Ensingen rüstet ganz schön auf

Mit Tobias Häfner und Marco Schröder kommen zwei Spieler in den Forchenwald zurück, die mindestens Landesliga-Erfahrung mitbringen. Der Enzweihinger Enes Gür erhält beim TASV Hessigheim die Chance auf die Bezirksliga.

Von Michael Nachreiner und Ralph Küppers Erstellt: 4. Juli 2020
Ensingen rüstet ganz schön auf Waldemar Grinko (rechts) wird seine Allrounderqualität zuküntig für den TSV Enzweihingen in die Waagschale werfen. Foto: Nachreiner

Vaihingen. Am vergangenen Mittwoch hat die Wechselperiode des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) ganz normal begonnen. Wer sich also einen neuen Verein suchte, musste sich bis zum 30. Juni bei seinem bisherigen Club abgemeldet haben.

Obwohl es keinen Absteiger aus der Kreisliga A 3 gibt, wird es in der Fußball-Kreisliga B 7 ein Hauen und Stechen um die Aufstiegsplätze geben – das scheint schon jetzt klar zu sein. Ganz oben auf der Liste der Titelanwärter steht der diesjährige Zweitplatzierte SV Horrheim, der das Ziel Rückkehr in die A 3 schon seit einigen Jahren verfolgt. Der große Vorteil des SVH: Trainer Sergej Hilgenberg kann auf ein eingespieltes sowohl junges und hungriges Team zurückgreifen. Allerdings gibt er auch zu bedenken: „Das halbe Jahr, in dem wir durch den Corona-Lockdown keine Pflichtspiele und auch sonst keinen Wettkampf hatten, wäre gut gewesen für die Entwicklung der Jungs. Es hätte sie noch einmal bedeutend weitergebracht.“ Doch auch so ist Hilgenberg zuversichtlich für die neue Saison.

Die Konkurrenz schläft aber nicht. Der TSV Ensingen hat beispielsweise mit Tobias Häfner und Marco Schröder aufgerüstet, die beide mindestens Landesliga-Erfahrung mitbringen. Entsprechend fröhlich ist TSV-Trainer Siegfried Blum. „Tobi ist ein gebürtiger Ensinger und kommt jetzt zurück zu seinem Heimatverein“, sagt Blum. „Er kann zentral von der Sechs bis zur Zehn alles spielen und ist in der Liga nicht zu toppen.“ Auch Schröder ist ein Rückkehrer. „Er ist ein Mittelstürmer, ein reiner Neuner“, sagt sein Übungsleiter. „Er hat in den Bezirksligamannschaften von Lomersheim und Schwieberdingen, dann auch beim Landesligisten Germania Bietigheim seine Qualität unter Beweis gestellt.“ Weitere Verstärkung kommt in Person von Michael Trautwein von A-Ligist GSV Höpfigheim, der als Verteidiger Stabilität geben soll. Ergänzt werden die Wechsel durch drei Zugänge aus Jugendmannschaften. Die Talentschmiede des FV Löchgau verliert Robin Carta an den TSV Ensingen. „Er ist 18 geworden und ist ein ganz vielseitiger Spieler, eher offensiv auf der Außenbahn“, sagt Blum. „Und er hat einen unglaublich guten linken Fuß. Außerdem ist er körperlich robust und bringt uns sicher weiter.“ Mit Torwart Lukas Lohfink und dem Offensivspieler Paul Kopp werden zudem zwei Akteure aus der eigenen A-Jugend, die schon öfter bei den Aktiven gespielt haben, endgültig ins Team integriert.

Blum ist überzeugt, dass es in Ensingen in der neuen Saison nicht nur von der individuellen Stärke her passt. „In den letzten fünf, sechs Wochen habe ich hier schon gute Kameradschaft und Teamgeist gesehen“, sagt er. „Da müsste ich mich arg täuschen, wenn das keine gute Mannschaft ergibt.“ Verlassen werden den TSV Ensingen die beiden Auricher Daniel Heyd und Christian Vogel. Lukas Strobel, der vom TSV Nussdorf kam, wird dorthin zurückkehren. Und Michael Schmid will als werdender Vater den Sport hintenan stellen.

„Ich würde sofort unterschreiben, wenn wir und die Ensinger in der neuen Runde um den ersten Platz spielen würden“, erklärt SVH-Trainer Hilgenberg. „Aber zumindest wir haben bis dahin noch einen langen Weg vor uns. Wir sollten aber wieder um die Spitzenplätze mitspielen. Der FV Markgröningen hat sich in der abgelaufenen Saison allerdings unter Wert verkauft. Und auch der TSV Enzweihingen und der VfB Vaihingen werden bestimmt wieder stark sein.“

Die Enzweihinger bekommen zwar mit Marcel Rähmer, Waldemar Grinko und Marc Schwab drei Spieler dazu, die auf viel Erfahrung zurückgreifen können. Immerhin waren sie in ihren bisherigen Vereinen meist Führungsspieler. Allerdings verliert das Team von Trainer Xhavit Halilaj auch drei wichtige Säulen: Qendrim Emini, Enes Gür und Fatih Arslan. Vor allem den beiden Letzteren trauern die Verantwortlichen hinterher, galten sie doch als so etwas wie die Zukunft des TSV Enzweihingen, da beide noch sehr jung sind und „aus dem eigenen Stall kamen“, erklärt Spielleiter Sebastian Sabo. „Enes bekommt von unserem ehemaligen Trainer Rico Scheurich, zu dem er immer noch ein sehr gutes Verhältnis hat, beim TASV Hessigheim in der Bezirksliga eine Chance. Und Fatih will mal etwas Anderes probieren und mit seinen Kumpels zusammenspielen, von denen einige in der neuen Saison bei TKSZ Ludwigsburg auflaufen werden.“ Der Abgang von Arslan macht allerdings den Plänen der Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung, mit zwei herausragenden Stürmern antreten zu können. „Eigentlich war die Idee, mit Fatih und Marcel Rähmer im Sturm zu spielen. So wird nun Marcel Fatih ersetzen müssen“, berichtet Sabo.

Der Sportliche Leiter des VfB Vaihingen sieht seine Mannschaft gestärkt aus der Wechselphase hervorgehen. „Aber wir müssen das nächste Jahr überstehen und guten Fußball spielen“, sagt Goran Musura. „Erst danach haben wir wieder einen guten Zulauf aus unserer Jugend.“ So kehren mit Ahmet Ciftci und Qendrim Emini zwei alte Bekannte an den Egelsee zurück. Und der früher für Aurich spielende Daniel Heyd wechselt von Ensingen her. Verlassen wird den VfB lediglich Csaba Juhasz in Richtung Strudelbachtal.

Auch der TSV Großglattbach hat einen Wechsel aus dem früheren Team des TSV Aurich zu vermelden. Christian Vogel, zuletzt im Trikot des TSV Ensingen mal in der ersten und mal in der zweiten Mannschaft aktiv, verstärkt ab sofort die Großglattbacher Truppe. „Das ist der einzige Zugang“, sagt Abteilungsleiter Reinhold Schimpgen, der zugleich keinerlei Weggänge zu vermelden hat.

Der FC Gündelbach muss dagegen auf einen seiner vielleicht technisch besten Spieler in Zukunft verzichten. Waldemar Grinko wechselt zum Ligakonkurrenten TSV Enzweihingen. „Es war klar, dass er diesen Schritt irgendwann gehen wird. Schon in den letzten Jahren hat er es sich immer wieder überlegt. Damals konnte ich ihn aber jeweils zum Bleiben überreden“, berichtet FCG-Trainer Rafael Krupop. „Er fühlt sich zwar wohl in Gündelbach, will aber mal etwas Neues probieren. Immerhin ist schon, seit er 16 oder 17 Jahre alt ist, beim FCG.“ Der Schmerz über den Abgang von Grinko wird aber etwas durch die Zugänge gelindert. „Kushtrim Dakaj und Aref Molaei bringen uns spielerisch, aber auch, was die komplette Mannschaft betrifft, weiter“, erklärt Krupop.

TSV Ensingen
Zugänge: Marco Schröder (SV Germania Bietigheim), Tobias Häfner (SV Illingen), Michael Trautwein (GSV Höpfigheim), Robin Carta (FV Löchgau A-Junioren), Lukas Lohfink, Paul Kopp (beide eigene A-Junioren).
Abgänge: Lukas Strobel (TSV Nussdorf), Daniel Heyd (VfB Vaihingen), Christian Vogel (TSV Großglattbach), Michael Schmid (Laufbahnende).

SV Horrheim
Zugänge: Jonas Brosi (eigene A-Junioren).
Abgänge: Keine.

TSV Enzweihingen
Zugänge: Hans-Ulrich Rähmer (Trainer zweite Mannschaft/TSV Aurich), Marcel Rähmer (SV Riet), Waldemar Grinko (FC Gündelbach), Marc Schwab (TSV Nussdorf).
Abgänge: Qendrim Emini (VfB Vaihingen), Enes Gür (TASV Hessigheim), Fatih Arslan (TKSZ Ludwigsburg).

TSV Großglattbach
Zugänge: Christian Vogel (TSV Ensingen).
Abgänge: Keine.

VfB Vaihingen
Zugänge: Qendrim Emini (TSV Enzweihingen), Daniel Heyd (TSV Ensingen), Ahmed Ciftci (pausiert).
Abgänge: Csaba Juhasz (SV Riet).

FC Gündelbach
Zugänge: Kushtrim Dakaj (pausiert/SV Horrheim), Aref Molaei (Einsteiger), Muhamed Ahmed Muhamed (SV Salamander Kornwestheim).
Abgänge: Waldemar Grinko (TSV Enzweihingen).

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