Ein Fußballer mit Ecken und Kanten

Daniel Stierle, Spielmacher beim SV Horrheim, vertritt seine Meinung, auch wenn das nicht immer gern gesehen wird – so charakterisieren ihn zumindest Freunde und Familie. Sein Vorbild ist Kevin Großkreutz, der mit wenig Talent viel erreicht hat.

Erstellt: 24. März 2021
Ein Fußballer mit Ecken und Kanten Daniel Stierle (links) ist der kreative, schussgewaltige und torgefährliche Kopf im Mittelfeld beim Fußball-B-Ligisten SV Horrheim. Foto: Archiv/Leitner

Vaihingen (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 18: Daniel Stierle (23), Spielmacher oder klassischer Zehner beim Fußball-B-Ligisten SV Horrheim.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es soweit gut. Aber ich wäre froh – wahrscheinlich wie fast jeder –, wenn die Corona-Pandemie unser Leben nicht mehr so stark einschränken würde.

Jetzt in der trainings- und spielfreien Phase: Wie halten Sie sich fit?

Ich halte mich durch regelmäßiges Joggen fit, auch wenn es nicht zu meinen Leidenschaften gehört. Glücklicherweise kann ich meinen Hund mitnehmen, dadurch ist die Motivation größer.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Die gewonnene Zeit nutze ich, um Fußballspiele im Fernsehen zu verfolgen. Außerdem verbringe ich viel Zeit vor der Playstation in der fiktiven Stadt Verdansk im Spiel „Call of Duty Warzone“, um online Kontakt zu meinen Freunden zu pflegen, da es anders kaum möglich ist.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Ganz klar fehlen mir die persönlichen Kontakte zu meinen Freunden und das gemeinsame Bier nach dem Training mit meinen Mannschaftskollegen. Außerdem fehlen mir auch unsere Kabinenfeste. Generell: einfach wieder ein bisschen Normalität in den Alltag zurückzubekommen.

Blicken wir auf die bisher in dieser Saison absolvierten Wettkämpfe/auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Einen besseren Start hätten wir uns kaum vorstellen können. Aus sechs Spielen haben wir die volle Punktausbeute geholt. Auch in der Bezirkspokalrunde sind wir gut gestartet – mit zwei eindeutigen Siegen gegen höherklassige Mannschaften.

Was lief nicht so gut?

Vorwürfe müssen wir uns nur für unser Pokalaus machen. Bei der Niederlage gegen Germania Bietigheim II hätten wir das Spiel schon in der regulären Spielzeit entscheiden müssen. Dann sind wir unglücklich im Elfmeterschießen rausgeflogen.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Im Ligawettbewerb sind wir sehr zufrieden gewesen, da wir keinen einzigen Punkt haben liegen lassen. Hervorheben muss ich das Spiel gegen Markgrönigen, bei dem wir bei einem Spielstand von 1:1 zwei Rote Karten bekommen haben, aber uns nicht aufgegeben hatten, und das Spiel in der siebten Minute der Nachspielzeit noch für uns entschieden haben. Das wäre uns all die Jahre zuvor nicht gelungen.

Haben Sie noch Hoffnung, dass die Saison zu Ende gespielt wird?

Nein, leider nicht. Ich denke, bis überhaupt mal wieder der Trainingsbetrieb starten kann, wird noch einige Zeit vergehen. Der normale Spielbetrieb ist noch weit entfernt aufgrund der aktuellen Situation und der Einschränkungen. Deshalb rechne ich mit einem Abbruch der Saison, auch wenn ich hoffe, dass es noch Aufstiegs- und Abstiegsrelegation geben wird. Das wäre auch das optimale Szenario meiner Meinung nach.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen: Was war das negative Highlight?

Leider war mein negatives Highlight zum Beginn der Vorbereitung dieser Saison, als ich mir in einem Testspiel das vordere Kreuzband gerissen habe.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Auf Anhieb fällt mir da direkt Eric Schmidkte vom VfR Sersheim ein – gegen die Sersheimer haben wir ein Testspiel absolviert. Eric wusste schon vor mir selbst was mein nächster Schritt sein wird. Normalerweise bin ich den Gegnern einen Schritt voraus. Seine vorrauschauende Spielweise hat mir das Spiel gegen ihn sehr erschwert.

Es heißt: Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau und hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Wer ist bei Ihnen verantwortlich, dass Sie sportlich so erfolgreich sind?

Die gemeinsame Leidenschaft des Fußballspielens teile ich mit meiner Freundin. Wir motivieren uns gegenseitig, immer ins Training zu gehen und alle Spiele zu spielen. Zudem kommt, dass wir uns auch jetzt ohne festes Training gemeinsam fithalten.

Welches ist Ihr sportliches Vorbild?

Zu meinem sportlichen Vorbild gehört Kevin Großkreutz, da er allen bewiesen hat, dass man auch ohne fußballerisches Talent, aber mit der richtigen Einstellung viel erreichen kann.

Wie charakterisiert Sie Ihre Familie oder Freunde?

Ich denke, sie würden sagen, dass ich eine aufrichtige Person bin und sage, was ich denke oder von jemandem halte, auch wenn das nicht immer gern gehört wird. Auch könnte die ein oder andere Person sagen, dass ich sehr launisch sein kann. Zudem würde man noch sagen, dass ich ein schlechter Verlieren bin und alles dafür tun würde, um zu gewinnen – auch mit unfairen Mitteln.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Die Motivation für Dinge zu finden, die mich selbst nicht so interessieren oder mir nicht so Spaß machen. Das kostet meinem Gegenüber große Überzeugungskunst

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

„Nach Comeback nach Kreuzbandriss schießt Stierle den SV Horrheim zur Meisterschaft“. Ich würde mich aber auch damit zufrieden geben, wenn es jeder andere aus der Mannschaft entscheiden würde.

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