Aus Volksfest wird Sportveranstaltung

Der Ensinger Laufcup findet am Samstag (ab 14 Uhr) in einer Spezialedition statt. In den Start-Ziel-Bereich rund um den Kelterplatz dürfen nur Läufer und deren Betreuer, müssen aber einen 3G-Nachweis erbringen. Zudem fallen die Bambini- sowie Schülerläufe weg.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 21. Oktober 2021
Aus Volksfest wird Sportveranstaltung Ohne die Unterstützung von den Zuschauern im Start-Ziel-Bereich müssen die Athleten beim Laufcup in diesem Jahr auskommen. Foto: Küppers

Leichtathletik. Von den vier verbliebenen Volksläufen in der Region Vaihingen ist der Ensinger Lauf-Cup der einzige, der in diesem Jahr stattfindet. An diesem Samstag fallen ab 14 Uhr die Startschüsse zu den drei Wettbewerben über fünf, zehn und 21,1 Kilometer. „Uns war es enorm wichtig, dass wir den Laufcup durchziehen. Alle Menschen streben wieder nach Normalität. Und wir wollten uns nicht unterkriegen lassen von der Pandemie“, berichtet Rainer Kienzle, Mitglied des Organisationsteams und zusammen mit Jens Damitz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Der Weg bis zum Okay durch die Stadt war aber lang. „Wir haben bereits im April einen ersten Antrag gestellt. Der blieb dann erst einmal rund acht Wochen unbearbeitet bei der Verwaltung liegen. Erst, als wir nachgefragt haben, kam die Aufforderung, ein Hygienekonzept einzureichen“, erinnert sich Kienzle. Um dieses zu erstellen, haben sich die Verantwortlichen des TSV Ensingen bei anderen Laufveranstaltungen Anleihen genommen. Die Haupteinschränkung ist, dass es „einen abgeriegelten Start- und Ziel-Bereich gibt, zu dem man nur mit dem Nachweis Zutritt erhält, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet ist“, berichtet das Organisationsteammitglied. Dieser zugangsbeschränkter Bereich umfasst den Kelterplatz. Zugang gibt es nur über die Hauptstraße. „Deshalb sollten die Läufer auch rechtzeitig anreisen. Durch die Überprüfung des 3G-Nachweises könnte es zu Verzögerungen kommen“, sagt Kienzle.

Darüber hinaus gibt es keine Duschmöglichkeiten, kein Catering und in diesem Innenbereich keine Zuschauer. Und auch die Siegerehrungen werden nur in abgespeckter Form absolviert. „Es fehlt eigentlich das, was den Laufcup ausmacht – der ganze Flair. Denn eigentlich ist der Laufcup ein Volksfest“, berichtet Kienzle. „Nun haben wir daraus eine Sportveranstaltung gemacht.“

Schnell war allerdings klar, dass die Bambini- und Schülerläufe nicht werden stattfinden dürfen. „Diese Wettbewerbe ziehen viele Zuschauer an, da die meisten Kinder zumindest ihre Eltern und teilweise auch ihre Großeltern mitbringen. So einen Massenauflauf hätten wir nicht genehmigt bekommen“, erklärt Kienzle. Und das tut den Organisatoren weh. „Die Kinder waren die Leidtragenden der Pandemie. Deshalb hätten wir gerne etwas zurückgegeben. Denn wir wollen auch was für die Jugend tun“, erklärt Kienzle. Es gibt aber ein kleines Schlupfloch. „Wir haben den Laufcup als Straßenlauf interpretiert. Da sind die Altersbeschränkungen, die vom Verband vorgegeben werden, etwas niedriger als bei einem Crosslauf. Obwohl wir normalerweise als Verein nicht aktiv unterstützen, dass Kinder frühzeitig lange Distanzen laufen, haben wir jetzt aber einmalig die Altersgrenzen um zwei Jahre abgesenkt. Beim Fünfer dürfen Zehn- und Elfjährige starten, beim Zehner Zwölf- und 13-Jährige.

Für den Lauf über fünf Kilometer sind aber alle Startplätze bereits vergeben. Noch sieben Tickets gibt es für die Zehn-Kilometer-Distanz und noch 13 für den Halbmarathon. Kurzentschlossene haben allerdings nur noch am heutigen Donnerstag die Möglichkeit, per Mail an ensinger-laufcup@t-online.de nachzumelden. Denn die Startunterlagen müssen vor Samstag abgeholt werden – und das ist nur noch heute zwischen 18 und 20 Uhr möglich.

Die Läufer honorieren auf jeden Fall das Engagement des Ensinger-Laufcup-Organisationsteams. „Wir haben Meldungen aus ganz Baden-Württemberg“, sagt Kienzle. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand bis 200 Kilometer fährt, um dann einen Spaßlauf zu absolvieren.“ Heiße Kandidaten auf den Sieg beim Marathon sind vor allem Bart Czulak, der ehemalige Stadtmeister Marco Böckle, Jens Santruschek (Kienzle: „Er stand beim Karlsruher Marathon schon auf dem Podest.“) oder Sven Kratochwil. Auf der Zehn-Kilometer-Distanz sind Olympiateilnehmerin Hanna Klein und der deutsche Spitzenläufer Marcel Fehr am Start. Und über fünf Kilometer sollten vor allem auch die Lokalmatadore Paul Jelden, Julian Kristen und Annika Metzger ein Wort bei der Vergabe des Sieges mitreden.

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