Ein alter Bekannter kehrt in den Eichwald zurück

Lehmann übernimmt SV Illingen, wo seine Laufbahn als Trainer anfing.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 29. April 2021

Illingen. Der SV Illingen ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Trainer Sedat Yilmaz fündig geworden. Ab der neuen Saison übernimmt Achim Lehmann den Fußball-A-Ligisten als Übungsleiter. Damit kehrt der Coach dorthin zurück, wo seine Trainerlaufbahn angefangen hat. „Der SV Illingen ist mein Verein“, erklärt der 52-Jährige. „Dort habe ich selbst Fußball gespielt. Und dort habe ich auch meine Trainerlaufbahn begonnen.“

Sofort Ja gesagt hat der Illinger allerdings nicht, als die SVI-Verantwortlichen bei ihm angeklopft haben. „Ich habe etwas mit mir gerungen. Mit das größte Bauchgrummeln habe ich gehabt, weil wir einen kleinen Kader haben. Erst im Winter gab es wieder zwei Abgänge“, berichtet Lehmann. Letztlich war dann eine Nachricht eines Spielers ausschlaggebend, der geschrieben hat: „Das passt mit dir, wir rocken das.“ Und schließlich „ist der SVI eine Herzenssache für mich. Ich kenne den Verein, das Umfeld und bestimmt 80 Prozent der aktiven Spieler“, erklärt der neue Trainer. „Außerdem war ich zuletzt auch immer vor Ort und habe mir die Spiele angeschaut.“

Das waren auch die ausschlaggebenden Gründe, warum der Name Lehmann auf der Liste potenzieller Sedat-Yilmaz-Nachfolger ganz oben stand. „In der Corona-Zeit finden leider keine Spiele statt. Deshalb können sich externe Trainer kein Bild vom Team machen“, sagt SVI-Abteilungsleiter Christian Gruica. „Achim kennt hier aber alles. Er wohnt ja auch gerade mal einen Steinwurf vom Sportplatz entfernt. Und er hat absolutes Commitment gezeigt: Noch in der Findungs- und Gesprächsphase ist er schon auf Spieler und den Jugendleiter zugegangen.“ Dies sei aber nicht deshalb gewesen, um „jemanden zu überzeugen zu bleiben, sondern um abzuklopfen, ob diejenigen bereit sein, die Ärmel hochzukrempeln“, schießt Lehmann nach.

Darüber hinaus steht der neue Coach für Erfolg. „Bis auf eine Ausnahme – in Kleinglattbach – hat Achim immer erfolgreich gearbeitet. Mit den SF Mühlacker ist er aufgestiegen. Und mit dem FV Markgröningen ist er zwei Mal nur knapp in der Relegation am Sprung in die A-Klasse gescheitert“, berichtet Gruica. Doch wichtiger noch als das sportliche Abschneiden ist für den SVI-Fußballchef, dass der Spaß wieder zurückkehrt. „Auch wenn jeder immer gewinnen will, muss es den Jungs so viel Spaß machen, dass sie auch mal Niederlagen in Folge verkraften“, erklärt Gruica. Und Lehmann ergänzt: „Die Jungs brauchen wieder den Spaßfaktor. Auch wenn sie verlieren, sollen sie danach bei einem Bierchen zusammensitzen – und zwar erste und zweite Mannschaft gemeinsam. Denn auf den Trikots steht nicht ,Müller‘, ,Maier‘, ,Schulze‘, sondern ,SV Illingen‘. Und der besteht nunmal aus zwei Teams. Wenn alle wieder Spaß haben, beim SVI Fußball zu spielen, ist es auch egal, ob man mit Dreier-, Vierer- oder Fünferreihe spielt. Dann macht jeder den Schritt für den anderen, was ich mir erhoffe.“

Eine Aufgabe bekommt Lehmann von den Verantwortlichen allerdings mit. „Bis Jahrgang 2005 kommen in den nächsten Jahren bestimmt 20 bis 25 Spieler aus der Jugend heraus. Da sind einige Juwele dabei, die geschliffen werden müssen. Sie sollen an die Männerteams herangeführt werden, damit wir eine solide Mannschaft in der A- und eine in der B-Klasse stellen“, berichtet Gruica und fügt hinzu: „Achim hat den Vorteil, dass er mit jungen Spielern arbeiten kann.“ Und Lehmann ergänzt: „Die Arbeit mit jungen Spielern macht mir Spaß.“

Eine junge Mannschaft hat aber auch eine Kehrseite. „Junge Spieler machen Fehler – das dürfen sie auch. Aber Fehler werden in der A-Klasse in der Regel bestraft“, erklärt Lehmann. „Deshalb will ich gar keinen Druck aufbauen. Das Ziel heißt: nur nicht absteigen.“ Das müsse auch das Umfeld verstehen, fügt Gruica hinzu.

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