Als Schiedsrichter lernt man fürs Leben

Konzentrationsfähigkeit, Entscheidungen treffen sind Attribute, die man sich aneignet

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. Juli 2018
Als Schiedsrichter lernt man fürs Leben Constantin und Alexander Weber (von links) werden besonders gefördert. Foto: Nachreiner

Kleinsachsenheim. „Als Schiedsrichter hat man eine ganz andere Sicht auf das Spielgeschehen. Auch die Kommunikation ist auf einer ganz anderen Ebene. Und man weiß, dass ohne einen das Spiel nicht stattfinden könnte“, erklärt Alexander Weber. Der 21 Jahre alte Kleinsachsenheimer ist mit seinem eineiigen Zwillingsbruder Constantin Weber gerade in den Föderkader des Handball-Verbands Württemberg (HVW) berufen worden. „Dieser Kader wird öfter beobachtet. Das heißt, die Jungschiedsrichter bekommen noch mehr Rückmeldung. Das ist eine besondere Chance“, sagt Matthias Schwarz, der Sportliche Leiter des HC Metter-Enz, für den die Zwillinge im Einsatz sind. Aktuell dürfen Alexander und Constantin Weber bis Landesliga Männer und bis Württembergliga Frauen pfeifen.

Bereits mit 16 Jahren leiteten die Brüder zum ersten Mal eine Handballpartie. „Unser Vater Klaus Weber ist schon seit Jahren Schiedsrichter. Irgendwann kam jemand aus dem Verein auf uns zu und fragte, ob wir nicht in seine Fußstapfen treten wollten“, berichtet Alexander Weber. Und die beiden wollten. Dass sie Brüder sind, kam ihnen dabei etwas entgegen. „Das macht es etwas einfacher, da man sich versteht und weiß, wie der jeweils andere tickt“, erklärt Constantin Weber. Manchmal ist es aber auch etwas kontraproduktiv. „Das Feedback untereinander ist oft direkter, weil man zusammen aufgewachsen ist“, ergänzt der Kleinsachsenheimer.

Es ist aber auch eine Menge Idealismus vonnöten, um sich ehrenamtlich als Schiedsrichter zu engagieren. „Als Student ist es auch ein nettes finanzielles Zubrot“, sagt Alexander Weber. Und Constantin Weber ergänzt: „Wegen des Geldes macht es jedoch keiner.“ Zu groß sei dann doch der Zeitaufwand. „Schüler und Studenten können sich ihr Taschengeld aber gut aufbessern. Pfeift man zwei oder drei Mal im Monat, kann man das locker verdoppeln“, erklärt Schwarz.

Der größte Vorteil sei aber die Persönlichkeitsentwicklung. „Man ist ständig geistig gefordert. Die Aufmerksamkeit und Konzentration müssen immer hoch sein“, berichtet Alexander Weber. Außerdem müsse man Verantwortung tragen sowie Entscheidungen treffen. Und auch im späteren Berufsleben kann es einem einen Vorteil verschaffen. „Ich weiß aus der eigenen Erfahrung als Geschäftsführer einer Kindertagesstätte: Man schaut darauf, was ein Bewerber in seiner Freizeit macht. Und Schiedsrichter kommt definitiv besser, als wenn man Werbeblättchen austrägt“, erklärt Schwarz.

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