenja Groß (Ferdinand-Steinbeis-Realschule Vaihingen), der nach 22:55,2 Minuten Berit Kremer (Sparkasse Pforzheim Calw) als Verfolgerin auf dem Fuß folgte.

Der Illinger Zehner war bei der recht frischen Witterung gestern optimal für die Ausdauerathleten. Das nutzte Lucas Bittigkoffer (LG Region Karlsruhe) für eine Topzeit von 34:12,8 Minuten. „Das Wetter ist perfekt, aber die Strecke ist auch sehr profiliert“, urteilte Martin Kaussen, der Mann am Mikrofon. Tagessieger Bittigkoffer war nach zehn Kilometern kaum mehr als einen Schritt schneller als Julian Großkopf (LAZ Ludwigsburg), für den die Uhr genau eine Sekunde später stehen blieb. Bis zum Dritten, Roland Golderer (RSV Schwalbe Ellmendingen), der wiederum im Doppelpack mit Julius Klein (Team Sport Evolution Illingen) ins Ziel kam, betrug der Abstand dagegen anderthalb Minuten. Als schnellste Frau war gestern Carmen Keppler (SV Oberkollbach) unterwegs. Ihre 41:51,1 Sekunden waren in der Frauenwertung ungefährdet – die erste Verfolgerin ließ dreieinhalb Minuten auf sich warten. Suska Fleury (Team Evaldo Mühlacker) belegte den Silberrang mit einer Zeit von 45:26,4 Minuten.

Bei den Bambini, die gestern als Erste den Countdown für ihren Start anstimmen durften, ging es dagegen vor allem ums Dabeisein. Und es gab Ähnlichkeiten zum verzweifelten Versuch eines Hundehalters, der mit „Aus! Bei Fuß!“ versucht, seinen Vierbeiner wieder auf Spur zu bringen. Gestern war es der Ruf „Mila komm!“, der eine junge Teilnehmerin aber auch bei der fünften Wiederholung nicht davon abhielt, sich nach den Menschen umzudrehen, die entlang der Strecke ihren Lauf verfolgten und bejubelten. Und das waren Hunderte. Publikumsmagnet war neben der Zielankunft der Hauptläufe vor allem das Rennen der Jüngsten, bei dem sich viele Teilnehmer den 400 Metern nur an der Hand von Eltern oder Geschwistern gewachsen fühlten.

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