Sersheim schnuppert am Sieg gegen Markgröningen

VfR hätte nach Seitenwechsel Sack zumachen können, hat aber auch Glück, dass FVM Ball nicht im Tor unterbringt

Von Michael Nachreiner Erstellt: 11. Juni 2019
Sersheim schnuppert am Sieg gegen  Markgröningen Sersheims Selim Yaman (von links) behauptet den Ball gegen Josua Steffan und Florian Prager, da Letzterer ein Luftloch schlägt. Foto: Nachreiner

Der VfR Sersheim hat zum Saisonabschluss beim 1:1 (0:0) gegen den FV Markgröningen noch einmal bewiesen, warum die Mannschaft von Trainer Francesco Antonaci das drittbeste Rückrundenteam der Fußball-Kreisliga B 7 ist. Die Sersheimer schnupperten gegen den FVM am Sieg, weil die Gäste den Ball nicht ins Tor brachten.

Sersheim. Die Markgröninger Spieler und Fans waren fast am Verzweifeln. Chance um Chance spielten sie sich gegen den VfR Sersheim heraus. Doch der Ball wollte nicht über die Linie. Entweder die Mannschaft von Trainer Achim Lehmann zielte zu ungenau. Oder aber VfR-Torwart Johannes Neher stand im Weg. „Wir hätten schon zur Pause eigentlich mit 5:0, aber mindestens mit 1:0 oder 2:0 führen Müssen“, hadert zum Beispiel FVM-Schlussmann Mark Vetter. Doch Vincenzo Tamburrinos Schuss frei vor Neher ging weit drüber (16. Minute). Raphael Haberstock köpfte am langen Pfosten blank stehend daneben (21.). Walter Vins, der den Angriff selbst einleitete, scheitere an Neher (26.). Und Haberstock traf nur das Außennetz (28.). „Heute stand uns kein Sechser zur Verfügung. Und da Fabian Walz ziemlich früh von Krämpfen geplagt wurde, nahm ich ihn runter und löste damit praktisch die Innenverteidigung auf, weil ich unseren Kapitän Marvin Wamsler auf die Sechs vorgezogen habe“, begründet Sersheims Spielleiter Marc Uhlich, der den im Urlaub befindlichen Trainer Francesco Antonaci an der Seitenlinie vertrat, warum die Defensive des VfR in der ersten Halbzeit nicht immer ganz sattelfest war.

Beinahe wurden die Markgröninger für das Auslassen der Chancen aber schon in der ersten Halbzeit bestraft. In der 45. Minute steckte Julian Riedel den Ball auf Marcel Haas durch. Doch der verzog aus halbrechter Position knapp. Das böse Erwachen kam für die Markgröninger dann direkt nach dem Seitenwechsel. Dominik Vetter blockte einen Pass von Urim Ismajli im eigenen Strafraum. Doch der Ball kam zum Sersheimer Innenverteidiger zurück. Und der zog aus halblinker Position ab und nagelte das Spielgerät ins kurze Eck unter die Latte (52.).

Die 15 bis 20 Minuten nach Wiederanpfiff waren die stärkste Phase der Gastgeber. Zwei Minuten davor schlenzte Emre Eren den Ball mit dem Außenrist knapp am langen Pfosten vorbei (50.). Und fünf Minuten nach dem Führungstreffer drosch Julian Riedel das Spielgerät nach einem Querpass von Fabian Antoni, der mit klugen Pässen immer wieder dafür sorgte, dass die Markgröninger Defensive ausgehebelt wurde, in den wolkenlosen Himmel (57.). Die beste Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen hatte aber Norbert-Martin Schöpp. Nach einem langen Diagonalpass von Antoni überlief Riedel den herausstürmenden FVM-Torwart Mark Vetter. Im Strafraum der Gäste brachte Fabian Bamberg den Sersheimer Stürmer dann zu Fall. Für den fälligen Elfmeter hatte sich Wamsler den Ball zurechtgelegt, als seine Mitspieler insistierten, dass Schöpp schießen solle – für ihn war es das letzte Spiel im VfR-Dress. Doch der Innenverteidiger scheiterte an Mark Vetter (60.). Eigentlich sogar zwei Mal. Denn er musste den Strafstoß wiederholen, nachdem Schiedsrichter Massimo Sapia den ersten Versuch noch nicht freigegeben hatte. Wiederum nur zwei Minuten später rettete Mark Vetter an der Strafraumgrenze gegenSelim Yaman und Riedel. Und den Nachschuss setzte Riedel neben den Pfosten (62.).

Doch mit zunehmender Spielzeit bekamen die Markgröninger das Geschehen auf dem Platz wieder unter Kontrolle. Fast jede Flanke, die in den Sersheimer Strafraum segelte, barg Gefahr. Doch wieder waren die Gäste zu ungenau wie beispielsweise Albert Bajrami, der am Elfmeterpunkt völlig blank eine Ecke über die Latte köpft (67.). Oder die Sersheimer bekamen noch irgendwie einen Fuß dazwischen wie beispielsweise Marco Palascino, der am kurzen Pfosten eine Hereingabe vor Bajrami zur Ecke klärt (71.). Oder aber Neher war zur Stelle. In der 82. Minute fischte er zum Beispiel einen Schlenzer von Bajrami aus dem Winkel. Nur ein Mal musste sich der Sersheimer Schlussmann geschlagen geben. Vins hatte mit einer Körpertäuschung zwei Abwehrspieler verladen und den Ball dann mit links an den rechten Innenpfosten geschossen, von wo er ins Tor ging (68.).

Doch auch die Sersheimer hatten noch den Führungstreffer auf dem Fuß. Nachdem Antoni Yaman lang geschickt hatte, vertendelte der Sersheimer Flügelspieler den Ball beim Versuch, das Spielgerät querzulegen, fast schon. Doch irgendwie kam das runde Leder zu Andre Egenlauf. Dessen Schuss aus zehn Metern ging aber knapp daneben (78.).

Damit bleibt der FV Markgröningen das einzige Team, das in der Rückrunde ohne Niederlage blieb. Aus 14 Spielen holte die Mannschaft von Trainer Lehmann 36 Punkte und sicherte sich noch das Ticket für die Aufstiegsrelegation. Die Sersheimer sind aber hinter der SGM Roßwag/Mühlhausen und dem FV Markgröningen das drittbeste Rückrundenteam der Kreisliga B 7. „Nächstes Jahr geht es drum. Da wollen wir aufsteigen“, schickt VfR-Spielleiter Uhlich schon einmal eine Kampfansage an die Konkurrenz.

VfR Sersheim: Johannes Neher – Marco Palascino, Urim Ismajli, Marvin Wamsler, Marcel Haas, Fabian Walz (18. Norbert-Martin Schöpp), Julius Kablys, Selim Yaman, Fabian Antoni, Emre Eren (72. Andre Egenlauf), Julian Riedel (65. Ali Hussein Jalal Al Hahsimi).
FV Markgröningen: Mark Vetter – Florian Prager, Fabian Bamberg, Dominik Vetter, Sebastian Bernert, Josua Steffan, Walter Vins, Zeljko Kablinovic (8. Benjamin Weidner), Marcel Engelhardt (46. Albert Bajrami), Raphael Haberstock (63. Dominik Bajrami), Vincenzo Tamburrino (74. Benjamin Mistele).
Tore: 1:0 Urim Ismajli (52.), 1:1 Walter Vins (68.).
Besondere Vorkommnisse: (60.) Mark Vetter (FV Markgröningen) hält Foulelfmeter von Norbert-Martin Schöpp (VfR Sersheim).
Spieler des Tages: Johannes Neher, Fabian Antoni (beide VfR Sersheim).
Schiedsrichter: Massimo Sapia.
Zuschauer: 75.

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