Schlussspurt kommt zu spät

HCME-Handballerinnen verlieren beim TSV Wiernsheim nach katastrophaler erster Halbzeit mit 27:29 (10:18)

Von Michael Nachreiner Erstellt: 13. März 2018
Schlussspurt kommt zu spät Lisa Böhmer (links) ist beim TSV Wiernsheim am Kreis kaum zu stoppen – auch nicht durch Carmen Bach (rechts). Foto: Nachreiner

Beinahe hätte es mit dem zweiten Saisonpunkt für die Handballerinnen des HC Metter-Enz in der Bezirksliga gereicht. Der Endspurt beim TSV Wiernsheim kam allerdings zu spät, so dass die Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen mit 27:29 (10:18) verloren. Die erste Halbzeit war allerdings fast ein handballerischer Offenbarungseid.

Wiernsheim. Im Kellerduell der Bezirksliga lag eigentlich der Druck eher auf Gastgeber TSV Wiernsheim. Der musste gewinnen, wollte er nicht schon vorzeitig alle Chancen auf den noch möglichen Klassenerhalt begraben. Doch mit dem Druck gingen die Wiernsheimerinnen gut um. In einer offensiven 6-0-Abwehr machten sie mit minimalem Aufwand die Passwege zu. Da es zudem keine Bewegung der Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen in der Offensive gab, wurden die Gäste dazu gezwungen, Pässe fast über die gesamte Spielfeldbreite zu spielen. Und die kamen in den seltensten Fällen an. Darüber hinaus unterliefen den HCME-Handballerinnen aber auch beim Kreuzen immer wieder einfache Fehlpässe. Das einzige, was im Angriff wirklich zuverlässig zu klappen schien, war das Anspiel auf Kreisläuferin Lisa Böhmer, die mit insgesamt acht Treffern auch die erfolgreichste Werferin in Wiernsheim war.

Darüber hinaus offenbarten sich in der Hintermannschaft der Gäste große Lücken. Oftmals kamen die Wiernsheimerinnen nach nur einer Körpertäuschung an ihren Gegenspielerinnen vorbei bis an den Kreis durch. „Stellenweise haben wir eine richtig gute Abwehr gespielt. Dann haben wir aber auch wieder komplett geschlafen“, analysiert Silvio Herzog, der den krank im Bett liegenden Trainer Korbinian Keul an der Seitenlinie vertrat. Die Wiernsheimerinnen gingen schnell mit 4:0 in Führung (6. Minute). Nach sechzehneinhalb Minuten stand es 10:4, zum Seitenwechsel 18:10 für die Gastgeberinnen. Dass die Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen nicht schon nach 30 Minuten chancenlos in Rückstand liegen, war zum einen den Wiernsheimerinnen zu verdanken. Denn auch sie waren nicht frei von Fehlern, leisteten sich Ballverluste und verwerteten nicht jede ihrer hochprozentigen Möglichkeiten. Zum anderen machte HCME-Torhüterin Sandra Huber den einen oder anderen Ball weg.

Von einem Aufbäumen der Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen war auch nach dem Seitenwechsel zunächst nichts zu spüren. Sie wirkten weiter lethargisch, zumal die Wiernsheimerinnen seit Ende der ersten Halbzeit Sophie-Celine Luncz in Manndeckung und die HCME-Denker- und Lenkerin somit praktisch aus dem Spiel genommen hatten. Die Wiernsheimerinnen verwalteten den Vorsprung geschickt. Mal zogen sie ein paar Tore weiter davon, mal kamen die Gäste um ein paar Treffer heran. Die Führung der Gastgeberinnen schrumpfte zunächst allerdings nie unter sieben Tore. Auch bei der Disqualifikation gegen Carmen Bach – die Wiernsheimerin hatte Simone Stauß beim Wurfversuch in einem Tempogegenstoß von hinten in den Arm gegriffen – lagen die Wiernsheimerinnen noch mit 24:16 vorne (46.).

Doch ohne den Turm im Mittelblock des TSV witterten die Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen noch einmal Morgenluft. Plötzlich kamen die Gäste im Angriff zu freien Würfen. „Gegen die Wiernsheimerinnen muss man nur stoßen. Es gehen immer zwei Abwehrspielerinnen auf die Ballführende drauf. Dadurch eröffnen sich Lücken“, berichtet Herzog und ergänzt: „Schade, dass wir das erst so spät realisiert haben.“ Vor allem Daniela Socke, die die ersten 45 Minuten komplett neben sich gestanden ist, drehte nun auf. Dazu stand nun auch die HCME-Abwehr beinahe bombenfest. In den letzten zehn Minuten ließen die Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen nur noch zwei Treffer zu. „Sandra hat zum Schluss auch richtig gut gehalten“, erklärt Herzog. „Davor ist sie aber auch mehr als ein Mal von ihrer Abwehr im Stich gelassen worden. Die Wiernsheimerinnen durften bis auf die Schlussphase machen, was sie wollten.“

Mit einem 7:1-Lauf in den letzten acht Minuten rissen die Gäste beinahe noch einmal das Ruder herum. Doch letztlich ging ihnen die Zeit aus. „Das war eine tolle Steigerung in der Abwehr wie im Angriff. Am Ende haben wir richtig gekämpft. Da war die Mannschaft auch wirklich eine Mannschaft“, lobt Herzog. Mit dieser Niederlage ist allerdings auch amtlich: Selbst wenn die Handballerinnen des HC Metter-Enz in der Bezirksliga ihre letzten fünf Saisonspiele allesamt gewinnen würden, sie könnten nur noch Vorletzter werden. Der Abstieg in die Bezirksklasse ist damit besiegelt – vor allem, da es aufgrund der Konstellation in der Landesliga vermutlich sogar drei Bezirksliga-Absteiger geben wird.

HC Metter-Enz: Sandra Huber, Jana Frank – Simone Stauß (6), Afroditi Kalaitzidou, Sina Pachner, Lisa Böhmer (8), Sophie-Celine Luncz (7/2), Daniela Socke (3), Kim Seizinger (1), Carolin Zucker, Alina Zimmer (2).

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