Ohne Sky-Go geht Mäule nicht aus dem Haus

Selbst auf einer einsamen Insel könnte der Innenverteidiger des Fußball-A-Ligisten SGM Riexingen, der davon träumt, ein Spiel der englischen Premier League live im Stadion zu sehen, auf den Streamingdienst eines Pay-TV-Anbieters nicht verzichten.

Erstellt: 8. April 2021
Ohne Sky-Go geht Mäule nicht aus dem Haus Kompromisslos interpretiert Tobias Mäule (rechts), der vor Iptingens Bastian Werthwein klärt, seine Rolle als Innenverteidiger. Foto: Leitner

Vaihingen (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 20: Tobias Mäule (31), variabel einsetzbarerer Verteidiger beim Fußball-A-Ligisten SGM Riexingen. „Aktuell bin ich Innenverteidiger. Ich habe aber auch schon auf der Sechser-Position oder Außenverteidiger gespielt, wenn dort Not am Mann war. Mit den Jahren haben wir hier aber durchaus schnellere Leute aus der Jugend. Deshalb koordiniere ich lieber hinten aus dem Zentrum mit meiner Erfahrung“, erklärt der Unterriexinger.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es den aktuellen Umständen entsprechend gut. Ich kann mich nicht beschweren. Da haben andere momentan sicherlich mehr mit der Situation um Beruf, Schule und Gesundheit zu kämpfen.

Jetzt in der trainings- und spielfreien Phase:
Wie halten Sie sich fit?

Ich gehe regelmäßig draußen Joggen oder Fahrradfahren. Das braucht mein Körper einfach zum Ausgleich. Außerdem starten wir Fußballer jeden Donnerstagabend ein Online-Workout über die Videokonferenz-Software Zoom.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Das geht von Klassikern wie spazieren gehen oder gemeinsam kochen mit meiner Freundin bis hin zu ausgefallenen Ideen. Wir haben zum Beispiel mal online ein Pub-Quiz unter Freunden organisiert, bei dem wir den Gewinn über knapp 600 Euro an einen wohltätigen Zweck gespendet haben. Außerdem bin ich im letzten Jahr Onkel geworden. Die freie Zeit verbringe ich auch gerne bei meiner Nichte.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Neben dem Fußball vor allem uneingeschränkt Freunde zu treffen und Feste, Konzerte und so weiter zu besuchen.

Blicken wir auf die bisher in dieser Saison absolvierten Wettkämpfe/auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Für uns hätte es kaum besser laufen können. Sowohl in der Kreisliga B 7 mit der Reserve als auch in der A 3 mit der ersten Mannschaft belegen wir den zweiten Platz. Das sind optimale Ausgangspositionen. Im Bezirkspokal stehen wir mit der ersten Vertretung im Viertelfinale. Aber auch generell ist die Stimmung im Team und die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer Roman Kasiar super.

Was lief nicht so gut?

Wir hätten uns natürlich alle gewünscht, dass wir weiter Fußball hätten spielen dürfen. Die ständigen Unterbrechungen, Unsicherheiten und Einschränkungen im Trainings- und Spielbetrieb zehrten an den Nerven.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Die beiden Stammvereine der SGM, der TSV Oberriexingen und der TSV Unterriexingen, haben sich den Gegebenheiten immer schnell angepasst. So haben wir passende Hygienekonzepte erstellt und konnten dadurch – wenn auch nur eingeschränkt – unserem geliebten Sport nachgehen. Den ehrenamtlichen Mitgliedern kann man da nur danken. Auch alle Spieler der SGM Riexingen haben da immer super mitgezogen, ohne zu bruddeln. Das ist nicht selbstverständlich.

Haben Sie noch die Hoffnung, dass die Saison
zu Ende gespielt wird?

Um ehrlich zu sein, nein. So leid es mir auch tut, aber das hat mit den aktuellen Umständen auch keinen Sinn. Abgesehen davon hatten wir Ende Oktober 2020 unser bisher letztes Spiel. Hier nach einem halben Jahr von einer runden Saison zu sprechen, passt meiner Meinung nicht. Viele Umstände haben sich inzwischen geändert – und der ganze Flow, den eine Saison auch ausmacht und Mannschaften charakterisiert, ist komplett weg.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen: Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

Ganz klar meine erste Meisterschaft mit dem TSV Unterriexingen in der Saison 2010/2011. Ich war damals noch nicht lange bei den Aktiven dabei, aber wir hatten ein mega Team – und die Meisterfeier war unvergesslich.

Und welches war das negative Highlight?

Der Abstieg Saison 2013/2014 in die Kreisliga B nach der 1:3-Niederlage in der Verlängerung im Relegationsspiel gegen den TSV Enzweihingen. Ich hatte noch den Treffer zum Ausgleich kurz vor Abpfiff gemacht und wurde dann später bitter für einen Fehler in der Abwehr bestraft.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

In der C-Jugend hatten wir mal ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart. Da sind wir, glaube ich, nicht ein Mal über die Mittellinie gekommen. Endergebnis: 0:24. Wir haben keine Sonne gesehen, da die Nachwuchsspieler des VfB Stuttgart unglaublich schnell, passsicher und gnadenlos waren.

Es heißt: Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau und hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Wer ist bei Ihnen verantwortlich, dass Sie sportlich so erfolgreich sind?

Mich motivieren jeden Tag aufs Neue die ganzen Jungs und Betreuer aus meinem Verein. Ganz besonders die, die seit Tag eins an meiner Seite sind. Das macht einfach Spaß, man kann allen blind vertrauen und hat schon einige Höhen und Tiefen zusammen durchgemacht. Der Erfolg kommt dann ganz von selbst.

Welches ist Ihr sportliches Vorbild?

Claudio Pizarro – der Peruaner ist ein super Fußballer, strahlt auf und neben dem Platz positive Energie aus und unterstützt gemeinnützige Organisationen.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Ich glaube, dann hätte ich mich mehr mit dem Skateboarden auseinandergesetzt. Es hat mich schon immer fasziniert, was man damit alles anstellen kann und was es zum sozialen Zusammenleben beiträgt.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meine Freundin – ohne sie geht’s nicht. Mein Handy – für den Streamingdienst Sky-Go eines Pay-TV-Anbieters. Und die Badehose – zum Abkühlen im Wasser (lacht).

Wie charakterisiert Sie Ihre Familie oder Freunde?

Freundlich, offen, ehrlich, durchgedreht, hilfsbereit, unternehmungslustig.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Beim Kabinenfest gehen, ohne Tschüss zu sagen.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Die Feuerstelle am Vereinsheim in Unterriexingen neu bauen, ein riesiges Fest organisieren, und für den Rest würden mir sicher noch ein paar wichtige Dinge einfallen.

Unabhängig von Geld: Welchen Wunsch würden Sie sich gerne einmal erfüllen?

In einem ausverkauften Stadion in der englischen Premier League zuschauen. Die Atmosphäre dort ist einzigartig – alleine schon, wenn man im TV sieht, wie es abgeht, wenn ein Tor fällt.

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

„SGM Riexingen gewinnt den Bezirkspokal“ und „Jens Märkle zum Fußballgott gekrönt“.

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