„Bei 15 minus drei Mann weiß jeder, dass er gebraucht wird“

Beim HC Metter-Enz geht Trainer Harald Deuß schon mit dezimiertem Kader in Bezirksklassse-Saison

Von Ralph Küppers Erstellt: 14. September 2018
„Bei 15 minus drei Mann weiß jeder, dass er gebraucht wird“ Mit Eugen Kulakovskij (rechts), der im Pokalspiel bei vier Siebenmetern ohne Fehlwurf blieb, startet der HC Metter-Enz morgen in Schwieberdingen in die Saison. Foto: Nachreiner

Für den HC Metter-Enz beginnt die Handballsaison in der Bezirksklasse mit einem Gastspiel bei der HSG Strohgäu. Vor dem Spiel am Samstagabend in Schwieberdingen ist HCME-Trainer Harald Deuß vorsichtig optimistisch: „Wenn wir nicht gleich eine Quittung für unsere schlechte Trainingsbeteiligung bekommen, ist ein Mittelfeldplatz in der Liga realistisch.“

Vaihingen/Großsachsenheim. Schon vor dem ersten Kräftemessen am Samstag um 20 Uhr in der Felsenberghalle hat sich Harald Deuß von dem Ziel verabschiedet, das er sich mit dem HC Metter-Enz ursprünglich für dieses Jahr gesetzt hatte. „Den Wiederaufstieg in die Bezirksliga streben wir nicht mehr an“, sagt der Übungsleiter der Handballer aus Vaihingen und Großsachsenheim. „Denn es zeichnet sich ab, dass es nach der Saison einen erheblichen Umbruch geben wird.“ Fünf, sechs Mann hätten angedeutet, nach Rundenabschluss im nächsten Frühjahr die Handballschuhe an den Nagel hängen zu wollen. „Wenn so viele erfahrene Spieler aufhören, wäre eine junge Mannschaft in der Bezirksliga überfordert“, sagt Deuß. Gleichzeitig spricht er aber von einer „Luxusposition“, schon vor Saisonbeginn für die Zeit nach dem Umbruch planen zu können. „Wir sind schon jetzt dabei, Spieler, die schon länger aktiv sind, an Führungsaufgaben heranzuführen“, sagt er. „Und sportlich ist unser Ziel, möglichst schnell den Klassenerhalt zu sichern. Ab dem Moment wollen wir junge Spieler einbauen, die sich dann ohne Druck in Ruhe entwickeln sollen.“

Während Deuß mit viel Vorlaufzeit schon für die nächste Saison planen kann, ist er mit der Vorbereitung auf die morgen beginnende Runde nur eingeschränkt zufrieden. „Es gab eine durchwachsene Trainingsbeteiligung“, sagt er. „In der Quantität war sie nicht zufriedenstellend. In der Qualität war sie gut. Das heißt, dass die Jungs richtig gut mitgezogen haben, die da waren.“ Um deren Zahl möglichst zu erhöhen, gab es auch mal eine deutliche Aussprache. „Dabei konnte sich jeder selbst Ziele setzen“, berichtet der Trainer. „Und auch wer verletzt ist, kann sich trotzdem der Mannschaft zeigen und meistens auch Übungen machen, die für ihn geeignet sind.“ Das klappte so, dass Deuß sich nach Abschluss der Vorbereitung noch nicht ganz am Ziel sieht.

„Weiter arbeiten müssen wir noch an der Feinabstimmung in der Abwehr“, sagt der HCME-Trainer. „Im Angriff sind es Spielhandlungen und vor allem der Torabschluss. Das zieht sich durch, seit ich da bin. Da gibt es alte Automatismen, und die zu ändern, ist eine Geduldsfrage.“ Immerhin habe man mit der Vorbereitung schon im Juni angefangen und auch während der Sommerferien fast immer eine Halle zur Verfügung gehabt. „Die Zeit, als wir weder in Sachsenheim noch in Vaihingen in eine Halle konnten, ist fast komplett mit unseren zehn Tagen Trainingspause zusammengefallen“, berichtet Deuß. Und wer konsequent da war, habe auch im athletischen Bereich den Stand erreicht, der zu Saisonbeginn wünschenswert sei.

Es gibt einige Veränderungen am Mannschaftskader. Tim Kußerow ist weggezogen, Lasse Junger ist bis Januar im Auslandssemester und Sebastian Decker hat beruflich bedingt aufgehört. Felix Gschwend könnte aus Zeitgründen in die zweite Mannschaft wechseln, Julian Geiger fällt immer wieder verletzt aus. Aktuell kommen als Verletzte Konstantin Weber, Marco Würl und Alistair Thiedicke dazu. „Bei 15 minus drei Mann weiß jeder, dass er gebraucht wird“, sagt Deuß. Auf der anderen Seite kehren mit Alexander Weber nach seinem Kreuzbandriss und Marc Hille nach seinem Ausflug zur Bietigheimer A-Jugend zwei alte Bekannte wieder ins Team zurück.

Zum ersten Gegner der Saison weiß der Übungsleiter des HCME nur, dass sich die HSG Strohgäu personell verstärkt hat. „Über das Spielsystem kann ich aber nichts sagen. Rechnen muss ich mit allem von der defensivsten bis zur offensivsten Abwehr. Der Trainer ist ein Kumpel von mir“, sagt Deuß.

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