Oberriexingen hat wieder eine Torfrau

Janina Gagsch ist auf der Position ausgebildet. Im ersten Saisonspiel ist sie gleich gegen den HC Metter-Enz gefordert.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 24. September 2021
Oberriexingen hat wieder eine Torfrau Afroditi Kalaitzidou (Mitte) trifft mit dem TSV Oberriexingen auf den HC Metter-Enz. Foto: Leitner

Handball. Im vergangenen Herbst sind die Handballerinnen des TSV Oberriexingen besonders vorsichtig gewesen. Wegen der damals steigenden Inzidenzzahlen und der damit anwachsenden Gefahr einer Corona-Infektion sprachen sie sich sehr klar für die Aussetzung der Spiele aus. In diesem Jahr sind sie allerdings zuversichtlicher gestimmt. „Viele von den Mädels sind geimpft“, berichtet TSV-Trainer Hans Schuster. „Und wenn sich noch mehr impfen lassen, hoffe ich, dass wir nur noch regionale Hotspots bekommen, in denen die Corona-Lage kritisch ist, und nicht in ganz Baden-Württemberg oder ganz Deutschland. Deshalb denke ich, dass wir die Runde durchspielen können und dieses Mal mit einem blauen Auge davonkommen.“

Die Lage in Oberriexingen sieht allerdings nicht sonderlich rosig aus. „Aus dem Zwölfer-Kader der vergangenen Saison fehlen schon mal zwei Spielerinnen wegen Studium und Schwangerschaft“, erklärt Hans Schuster. Und auch seine Tochter Hannah Schuster absolviert aktuell noch ein Praktikum in Berlin und wird vorerst nicht zur Verfügung stehen. Allerdings haben sich die Oberriexinger Verantwortlichen entschieden, keine weibliche B-Jugend mehr zum Spielbetrieb zu melden, sondern die Spielerinnen bei den Frauen zu integrieren. „Im Training waren bisher jedoch immer nur so sechs Spielerinnen“, erzählt Hans Schuster. „Und weil es sich erst jetzt entscheidet, wer wo einen Studienplatz bekommt, habe ich noch nicht wirklich einen Überblick, wer dann wirklich für die Saison zur Verfügung steht. Außerdem haben alle jetzt fast ein Jahr lang was anderes gemacht. Da ist es fraglich, ob auch wieder jede Spielerin zum Handball findet.“ Eines steht aber jetzt schon fest: Die Oberriexingerinnen haben endlich eine ausgebildete Torfrau in ihren Reihen. Janina Gagsch ist von den B-Juniorinnen zu den Frauen aufgerückt.

Da die 16-jährige jetzt Teil der Mannschaft der Oberriexingerinnen ist, standen nach dem Restart direkt wieder Torabschlüsse auf dem Programm. „Wenn wir schon eine Torfrau im Aufgebot haben, dann sollte man sie auch trainieren“, berichtet Hans Schuster. Denn die Würfe bei den Frauen seien doch härter als bei den B-Jugendlichen. Überhaupt: „Werfen, Fangen und Laufen – das ist das, was Handball ausmacht“, erklärt der TSV-Übungsleiter. „Und es sind alles Bewegungen, die man auch so oder so ähnlich im Alltag mache.“

Der Restart war allerdings holprig. „Wir spielen ja nicht auf Bundesliganiveau. Deshalb haben die Mädels während des Lockdowns nicht so viel gemacht“, erzählt Hans Schuster. „Da haben sie zwei Mal geworfen und schon über Muskelkater geklagt. Oder nach kurzer Zeit hat jede nach einem Sauerstoffzelt geschrien. Aber Handballspielen ist ein bisschen wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht.“

Dennoch hätte sich Hans Schuster gerne einen Saisonstart erst Mitte Oktober gewünscht. „So werden wir jetzt ein bisschen ins kalte Wasser geworfen“, erklärt er. Und dann zum Auftakt an diesem Sonntag (14 Uhr) gleich im Derby gegen den HC Metter-Enz – in der Bezirksklasse Staffel 1, nachdem es die Kreisliga A nicht mehr gibt. „Von uns erwartet niemand etwas. Wir machen Freizeitsport und wollen uns einfach nur bewegen. Deshalb ist es egal, wie hoch man gewinnt oder verliert, wenn man vernünftig gespielt hat“, berichtet der Oberriexinger Trainer. „Und egal, wie gut die Gegner sind, es sind keine Überflieger.“

Dennoch erwartet Reiner Schoppel an diesem Sonntag (14 Uhr) einen Derbysieg vom HC Metter-Enz. „Da die Oberriexingerinnen in der letzten Saison nicht in unserer Klasse gespielt haben, kann ich sie schwer einschätzen“, erklärt der HCME-Trainer. „Es muss aber unser Anspruch sein zu gewinnen. Allerdings sind wir aus schmerzvoller Erfahrung gewarnt: Wenn wir einen Gegner unterschätzen, können wir jedes Spiel verlieren.“

Auch für die Vaihingerinnen und Großsachsenheimerinnen ist das Derby das erste Saisonspiel, nachdem der eigentliche Auftaktgegner, die HSG Neckar Freiberg/Benningen/Hoheneck II, am vergangenen Samstag nicht angetreten ist. Die zwei weiteren Trainingseinheiten haben die HCME-Handballerinnen für Athletik, das Einspielen und Abwehrmechanismen sowie für das Wiederholen der Spielzüge genutzt.

Etwas schade findet der HCME-Übungsleiter, dass aufgrund der Corona-Pandemie in Oberriexingen zurzeit keine Zuschauer erlaubt sind. Schoppel: „Dann müssen die Emotionen aus den Spielerinnen selbst und von der Bank kommen. Denn wir müssen auch im ersten Spiel schon da sein – mit der richtigen Einstellung und Körpersprache.“

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