Spieler nehmen Herausforderungen an

Stengel vergibt bei Roßwag/Mühlhausen keine Stammplätze und macht sich im Training nicht immer Freunde – Lohn ist Titel in B 7

Von Michael Nachreiner Erstellt: 13. Juni 2019
Spieler nehmen Herausforderungen an Da ist das Ding: Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden feiert Kapitän Benjamin Hiller (Zweiter von links) den Wimpel für den TItelgewinn in der Kreisliga B 7. Foto: Leitner

Die SGM Roßwag/Mühlhausen ist die beste Heim-, die beste Auswärts- und die beste Rückrundenmannschaft in der Fußball-Kreisliga B 7 gewesen. Die logische Konsequenz: Das Team von Trainer Ulli Stengel wurde vier Spieltage vor Saisonende Meister. Den Grundstein dafür haben die Roßwager und Mühlhausener vor der Saison und in der Wintervorbereitung gelegt.

Roßwag/Mühlhausen. Mit Tim Zipperle und Felix Dieterich, Matus Frantal, Michael Theilmann sowie Clemens Rinderknecht hatte die SGM Roßwag/Mühlhausen fünf Zugänge im vergangenen Sommer. „Wir haben den Kader qualitativ, aber auch quantitativ verbessert“, berichtet SGM-Trainer Ulli Stengel. Und alle haben eingeschlagen – nicht nur sportlich. „Ich habe selten eine solche Gruppe erlebt, die charakterlich so einwandfrei ist. Da schaut kaum einer auf seinen Eigennutz. Es gab sogar Spieler, die freiwillig gesagt haben, dass sie in der zweiten Mannschaft auflaufen, bevor sie in der ersten 80 Minuten auf der Bank sitzen“, erklärt der Übungsleiter.

Dazu hat er die Losung ausgegeben: Es ist kein Spieler gesetzt, aufgestellt wird die Mannschaft nach der Trainingsleistung. Das hat den Konkurrenzkampf innerhalb des Teams enorm angeheizt. Die Roßwager und Mühlhausener haben sich gegenseitig gepuscht. „Dazu kam, dass der Start sensationell war. Mit dem 3:0 gegen den FV Markgröningen haben wir gleich mal eine Duftmarke gesetzt“, erinnert sich Stengel.

Bis Ende Oktober mussten die Roßwager und Mühlhausener nur gegen den TSV Großglattbach beim 2:2 Punkte liegen lassen. Ebenso wie der VfB Vaihingen, der bis auf das 3:3 beim SV Horrheim ebenfalls von Sieg zu Sieg eilte. „Es lief alles auf ein Endspiel zum Hinrundenabschluss gegen die Vaihinger hinaus“, berichtet Stengel. „Doch die Jungs waren zu früh mit ihren Gedanken beim VfB. Prompt haben wir im November gegen die vermeintlich leichteren Gegner gepatzt.“ Gegen den TSV Phönix Lomersheim II kamen die Roßwager und Mühlhausener nicht über ein 1:1 hinaus. Bei der SGM Hohenhaslach/Freudental II setzte es ein 1:3. Nach dem 0:0 in Vaihingen haben wir dann auch noch in Markgröningen mit 0:2 verloren.

„Im Nachhinein waren das aber Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe diese Negativerlebnisse immer wieder in Erinnerung gerufen, so die Euphorie gebremst und die Jungs wieder auf den Boden zurückgeholt“, erklärt Stengel. Das hat die Roßwager und Mühlhausener noch einmal motiviert. „In der Wintervorbereitung waren unsere Möglichkeiten zwar begrenzt, weil wir nur auf dem Ausweichplatz in Roßwag trainiert haben. Deshalb lag der Schwerpunkt im konditionellen Bereich. Und damit macht man sich als Trainer bekanntlich keine Freunde“, erzählt der SGM-Trainer. Dennoch haben die Spieler mitgezogen.

Im Jahr 2019 gaben sie bis zum letzten Saisonspieltag keinen Punkt ab. Erst gegen den VfB Vaihingen, der bis zu diesem Zeitpunkt aber schon alle Aufstiegschancen verspielt hatte, mussten sie ein 3:3-Unentschieden hinnehmen. Dabei war spielerisch bei den Roßwagern und Mühlhausenern nicht immer alles Gold, was glänzte. Stengel: „Spielerisch war es nicht immer berauschend. Oft hat die Ruhe am Ball gefehlt, wenn wir in den Rücken der Abwehr gekommen sind oder der finale Pass war zu ungenau.“

Dennoch fuhren die Roßwager und Mühlhausener auch drei Punkte ein, wenn sie es vielleicht mal nicht verdient gehabt hätten wie in Horrheim oder in Großglattbach. „Das ist aber auch ein bisschen Kopfsache. Zwei Jahre ist die SGM im grauen Mittelmaß herumgedümpelt. Da war auch die Bereitschaft, sich wirklich weiterzuentwickeln nicht so da. Und dann steht man ganz oben. Das ist eine Drucksituation. Da hat ab und zu die Leichtigkeit gefehlt“, berichtet Stengel.

Er konnte sich aber immer auf die Abwehr verlassen, die mit nur 23 Gegentoren den besten Wert in der Liga aufweist. Stengel: „Es war klar: Wenn wir hinten gut stehen, haben wir immer die Chance auf einen Sieg“, erklärt der Übungsleiter.

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