Eigenständiges Team und doch keine Sonderstellung

SVI-Reserve bezieht Stärke daraus, dass sie als Mannschaft im Training zusammenwächst – Zusammenhalt im Verein ist auch groß

Von Michael Nachreiner Erstellt: 13. Juni 2019
Eigenständiges Team und doch keine Sonderstellung Fabian Lehmann (von links) verpasst Riccardo Solombrino nach dem Schlusspfiff bei der Partie gegen den SV Sternenfels II erst einmal eine Sektdusche. Foto: Nachreiner

Illingen. „Als Dustin Seidel vor der Saison zu mir kam und meinte, in der Staffel sind nur zweite Mannschaften, da können wir locker Meister werden, habe ich ihn ausgelacht. Dann haben wir uns ein bisschen den Ball zugespielt. Und jetzt sind wir Meister“, bringt es SVI-Torwart Benjamin Färber auf den Punkt. Der Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga B 8 war aber praktisch ein Herzschlagfinale. „Wir waren eigentlich fast die gesamte Saison hinter dem VfL Gemmrigheim II, weil wir auswärts unglücklich mit 1:2 verloren hatten, obwohl wir eigentlich schon das 2:0 erzielt hatten, das uns aber zurückgepfiffen worden war, und weil wir zu Hause durch einen Elfmeter in einem sogenannten 0:0-Spiel mit 0:1 unterlegen waren“, berichtet SVI-Trainer Philipp Schaefer. „Doch die Gemmrigheimer haben dann Anfang/Mitte der zweiten Saisonhälfte in Besigheim und dann auch noch in Riet gepatzt. Ab da wusste ich, es kann was gehen. Sicher war ich mir aber erst, als der TSV Ensingen II die Partie in Gemmrigheim am letzten Spieltag abgesagt hat. Da war klar, wir müssen nur noch gegen den SV Sternenfels II gewinnen, dann sind wir aufgrund des besseren Torverhältnisses vorne.“

Riccardo Solombrino, Ralf Theuerkauf und Nick Heckele sorgten dann auch dafür, dass die Illinger einen 3:0-Sieg gegen die SVS-Reserve einfuhren. Danach kannte die Freude keine Grenzen. Schaefer: „Wir haben schon während des Spiels unserer ersten Mannschaft angefangen, den Titel zu feiern. Und das ging dann bis 4 oder 5 Uhr am nächsten Morgen weiter. Es war ausschweifend und gut. Es sind auch viele geblieben. Wir hatten nämlich schon die Befürchtung, dass die Jüngeren zum Maientag weiterziehen würden.

Der Zusammenhalt innerhalb des Teams, aber auch innerhalb des Vereins war auch einer der Gründe, weshalb die Illinger Reserve so erfolgreich war. „Wir waren fast eine eigenständige Mannschaft“, berichtet Schaefer. Die Trainingsgruppen wurden nach einem gemeinsamen Warm-up meist getrennt. „Das war auch gut. Zum einen hat man die Einheiten der zweiten Mannschaft mehr auf die Bedürfnisse der Spieler, also eher auf die Basics abgestimmt. Zum anderen haben die Spieler dann mehr Anteile am Training. Und dadurch hatten wir auch eine hohe Beteiligung. Es waren eigentlich immer acht bis zehn Spieler da“, erzählt Schaefer. „Dadurch ist auch der Kern des Teams enger zusammengewachsen.“ Dennoch gab es immer ein Miteinander zwischen den Spielern der ersten und der zweiten Mannschaft. „Wir haben uns nie gefühlt, als seien wir ein komplett eigenständiges Team“, erklärt der SVI-Trainer.

Zum Ende der Saison hin gab es sogar den einen oder anderen Spieler, der auf einen größeren Einsatz in der Kreisliga A 3 verzichtete, um den Erfolg mit der Reserve perfekt zu machen. „Es waren vor allem die Spieler, die sich von Anfang an mit der zweiten Mannschaft identifizierten. Aber da wir so erfolgreich waren, war es auch für keinen eine Strafe, in der Reserve zum Einsatz zu kommen“, berichtet Schaefer. So zum Beispiel Nick Heckele, der mit 30 Treffern in der Kreisliga B 8 maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat. „Seine Lestungskurve ging stetig nach oben. Ihn hätten wir am Ende eigentlich nur noch in der ersten Mannschaft spielen lassen sollen“, erklärt Schaefer.

Der Spieler der Saison ist für den Übungsleiter aber nicht der Zweitplatzierte in der Torjägerliste der B 8, sondern das Innenverteidigerduo Jochen Conradt und Alexander Pannasch. „Sie haben mit ihrer Erfahrung – beide sind schn um die 35 Jahre alt – dafür gesorgt, dass wir hinten nichts zulassen“, berichtet Schaefer.

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