Rafael Krupop: „Das war ein gebrauchter Tag“

Gündelbach macht es Großglattbach beim 1:5 relativ einfach und vergibt die eigenen Chancen fast kläglich

Von Michael Nachreiner Erstellt: 15. April 2019
Rafael Krupop:  „Das war ein gebrauchter Tag“ Gündelbachs Waldemar Grinko (rechts) – hier im Laufduell mit Großglattbachs Axel Weidner – war umtriebig, blieb aber glücklos. Foto: Nachreiner

Die Spieler des FC Gündelbach konnten sich bei Falk Zeeh bedanken, dass sie nicht mit einer richtigen Packung vom TSV Großglattbach abgefertigt wurden. Der FCG-Torhüter verhinderte vor allem in der Schlussphase den einen oder anderen weiteren Gegentreffer. Schon so war das 1:5 der Gastgeber in der Fußball-Kreisliga B 7 relativ deftig.

Gündelbach. Rafael Krupop stand sinnbildlich für seine Mannschaftskameraden. Egal, was der Spielertrainer des FC Gündelbach beim 1:5 (1:2) gegen den TSV Großglattbach versuchte, meist wurde es mit einem Fluch quittiert. „Es hat nichts funktioniert. In der Abwehr haben wir uns inkonsequent verhalten. Und vorne haben wir noch nicht einmal die Chancen reingemacht, die uns die Großglattbacher geschenkt haben. Das war ein gebrauchter Tag“, ärgerte er sich. Sein Gegenüber, Martin Kern, quittierte den Sieg dagegen mit einem zufriedenen Lächeln. „Obwohl heute einige wichtige Spieler gefehlt haben, war es klasse, wie wir unsere Tore rausgespielt haben. Das war Bilderbuchfußball.“

Beim ersten Treffer überlief Lukas Werner nach einem langen Einwurf Robin Bahnmaier auf der Außenbahn. Fast von der Torauslinie brachte der Großglattbacher Rechstverteidiger dann den Ball vor den Kasten von FCG-Torhüter Falk Zeeh, wo Tom Hecht das Spielgerät nur noch über die Linie drücken musste (17. Minute). Auch das 2:0 wurde über die rechte Seite eingeleitet. Nachdem Tim Ullrich gerade noch einen Einwurf verhindert hatte, ging es schnell. Yussuf Jannan tanzte einen Gündelbacher Innenverteidiger aus, leitete weiter auf Lukas Werner, der Zeit hatte, Marvin Prohaska am langen Pfosten anzuspielen. Und der hatte keine Mühe, den Ball ins lange Eck zu schieben (36.).

Nach dem Seitenwechsel setzte Hecht eine Flanke von Patrick Beisser volley in die Maschen (52.). Beim vierten Großglattbacher Treffer brachte wieder Beisser den Ball lang diagonal vor das Tor. Nachdem zwei Gündelbacher am Spielgerät vorbeigeschlagen hatten, sagte dahinter Prohaska Danke und schob ein (75.). Und beim Schlusspunkt tauchte Tobias Baisch nach einer Kombination frei vor Zeeh auf. Mit seinem ersten Schuss scheiterte der Großglattbacher noch am FCG-Schlussmann, bekam aber das Spielgerät zurück, das er dann pratisch über die Linie trug (89.). „Die Großglattbacher haben uns bestimmt nicht an die Wand gespielt. Aber sie haben fast jeden aussichtsreichen Angriff konsequent zu Ende gespielt“, zollt auch Krupop den Gästen Respekt.

Und die Gastgeber hätten noch nachlegen können. Doch Tobias Baisch’ Schuss ging knapp daneben (39.). Bei einem Schuss von Prohaska, nachdem Zeeh einen Versuch von Jakob Nabrotzki nach vorne abklatschen ließ, verkürzte der Schlussmann geschickt den Winkel (59.). Zwei Minuten später spielte er bei einem Schuss von Jannan gut mit. Und bei der anschließenden Ecke half der Außenpfosten, den Prohaska traf (61.). Und in der 86. Minute riskierte Zeeh gegen Jannan Kopf und Kragen, ließ sich aber zu weit aus dem Kasten ziehen. Doch ein Gündelbacher blockte den Schuss von Baisch auf das verwaiste Gehäuse. „Was noch fehlt, ist, dass wir auch aus Standards mehr Gefahr entwickeln“, moniert Kern.

Doch so viele Chancen die Großglattbacher auch hatten, es war kein Spiel auf ein Tor. Die Gündelbacher tauchten fast ebenso häufig vor dem Kasten von TSV-Schlussmann Nathanael Wenzler auf. Doch nur ein Mal brachten sie den Ball über die Linie. Einen Freistoß von Waldemar Grinko aus dem Halbfeld bekam die Großglattbacher Hintermannschaft nicht aus der Gefahrenzone. Christian Staiber legte den Ball dann für Constantin Dobros auf, der ihn ins kurze Eck schob (44.).

Besonders gefährlich waren die Gastgeber aber nach dem ersten Gegentor. Innerhalb von gut 60 Sekunden liefen sie zwei Mal einen Konter. Doch beide Male zielte Waldemar Grinko über das Tor (26. und 27.). „Nach unserem 1:0 sind wir etwas etwas geschwommen. Da hat man gemerkt, dass stellenweise etwas die Erfahrung fehlt. Heute hatten wir aber die jüngste Abwehr in dieser Saison auf dem Platz. Lukas Werner, Benjamin Folk, Matteo Kazenmaier und Patrick Beisser sind alle 18 oder 19 Jahre alt“, berichtet Kern. Nach dem 1:3 hatten die Gündelbacher die vielleicht beste Gelegenheit. Im direkten Gegenzug steckte Krupop den Ball auf Ullrich durch, der zurück auf Ajeti legte. Doch beim Schuss des FCG-Kapitäns war Wenzler auf dem Posten (53.). „Da hätte Tim eigentlich selbst abschließen sollen“, erklärt Krupop. Und in der 63. Minute zirkelte Bahnmaier einen Freistoß an die Latte.

FC Gündelbach: Falk Zeeh – Constantin Dobros, Christian Staiber (83. Marco Bahnmaier), Andreas Brett, Robin Bahnmaier, Waldemar Grinko, Alexander Maier, Rafael Krupop (81. Hajriz Bajraktari), Tim Ullrich (86. Ismail Ibrahim Nuh), Juri Grinko, Pajtim Ajeti (68. Daniel Grinko).
TSV Großglattbach: Nathanael Wenzler – Lukas Werner, Matteo Kazenmaier (64. Tobias Baisch), Benjamin Folk, Patrick Beisser, Philipp Rank, Axel Weidner, Jakob Nabrotzki, Yussuf Jannan (89. Marcus Kugler), Tom Hecht, Marvin Prohaska (83. Roman Schäfer).
Tore: 0:1 Tom Hecht (17.), 0:2 Marvin Prohaska (36.), 1:2 Constantin Dobros (44.), 1:3 Tom Hecht (52.), 1:4 Marvin Prohaska (75.), 1:5 Tobias Baisch (89.).
Spieler des Tages: Jakobn Nabrotzki (TSV Großglattbach).
Schiedsrichter: Oliver Österle.
Zuschauer: 30.

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