Tor mit Seltenheitswert vom Anstoß weg

Maximilian Walther bringt SGM Hohenhaslach/Freudental mit seinem Treffer in der 46. Minute gegen SV Walheim vorentscheidend in Führung

Von Ralph Küppers Erstellt: 3. Dezember 2018
Tor mit Seltenheitswert vom Anstoß weg SGM-Kapitän Maximilian Walther bejubelt seinen sehenswerten Treffer beim Anstoß nach der Halbzeitpause. Den Zwei-Tore-Rückstand zu drehen, gelang dem SV Walheim nicht mehr.   Foto: Küppers

Der Höhepunkt des Spiels dauert nur ein paar Sekunden. Nach dem Seitenwechsel lässt Maximilian Walther den Ball beim Anstoß von Volkan Akdeniz antippen und zieht dann von der Mittellinie ab – das Leder landet unerreichbar hinter Gästetorwart Michael Schäfter zur 2:0-Führung im Netz. Die SGM Hohenhaslach/Freudental jubelt, die Walheimer Spieler stehen wie versteinert. Am Ende gewinnt die SGM mit 2:1 (1:0).

Hohenhaslach. Torschüsse von der Mittellinie gehören nicht zu den Standard-Trainingsinhalten bei Daniel Nissan, bestätigt Maximilian Walther. „Das habe ich mir eher von Stefan Hellwig abgeschaut“, berichtet er lachend. „Der hat das öfter mal gemacht.“ Und der Treffer von Kapitän Walther war gestern Gold wert für die Gastgeber auf dem Hohenhaslacher Kunstrasenplatz. Sie hatten in der ersten Halbzeit das 1:0 vorgelegt. Nach einem Angriff über die Außenbahn wurde Dardan Marashi angespielt und zog ab. Schon in der 7. Spielminute zappelte der Ball im rechten Eck. „Das war überragend“, schwärmt sein Trainer. „Und er hat mit seinem schwachen linken Fuß geschossen.“ Danach allerdings änderte sich am Spielstand in der kampfbetonten Partie vorläufig nichts. Bis Walther bei Wiederanpfiff alle überraschte.

Die SGM Hohenhaslach/Freudental war von mehreren Ausfällen geplagt in die Partie gegangen. Das intensiv geführte Spiel machte die Situation nicht besser. Schon kurz vor dem Seitenwechsel musste Stefan Hellwig nach starkem Auftritt seinen Platz an Volkan Akdeniz abgeben. Schüsse von Michael van Welzen, Dardan Marashi und Timo Dierolf gingen nur knapp am Tor vorbei. Timo Dierolf setzte auch in der 50. Minute das Leder nur knapp neben den Pfosten. Im Gegenzug schien vor dem Tor der Hohenhaslacher die Situation eigentlich geklärt. Doch ein Schuss aus der zweiten Reihe beförderte das Leder wieder mitten in den Strafraum. Dort kam Joannis Theodoridis als Erster an den Ball, und auch wenn drei Verteidiger auf ihn zurutschten und Torwart Philipp Kummer sich streckte – der Anschlusstreffer in der 51. Minute war nicht zu verhindern.

Auf der anderen Seite gab es genügend Möglichkeiten, den Abstand wieder auszubauen. Allerdings handelte es sich mit fortschreitendem Spielverlauf eher um Konter. „Am Ende hatten wir auch nicht mehr die Mittel, um nachzulegen“, sagt Nissan, für dessen Team es in erster Linie galt, den Sieg über die Zeit zu retten. Die war allerdings noch lange, und wegen zahlreicher Spielunterbrechungen verordnete Schiedsrichter Niko Reger in beiden Halbzeiten völlig zurecht jeweils sechs Minuten Nachspielzeit. Ein Freistoß aus 22 Metern fand in der 55. Minute zu Van Welzen, dessen Schuss der Gästetorwart nur noch mit etwas Glück abwehrte. In Bedrängnis geriet Michael Schäfter allerdings auch, als er einen Rückpass von Moritz Winkler nicht mehr erreichte und von Glück sagen konnte, dass kein Angreifer in Reichweite war. Die Ecke wurde allerdings – wie alle anderen hüben und drüben – nicht verwertet. Auch nicht, als in der 81. Minute der Ball dann nach dem Versuch eines Befreiungsschlags erneut im Hohenhaslacher Strafraum landete und nur ganz knapp am Tor vorbei geköpft wurde. Gästetorwart Schäfter lenkte einen Angriff von Dardan Marashi mit dem Fuß am Tor vorbei, sein Kollege Kummer musste im Gegenzug die Hand nehmen, um das Leder übers Tor zu leiten.

Nach einem Foul an Marashi, bei dem der Getroffene mehrere Meter weit durch die Luft flog, kam es zu einer Rudelbildung unmittelbar vor dem Anhang der Gastgeber. Winkler, der seinen Gegenspieler auf unfaire Weise gestoppt hatte, bekam hierfür seine zweite Verwarnung, sah Gelb-Rot und konnte duschen gehen. Weil auch der SGM-Trainer aufs Spielfeld gekommen war, wurde Nissan vom Schiedsrichter hinter die Bande verwiesen. „Völlig zurecht“, gibt er zu. „Aber wenn einer meiner Spieler so gefoult wird, kann ich nicht ruhig bleiben.“ Der Platzverweis und der nicht gewinnbringend genutzte Freistoß waren in der 88. Minute. Auch die üppige Nachspielzeit, die der Unparteiische erneut minimal verlängerte, weil die Gastgeber sich viel Zeit ließen, verstrich mit Chancen, aber ohne Änderungen am Ergebnis. Als nach einem letzten Schuss Gästetorwart Schäfter mit Hechtsprung und Faustabwehr das mögliche 3:1 der SGM verhinderte, folgte umgehend der Schlusspfiff. „Es war eine der besten kämpferischen Leistungen, die wir gezeigt haben“, fasst Nissan zusammen. „Dieses Mal war wirklich einer für den anderen da.“ Und das sei angesichts der Ausfälle umso wichtiger gewesen.

SGM Hohenhaslach/Freudental: Philipp Kummer – Casim Susuri, Benjamin Hellwig, Adrian Kurz, Maximilian Walther (79. Marcus Paul Walther), Michael van Welzen (67. Tobias Hellwig), Dardan Marashi, Stefan Hellwig (45.+3 Volkan Akdeniz), Rainer Lederer, Timo Dierolf, Mario Dierolf.
SV Walheim: Michael Schäfter – Moritz Winkler, Aaron Dietrich, Kudret Yilmaz (66. Kai Müller), Nuri-Deniz Akpinar, Robin Prüller, Dominik Weigel, Timo Frey, Joannis Theodoridis, Thomas Schneider (66. Chris Linkenheil), Patrick Kempf.
Tore: 1:0 Dardan Marashi (7.), 2:0 Maximilian Walther (46.), 2:1 Joannis Theodoridis (51.).
Platzverweise: Gelb-Rote Karte (88.) Moritz Winkler (SV Walheim) wegen wiederholten Foulspiels.
Besondere Vorkommnisse: Maximilian Walther schießt den Ball direkt vom Anspiel ins Gästetor (46.).
Spieler des Tages: Maximilian Walther (SGM Hohenhaslach/Freudental).
Schiedsrichter: Niko Reger (VfL Sindelfingen).
Zuschauer: 70.

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