„Ich dachte zuerst, das sei eine Fakenachricht“

Handballschiedsrichter Schwarz und Laufenberg schaffen Durchmarsch in A-Kader des württembergischen Verbands

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. Juli 2018
„Ich dachte zuerst, das sei eine  Fakenachricht“ Matthias Schwarz und Moritz Laufenberg werden in der neuen Saison Spiele der höchsten Liga in Württemberg, der Württembergliga, leiten. Foto: Nachreiner

Zum Schiedsrichterlehrgang im Winter waren Matthias Schwarz und Moritz Laufenberg nicht eingeladen. Für die beiden Unparteiischen war damit klar, „die Verantwortlichen lassen uns nach dem Aufstieg in den B-Kader in diesen Ligen leben. Wir genießen noch Welpenschutz“, sagt Schwarz. Am Ende sind die Handballschiedsrichter aber doch in den A-Kader aufgestiegen.

Vaihingen/Freiberg. Zum ersten Mal seit langer Zeit gibt es wieder ein Handballschiedsrichtergespann aus dem Bezirk Enz/Murr im A-Kader des Handball-Verbands Württemberg (HVW). Matthias Schwarz und Moritz Laufenberg sind aufgestiegen – für die beiden vollkommen überraschend. „Als das Ranking kurz vor dem Schiedsrichterlehrgang im Winter veröffentlicht wurde, waren wir noch Vorletzter“, berichtet Laufenberg. Bis Weihnachten sind der 23-jährige Freiberger und sein 29 Jahre alter Partner aus Vaihingen noch nicht einmal beobachtet worden. „Das hat uns gewundert. Denn es hat uns unserer Meinung nach die Chance genommen, überhaupt aufzusteigen. Bisher – so war unsere Überzeugung – sind nur Schiedsrichtergespanne aufgestiegen, die zum Halbzeitlehrgang im Winter eingeladen waren“, erklärt Laufenberg.

In der Rückrunde wurden der Freiberger und der Vaihinger dann doch das ein oder andere Mal beobachtet. „Und von der Punktzahl waren wir sogar noch besser als in der vergangenen Saison auf Bezirksliganiveau“, berichtet Laufenberg. Zehn Kategorien werden bewertet. Sieben Punkte ist dabei die Regelzahl. Wenn man nichts außergewöhnlich gut macht, aber auch nichts schlecht, sollte man mindestens auf 70 Punkte kommen. Man kann aber auch ab- oder überbewertet werden. „Und wir hatten bei keiner Beobachtung keine Sieben vorne stehen“, erzählt Schwarz.

Nach Hinrunde lagen Schwarz und Laufenberg noch auf dem vorletzten Platz des Schiedsrichterrankings

Dennoch kam die Mail, dass die beiden in den A-Kader aufgestiegen sind, überraschend. Sie dürfen nun bis zur Württembergliga Männer pfeifen. „Ich musste die Mail zwei Mal lesen. Ich dachte zuerst, das sei eine Fakenachricht“, berichtet Schwarz und ergänzt: „Denn, da wir im vergangenen Sommer erst frisch aufgestiegen waren, war unsere Prämisse, nicht abzusteigen.“

Vom vorletzten Platz nach der Hinrunde kletterten Schwarz und Laufenberg noch auf den vierten Rang. Damit schafften sie den Sprung in den nächsthöheren Kader. „Insgesamt gab es so 30 bis 40 Schiedsrichterteams in jedem Kader“, erklärt Schwarz. „In diesem Jahr sind vier Teams in den A-Kader aufgestiegen, vier sind in den Förderkader berufen worden, und zwei sind abgestiegen.“

Wohin die Reise noch gehen soll? Das wissen Schwarz und Laufenberg selbst nicht. „Schon jetzt der Aufstieg in die Württembergliga der Männer ist ein recht großer Schritt. Hier bekommen wir es mit ehemaligen Profis zu tun“, berichtet Laufenberg. „Bei der SG BBM Bietigheim steht beispielsweise Timo Salzer an der Seitenlinie, der viele Jahre für die Bietigheimer in der Bundesliga aktiv war.“ Zwei weitere Aufstiege – und die beiden würden Bundesliga pfeifen. „Das ist aber mit dem Beruf praktisch nicht mehr vereinbar“, erklärt Laufenberg, der am 2. Juli ein Studium zum gehobenen Polizeidienst anfängt.

Der Vaihinger und der Freiberger liebäugeln mit einem weiteren Aufstieg in Baden-Württemberg-Liga

Ein weiterer Aufstieg wäre aber schön. Die beiden würden dann in der Baden-Württemberg-Oberliga der Männer eingesetzt. „Damit liebäugelt man schon“, sagt Schwarz. „Aber je höher man kommt, desto weiter fährt man auch. Es ist jetzt schon so, dass manchmal ein ganzer Tag draufgeht. In der Regel sind meine Wochenenden verplant. Am einen Tag spiele ich selbst, am anderen pfeife ich. Da bleibt nicht viel vom Wochenende übrig.“ Fahrten zu Schiedsrichtereinsätzen führten die beiden schon jetzt bis nach Konstanz oder Feldkirch in Österreich, das aufgrund der besseren Verkehrsverbindungen in Deutschland am Spielbetrieb teilnimmt.

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