Auch ohne Superlative ein vollauf gelungener Lauf

Sieben Laufwettbewerbe und drei Stadtmeisterschaften beim TSV Ensingen – Optimale Bedingungen, gute Zeiten und entlang der Strecke jede Menge Stimmung

Von Ralph Küppers Erstellt: 11. Mai 2015
Auch ohne Superlative ein vollauf gelungener Lauf Zwei Guggenmusiken – hier die Kieselbronner Gugge Gaiße – sorgen für Radau entlang der Laufstrecke durch Ensingen. Fotos: Küppers

Es ist ein Hauch von City- oder Silvesterlauf, was die Athleten erwartet. Beim Ensinger Laufcup drängen sich Hunderte Zuschauer im Start- und Zielbereich, weitere säumen die Strecke im Ortskern. Zwei Guggenmusiken spielen an unterschiedlichen Stellen. Und sobald es auf asphaltieren und geschotterten Wegen auf die Felder hinausgeht, wird es ruhig um die Sportler.

Ensingen. Wenn Jens Santruschek seine Runden dreht – eine kleine und vier große sind gefragt – kann kein anderer Athlet folgen. Der Sportler, der für Kinostar Bretten startet, hat vor zwei Wochen den Zehn-Kilometer-Lauf in Illingen gewonnen und vorgestern beim Halbmarathon in Ensingen noch einen draufgesetzt. An Tobias Sauters fabelhaften Streckenrekord von 1:13:54 Stunden aus dem vergangenen Jahr reicht Santruschek bei seinem Auftritt in Ensingen zwar nicht heran. Doch mit 1:14:41 Stunden läuft er sich einen Vorsprung von beinahe zehn Minuten auf Ralf Reidenbach (1:24:12 Stunden/Forum Gesundheit Sersheim) und Bart Czulak (1:24:53 Stunden/TSV Maulbronn) heraus. Von den teils mehrfach überrundeten übrigen Teilnehmern noch gar nicht zu reden. Die schnellste Frau auf der Strecke ist Sabine Arnold. Sie startet in der Altersklasse W 40 für den SV Horrheim und benötigt 1:43:35 Stunden für die 21,1 Kilometer. Für die Sicherheit und die Orientierung der Läufer sind zahlreiche Streckenposten abgestellt und viele Absperrbänder gespannt. Die Posten dienen nebenbei auch als Infostand und helfen gerne mal Radlern oder Reiterinnen weiter, die den Weg der Läufer queren wollen. Ist gerade niemand in Sicht, kann das Flatterband kurz angehoben werden. Nur mit der Zeitplanung hat sich einer der Posten gründlich verschätzt. „Ich hab hier um 18 Uhr Feierabend“, meint er zuversichtlich. Da hat er aber nicht mit der Einstellung mancher Halbmarathonläufer gerechnet. Die haben frühzeitig ihren Modus von „schnell ankommen“ auf „überhaupt ankommen“ umgestellt und traben eisern ihre Runden, wieder und wieder am Streckenposten vorbei. Und an den Getränkestationen werden gerne auch mal zwei Becher mitgenommen, einer zum trinken und einer zum duschen. Laufsieger Santruschek ist da längst unter der richtigen Dusche.

Rasant unterwegs sind einige Zehn-Kilometer-Läufer. Nach ihrem Sieg in Illingen ist Martina Giereth (Team Evaldo Mühlacker) auch in Ensingen die schnellste Frau in 44:19 Minuten. Schnellster Läufer im Zehner ist Markus Häcker von der TSG Heilbronn. Er braucht 35:50 Minuten. „Ich freue mich, wenn über die längeren Strecken die Gäste gewinnen“, sagt der Sprecher des Organisationsteams, Rainer Kienzle. „Wir haben hier eher eine Mittelstrecken-Domäne in Ensingen. Läufe von 800 bis 5000 Meter sind unser Ding.“ Doch auch im Zehner wird eine Ensinger Läuferin Zweite der Gesamtwertung und zugleich Stadtmeisterin. Jacqueline Brinkmann braucht 47:50 Minuten.

Über fünf Kilometer braucht Sven Kratochwil (Team AR Sport Asperg) 17:52 Minuten. Er nimmt den Lauf quasi zum Aufwärmen und läuft gleich anschließend beim Zehner auf Rang vier. Die Stadtmeisterschaft ist fest in Ensinger Hand. Auf den Plätzen zwei, vier und sechs der Gesamtwertung folgen drei Ensinger Läufer, die in der Vaihinger Wertung das gesamte Podest für sich beanspruchen – an ihrer Spitze Niklas Kienzle (18:54 Minuten). Svenja Groß (Stromberg-Gymnasium) gewinnt in 20:55 Minuten mit beinahe zwei Minuten Vorsprung die Frauenwertung und ist damit zugleich Stadtmeisterin.

Die Schülerläufe haben große Teilnehmerfelder, sind allerdings nicht ganz so stark besetzt wie im Vorjahr. Bei den Bambini gibt es weder Voranmeldung noch Zeitmessung. Aber Startnummern bekommt jeder Teilnehmer – jeder die Eins. Bei der Zielankunft warten gleich mehrere Helferinnen, die alle Hände voll zu tun haben, jedem Kind eine Medaille um den Hals zu hängen. Die Nachwuchsathleten strahlen. Auch Rainer Kienzle ist am Abend vollauf zufrieden. „Wir haben ein tolles Fest gehabt“, sagt er. „Vor einem Jahr im Regen war die Bewirtung schwierig. Dieses Mal sind alle noch hier geblieben. Dafür waren es gefühlt in jedem Lauf ein paar Teilnehmer weniger. Das ist aber hoffentlich kein Trend.“

Zufrieden sind auch viele Athleten. Jens Santruschek zum Beispiel, der sich über reibungslose Organisation und über die Streckenführung freut. „Wenn man allein zum Ort rausläuft, hat man Gegenwind und es geht leicht bergauf“, erinnert er sich an den einzigen Punkt, an dem auch er sich durchbeißen musste. Wilhelm Wetzel aus Korntal-Münchingen freut sich: „Meine drei Kinder sind in ihren Schülerläufen ganz vorne gelandet und ich habe im Zehner meine Altersklasse gewonnen. Mit den 20-Jährigen kann ich natürlich nicht mehr mithalten.“

Die vollständigen Ergebnislisten gibt es hier.

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