Der innere Schweinehund gewinnt oftmals

Die größte Schwäche von Mona Schray, Handballerin des TSV Oberriexingen, ist es, sich alleine für etwas zu motivieren, das ihr keinen Spaß macht. Aktuell absolviert die 18-jährige Rückraumspielerin die Prüfungen für die Fachholschulreife.

Erstellt: 20. Mai 2021
Der innere Schweinehund gewinnt oftmals Mona Schray (rechts) muss beim TSV Oberriexingen flexibel sein: Die 18-Jährige wird auf den Rückraumpositionen links und rechts sowie auf Rechtsaußen eingesetzt. Foto: Nachreiner

Vaihingen (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 26: Mona Schray (18). Ihr Trainer Hans Schuster setzt die Oberriexingerin beim Handball-A-Ligisten TSV Oberriexingen vor allem auf den Rückraumpositionen rechts und links, aber auch auf der rechten Außenbahn ein. „Da wir aber ein sehr kleiner Verein sein, müssen wir Spielerinnen flexibel sein, was die Positionen betrifft“, erzählt die 18-Jährige.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es soweit ganz gut.

Jetzt in der trainings- und wettkampffreien Phase: Wie halten Sie sich fit?

Dadurch, dass jetzt die Prüfungen für meine Fachhochschulreife starten, war ich sehr viel damit beschäftigt zu lernen. Da habe ich nicht viel Zeit für anderes, aber sonst versuche ich, mich mit Home-Workouts fitzuhalten. Da vermisse ich einfach den Teamsport, da das gleich viel mehr Spaß macht und motiviert.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Ich lerne sehr viel für die anstehenden Prüfungen. Ansonsten verfolge ich auch sehr gerne die Spiele in der Handball-Bundesliga. Ich hatte sowieso geplant, ein paar davon live zu sehen.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Die gemeinsamen Trainingseinheiten und Spiele mit der Mannschaft, mal wieder in die Halle gehen zu können, um ein Spiel von den Profis anzuschauen, und dass man sich mal wieder bedenkenlos mit Freunden und Familie treffen kann.

Wie sehen Sie die Entscheidung des Verbands, die Saison abzubrechen?

Natürlich finde ich es sehr schade, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Aber in der aktuellen Situation ist es das einzig Richtige. Ich glaube, gerade im Amateurbereich ist es auch sehr schwer, das Hygienekonzept so durchzuführen. Aktuell könnte ich mir auch gar nicht vorstellen, auf dem Spielfeld zu stehen und gegen andere Mannschaften zu spielen, ohne an mögliche Ansteckungen zu denken, da beim Handball Körperkontakt unvermeidbar ist.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen:Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

Ich weiß gar nicht mehr, wann das genau war – aber das war mit der Jugendmannschaft, als wir gegen den damaligen Tabellenersten gewonnen haben und dann zur Meisterschaft gefahren sind. Leider haben wir dort gleich das erste Spiel in der letzten Sekunde mit 10:11 verloren. Aber es war trotzdem ein sehr schönes Gefühl, soweit gekommen zu sein.

Und welches war das negative Highlight?

Es gibt beim TSV Oberriexingen im weiblichen Bereich ein großes Problem, das sich bei uns eigentlich durch alle Mannschaften durchzieht. Wir haben eigentlich immer sehr wenige Spielerinnen, so dass wir vor allem in den Jugendmannschaften sehr viele Partien in Unterzahl bestreiten mussten, während die Gegner dann oft zu siebt auf dem Feld standen. Aber in diesen Spielen haben wir immer noch mehr zusammengehalten und haben dann trotzdem einige Spiele für uns entschieden.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Ich habe schon gegen viele gute Spielerinnen gespielt – das kann ich so nicht sagen.

Welches ist Ihr sportliches Vorbild?

So ein richtiges Vorbild habe ich gar nicht. Ich bewundere alle, die professionell Handball spielen. Wenn ich früher mal bei den Profis zugeschaut habe, hat mich das immer motiviert weiterzumachen.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Ich denke, dass ich dann mit Fußball angefangen hätte. Das habe ich früher immer sehr gerne gespielt. Aber ich glaube, dass Fußball langfristig nichts für mich gewesen wäre. Da bin ich schon sehr froh, dass ich mit Handball angefangen habe.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein Boot, damit ich wieder zurückfahren kann, eine Hängematte zum Entspannen und mein Handy, um Musik zu hören, Bilder zu machen und mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Und was ist Ihre größte Schwäche?

Ich kann mich sehr schwer allein zu etwas motivieren, das mir keinen Spaß macht.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Zuerst würde ich mir ein eigenes Auto kaufen und ein bisschen shoppen gehen. Den Rest würde ich für später sparen.

Unabhängig von Geld: Welchen Wunsch würden Sie sich gerne einmal erfüllen?

Ich finde es sehr schön und spannend, verschiedene Länder zu bereisen. Ein sehr großer Traum von mir ist es, einmal auf die Malediven zu fliegen.

Welchen Prominenten würden Sie gerne einmal kennenlernen?

Manuel Neuer – ich finde es sehr bewundernswert, wie ruhig er auch in engen Situationen bleibt und dass er jetzt schon seit sehr vielen Jahren auf Weltklasse-Niveau spielt.

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

„Der TSV Oberriexingen steigt auf“.

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