Karussell dreht sich um Riet und Sersheim

In der Fußball-Kreisliga A 3 gibt es die meisten Wechsel am Strudelbach und an der Metter. Mit Denis Rommel wechselt einer der besten Torhüter der Liga vom SVR zum VfR. Weggang von David Jovanovic nach Häfnerhaslach schmerzt in Riet am meisten.

Von Michael Nachreiner und Ralph Küppers Erstellt: 4. Juli 2020
Karussell dreht sich um Riet und Sersheim Torwart Denis Rommel hat im März zum letzten Mal das Gehäuse des SV Riet behütet. Künftig spielt er für den Aufsteiger VfR Sersheim. Foto: Küppers

Vaihingen. Da die außerordentlichen Verbandstage der drei baden-württembergischen Verände, des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV), des Badischen Fußball-Verbands (BFV) und des Südbadischen Fußball-Verbands (SBFV), vor rund zwei Wochen beschlossen haben, dass die Saison 2019/2020 zum 30. Juni dieses Jahres beendet worden ist, ändert sich in diesem Sommer an der Wechselperiode nichts. Wer sich einen neuen Verein suchte, musste sich bis zum 30. Juni, also bis Dienstagabend in dieser Woche bei seinem bisherigen Club abgemeldet haben.

Bei den Vereinen der Kreisliga A 3 in der Region Vaihingen hat sich aber nicht allzu viel getan. Viele Teams setzen auf den Nachwuchs und integrieren Spieler aus der eigenen Jugend. Lediglich der SV Riet und der Rückkehrer VfR Sersheim waren auf dem Transfermarkt etwas aktiver.

TSV Nussdorf

Vor der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison 2019/2020 hat Spielertrainer Sinan Yilmaz zwar ordentlich tiefgestapelt. Wegen der vielen Rückkehrer vom SV Riet sie die Nussdorfer Mannschaft zwar in der Breite sehr gut aufgestellt. In der Spitze könnte es aber eng werden. Der Verlauf der Runde hat den Übungsleiter, der das Team zusammen mit Johannes Wizemann und Sascha Kerkez betreut, dann ein bisschen widerlegt. Zum Zeitpunkt der Aussetzung des Spielbetriebs lagen die Nussdorfer klar auf Kurs Aufstiegsrelegation. Das bestätigte auch die Wertung mit der Quotientenregelung. Kaufen kann sich die Mannschaft aus dem Hardtwäldle für Platz zwei allerdings nicht, da die Relegation in diesem Jahr nicht ausgespielt wird. Ein neuer Angriff auf den Sprung in die Bezirksliga soll in der neuen Saison folgen. „Eine Übermannschaft wie in dieser Runde der TASV Hessigheim oder früher der SV Riet oder Croatia Bietigheim wird es in der neuen Spielzeit eher nicht geben“, ist sich Wizemann sicher. „Und da es auch keinen Bezirksliga-Absteiger gibt, zählen wir uns selbst auf jeden Fall zum Kreis der Mannschaften, die ganz oben mit dabei sein wollen.“ Die Zuversicht hat auch einen Grund. Es gab nur minimale Änderungen im Kader des TSV Nussdorf. Damit gehen Yilmaz, Wizemann und Kerkez mit einer Truppe in die neue Saison, die eingespielt ist und die genau weiß, worauf es ankommt, um erfolgreich zu sein.

Zugänge: Lukas Strobel (TSV Ensingen), David Grözinger, Philipp Strasser (beide eigene A-Junioren).
Abgänge: Marc Schwab (TSV Enzweihingen).

TSV Häfnerhaslach

Nichts Neues auf dem Heiligenberg: Lediglich David Jovanovic kehrt vom SV Riet nach Häfnerhaslach zurück. „Eigentlich dachte ich, das Thema wäre endgültig erledigt, als er vor fünf oder sechs Jahren nach Riet gewechselt ist“, erklärt Spielleiter Reiner Schneider. „Doch er hat sich wieder bei einigen Spielern gemeldet, dass er gerne wieder zu uns zurückkommen würde.“ Mit seinem Anliegen trat er mehr oder weniger offene Türen ein. Einen Spieler wie Jovanovic weist mn auch nicht unbedingt ab. „Er ist ein Allrounder und kann alles spielen. Bei uns hat er als Mittelstürmer angefangen und am Ende letzter Mann oder Außenverteidiger gespielt“, berichtet Schneider. „In Riet stand er dann sogar mal im Tor.“

Zugänge: David Jovanovic (SV Riet).
Abgänge: Keine.

SGM Riexingen

Die SGM Riexingen hat zu Beginn der vergangenen Saison einige Probleme gehabt. Die Mannschaft musste sich erst einmal an das System des neuen Trainers Andreas Müller gewöhnen. Obwohl die Riexinger im Verlauf der Spielzeit die Kurve gekriegt haben und sich bis zur Aussetzung des Spielbetriebs bis auf den vierten Platz mit Anschluss an den Aufstiegsrelegationsrang vorgearbeitet haben, gehen die SGM und Trainer Müller schon wieder getrennte Wege. Der Aufwand allein für die Fahrt aus Neckarsulm zu den Trainingseinheiten und Spielen war letztlich ausschlaggebend, dass sich beide Seiten Gedanken gemacht haben. Ein Nachfolger ist zwar noch nicht gefunden. Er wird aber auch wieder viel Qualität im Kader vorfinden. Mittelfeldregisseur Marco Kolder kehrt nach nur einer Saison beim TSV Asperg zurück zur SGM. „Er möchte wieder mit seinen Kumpels zusammenspielen. Wir haben hier noch eine große Kameradschaft. Davon profitieren wir“, erklärt Spielleiter Jens Märkle. Außerdem werden gleich neun A-Junioren den Konkurrenzkampf anheizen. Märkle: „Der ein oder ander ist nicht chancenlos, gleich auch mal in der ersten Mannschaft zu spielen. Viel wird vom Trainingseifer abhängen.“

Zugänge: Marco Kolder (TSV Asperg), Peter Mann, Adnan Tiras, Albin Berisha, Justin Zelch, Kai Volkert, Luca Volkert, Lukas Fröschle, Paul Espenner, Richard Peter (alle eigene A-Junioren).
Abgänge: Andreas Müller (Trainer/unbekannt), Luis Buchenroth (GSV Hemmingen).

TSV Kleinglattbach

Kleinglattbachs Trainer Klaus Arnold kann praktisch auf den gesamten Stamm des Kaders aus der vergangenen Saison bauen. Lediglich Niklas Götz, der in der Defensive auf einer der Außenbahnen unter Arnold gesetzt war, fehlt beruflich bedingt die Hinrunde. „Dass er uns bis zur Winterpause nicht zur Verfügung steht, ist besser als hintenraus. Das sind vielleicht nur drei Monate. Denn man weiß ja nicht wirklich, wann es mit den Punktspielen losgeht“, berichtet Arnold. „Und dann weiß auch noch keiner, wie der Spielplan aussehen wird.“

Auf der anderen Seite bekommt der Kleinglattbacher Übungsleiter auch einen bezirksliga-erfahrenen Spieler hinzu: Tim Blessing. „Er wurde in Löchgau ausgebildet, ist also ein richtig guter Spieler. Er soll unsere Defensive im Zentrum verstärken – ob in der Viererkette oder davor, ist allerdings nicht raus“, berichtet Arnold.

Zugänge: Tim Blessing (FV Löchgau II), Dennis Führer (pausiert), Justin Trostel, Jan Leitner (beide eigene A-Junioren).
Abgänge: Niklas Götz (TSG Esslingen/bis zur Winterpause), Fabien Weisser (unbekannt).

SV Illingen

Der SV Illingen ist so etwas wie die Nummer eins, was die Jugendarbeit in der Region Vaihingen angeht. Schon in den vergangenen Jahren hat Tobias Häfner einige Jugendspieler zu Leistungsträgern in der ersten Mannschaft aufgebaut. In diesem Sommer kommen nun gleich sechs A-Junioren zu den Aktiven. „Sie sollen allerdings langsam aufgebaut werden“, nimmt Nicola Corrado, der Sportliche Leiter des SVI, jeglichen Druck den den Nachwuchsspielern. Qualität bringen sie aber alle mit. „Der ein oder andere Nachwuchsspieler war bei unseren Nachbarvereinen heiß begehrt“, berichtet Corrado. Besonders stolz ist er darauf, dass alle dieser A-Jugendlichen Illinger sind, „die seit den Bambini beim SVI spielen“, erklärt der Sportliche Leiter und ergänzt: „Wir haben auch gar nicht nach externen Zugängen gesucht. Denn wir können nicht immer sagen, wir vertrauen der Jugend und setzen den Nachwuchsspielern dann immer wieder auswärtige Spieler vor die Nase.“

Den sechs A-Junioren stehen aber auch vier Abgänge gegenüber. Und vor allem der Weggang von Chris Keller und Joschka Heugel, die sich wieder ihrem Heimatverein TSV Phönix Lomersheim anschließen, tun weh. „Das sind zwei junge, technisch starke und schnelle Spieler. Da geht uns Einiges an Qualität verloren. Die beiden werden uns fehlen“, erklärt Corrado.

Zugänge: Tom Teßmann, Tom Lindauer, Colin Mitschelen, Andre Schnitz, Salvatore Grillo, Luca Corrado (alle eigene A-Junioren), Sedat Yilmaz (Trainer/vereinslos).
Abgänge: Chris Keller, Joschka Heugel (beide TSV Phönix Lomersheim), Stefan Senftleben (SGM Roßwag/Mühlhausen II), Michael Schmid (VfR Sersheim), Tobias Häfner (Trainer/unbekannt).

SV Iptingen

Trainer Martin Weeber hat beim SV Iptingen nicht allzu viel über Zu- und Abgänge zu vermelden. Mit Sebastian Stoklossa, Lukas Braun, Philipp Bielesch und Marco Jaggy werden gleich vier Mann dem Verein den Rücken kehren. „Vielleicht nochmal einer aus der ersten Mannschaft“, sagt Weeber. „Das ist aber noch nicht sicher.“ Außerdem seien zwei Verstärkungen für die Reserve in Aussicht. Unterm Strich sind es auf dem Zwergberg etwas weniger Kicker als zuletzt. „Wir haben dann keine Luxussituation mehr“, sagt Weeber. „Es ist dann so wie bei vielen anderen sowieso schon. Aber viel spannender ist die Frage, wie viele Spieler bei uns und anderen Vereinen urlaubsbedingt fehlen, wenn sie im Herbst endlich wieder Urlaub haben.“

Zugänge: Keine.
Abgänge: Sebastian Stoklossa (Auslandssemester), Lukas Braun (Umzug), Philipp Bielesch, Marco Jaggy (beide Laufbahnende)..

SV Riet

Der SV Riet verliert in diesem Sommer zwei weitere Identifikationsfiguren, die unweigerlich mit den erfolgreichsten Zeiten des SVR, die im Aufstieg in die Bezirksliga gipfelten, verbunden sind. Torwart Denis Rommel wechselt zum VfR Sersheim. Und Mannschaftskapitän und Allrounder David Jovanovic geht zum TSV Häfnerhaslach zurück. „Dass Denis geht, ist für uns ein ziemlicher Verlust. Er ist einer der besten Torhüter in der Kreisliga A 3“, erklärt SVR-Spielertrainer Björn Kachel, fügt aber gleich hinzu: „Wir bekommen dafür mit Csaba Juhasz einen ganz jungen und ambitionierten Schlussmann dazu. Ich gehe davon aus, dass er eine gute Entwicklung nehmen wird.“ Fast noch mehr schmerzt sogar der Abgang von David Jovanovic. „Er war eine wichtige Säule bei uns im Verein und hinterlässt ein Loch“, berichtet Rommel. „Zum einen hat er die Kapitänsbinde getragen. Zum anderen hat er viel im Verein gemacht. Er war zum Beispiel Abteilungsleiter, hat sich um den Platz gekümmert und auch im Hintergrund viel Organisatorisches erledigt.“ Die Rieter bekommen mit Adam Juhasz, Vincenzo Tutino und Konstantinos Michailidis drei Führungsspieler hinzu, die in ihren bisherigen Vereinen immer Stammspieler und Stützen ihrer Mannschaften waren.

Zugänge: Adam Juhasz (NK Croatia Bietigheim), Csaba Juhasz (VfB Vaihingen), Vincenzo Tutino, Konstantinos Michailidis (beide SpVgg Besigheim).
Abgänge: Denis Rommel (VfR Sersheim), Marcel Rähmer (TSV Enzweihingen), David Jovanovic (TSV Häfnerhaslach).

SGM Hohenhaslach/Freudental

„Jugend forsch(t)“ – unter diesem Titel könnte man die Personalentscheidungen bei der SGM Hohenhaslach/Freudental in diesem Sommer beschreiben. Aus den eigenen A-Junioren kommen gleich acht Spieler zu den Aktiven. Darüber hinaus wechseln aus der A-Jugend des FV Löchgau zwei weitere Akteure zur SGM. „Es kommen nicht nur jetzt, sondern auch in den nächsten Jahren viele richtig gute Fußballer aus der Jugend raus. Wir haben gerade starke Jahrgänge“, berichtet Spielleiter Philipp Kummer. Und die Nachwuchsspieler wollen sich bestimmt nicht mit der Rolle der zweiten Geige zufrieden geben. „Die Karten werden komplett neu gemischt. Die Jungs sind heiß darauf, bei den Aktiven zu starten“, erklärt Kummer. Und Konkurrenzkampf sei immer zu begrüßen. „Es ist gut, wenn frischer Wind reinkommt“, sagt der Spielleiter der SGM. Allerdings werden die bisherigen Platzhirsche ihren Platz nicht so einfach hergeben, ist er sich sicher. Kummer: „Während der eine oder andere wahrscheinlich sofort den Sprung in die erste Mannschaft schaffen wird, werden andere vielleicht etwas länger brauchen, um sich an die A-Klasse zu gewöhnen.“

Zugänge: Antonio Marini, Hendrik Steinecke, Enrique Schebesta, Felix Fausel, Robin Mezger, Joshua Merkle, Alexander Gerhard Deppert, Julian Aleksic (alle eigene A-Junioren), Jonas Neuffer, Liborio Crosta (beide FV Löchgau A-Junioren).
Abgänge: Robin Dravic (FV Löchgau III).

SGM Roßwag/Mühlhausen

Für die SGM Roßwag/Mühlhausen soll die nächste Fußballsaison besser verlaufen als die vergangene. Dennoch sahen die Verantwortlichen um Trainer Ulli Stengel keinen Grund, offensiv auf die Suche nach Verstärkungen zu gehen. „Man hat sich in den vergangenen Monaten auch nicht automatisch gesehen“, sagt Stengel mit Blick auf die Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie. „Das war alles nicht so prickelnd. Aber wir hatten auch keinen Zwang, uns zu verstärken. Das geht bei uns kontiunierlich wie immer.“ Verlassen wird kein Spieler aus dem aktuellen Kader die Spielgemeinschaft aus dem Enztal. Stefan Senftleben wird nach seinem Ausflug zum SV Illingen wieder zur SGM zurückkehren. „Er wird im nächsten Jahr ein Haus bauen, aber da sein“, sagt Stengel. Neben Defensivmann Senftleben kommt aus der A-Jugend Julian Gayer als Verstärkung für die Offensive zu den Aktiven. „Beide werden uns weiterbringen“, sagt der Übungsleiter. „Wir werden in der Breite stärker.“

Besonders freut er sich auch über die Rückkehr von Steffen Kramer. „Er ist nach einem Jahr Verletzungspause wieder da“, sagt Stengel. Der SGM-Torwart hatte sich beim Vaihinger Stadtpokal vor einem Jahr einen Achillessehnenriss zugezogen.

Zugänge: Stefan Senftleben (SV Illingen), Julian Gayer (eigene A-Junioren).
Abgänge: Keine.

VfR Sersheim

Eitel Sonnenschein herrscht bei den Fußballern des VfR Sersheim. Dank Saisonabbruch sicher in die Kreisliga A 3 aufgestiegen, hat sich die Mannschaft nach den Zugängen der vergangenen Saison erneut verstärkt. Mit Denis Rommel stößt vom SV Riet ein weiterer starker Torwart zum Team. „Johannes Neher bleibt bei uns“, sagt VfR-Trainer Francesco Antonaci über seinen bewährten Schlussmann, der mit einem Vereinswechsel geliebäugelt hatte. Mit Tim Striegel aus dem Bezirksligateam des FV Löchgau kommt ein Flügelspieler fürs linke Mittelfeld nach Sersheim, mit Jan Pach von der SGM Sachsenheim ein Verteidiger. Antonaci: „Er ist zwei Meter groß, da spielt er am besten Innenverteidiger.“ Mit Michael Schmidt kehrt vom SV Illingen ein alter Bekannter an die Metter zurück. Und Sandro Aprigliano, der nach seinem Wechsel vom SV Riet zunächst noch pausieren musste, wird ebenfalls wieder ins Geschehen eingreifen.

„Wir haben uns gezielt Leute für die entsprechenden Positionen gesucht“, verrät der VfR-Trainer. „Jetzt sind wir fast überall doppelt besetzt, so dass es einen Konkurrenzkampf geben wird.“ Auch Antonaci selbst agiert künftig im Team. „Ich wollte einen Mann an meiner Seite, damit ich auch mal ein bisschen kürzer treten kann“, sagt er. Eric Schmidtke, schon bisher als Co-Trainer eingesetzt, wird künftig einer von zwei Übungsleitern des Sersheimer Teams sein. Antonaci: „Er hat schon Oberliga gespielt und ist taktisch sehr gut. Da kann ich auch noch was lernen. Und taktisch haben wir eine sehr ähnlich Auffassung.“

Zugänge: Tim Stiegler (FV Löchgau), Denis Rommel (SV Riet), Jan Pach (pausiert/TSV Kleinsachsenheim), Michael Schmidt (SV Illingen).
Abgänge: Keine.

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