Zitterpartie für die Vaihingerinnen

Reicht Rang drei bei den Aufstiegsspielen unerwartet doch noch für einen Platz in der 2. Faustball-Bundesliga Süd?

Von Ralph Küppers Erstellt: 25. Februar 2019
Zitterpartie für die Vaihingerinnen Merle Bremer war im Spiel der TVV-Faustballerinnen gestern allgegenwärtig. Am Ende reichte es ganz knapp zum dritten Platz und damit vielleicht zum Aufstieg. Foto: Küppers

Zwei der vier Teilnehmer an den Aufstiegsspielen haben ihr Ticket in der 2. Faustball-Bundesliga Süd sicher. Der TV Vaihingen wurde bei dem Turnier in Calw gestern Dritter. Doch die TVV-Faustballerinnen hoffen, über einen Nachrückerplatz doch noch Zweitligist zu werden. Ihre Bilanz gestern: zwei Niederlagen und ein Sieg.

Calw/Vaihingen. In den Südstaffeln der Faustball-Bundesligen herrscht momentan Unklarheit, welche Vereine in der nächsten Hallensaison eventuell ihre Teams zurückziehen. Darum war gestern nach Abschluss der Aufstiegsspiele nicht endgültig klar, ob nur der TSV Calw II und der TV Neugablonz in die 2. Bundesliga Süd aufsteigen. Sie belegten die ersten zwei Plätze. Der TV Vaihingen als Dritter rechnet sich aufgrund der Situation aber gute Chancen aus, ebenfalls aufzusteigen. „Das klärt sich vielleicht schon an diesem Montag“, sagte TVV-Trainer Carsten Reitschuster gestern Abend. „Vielleicht aber auch erst in einigen Wochen, wenn die Meldefrist für die Hallensaison abläuft.“ Eigentlich haben die Vaihingerinnen mit der Planung für die nächste Hallenrunde noch viel Zeit. „Trotzdem würden wir gerne wissen, ob wir aufgestiegen sind“, sagt der Übungsleiter.

Sportlich hat es gestern nicht ganz gereicht. Dabei fehlte an sich nicht viel, um mit dem TV Neugablonz den Platz in der Rangliste zu tauschen. Allerdings hätten die Vaihingerinnen nach ihren zwei Niederlagen ebensogut auch noch Letzter werden können. Eine Klasse für sich waren nur die Gastgeberinnen aus Calw. Sie wurden ohne Satzverlust Erster, nachdem sie auch schon die Schwabenliga dominiert und sich den Titel gesichert hatten. Das bekam gestern auch die Vaihinger Frauenmannschaft zu spüren. Der TVV war als Vizemeister der Schwabenliga angereist und hatte zuletzt nur ganz knapp gegen Calw II verloren. „Calw II war natürlich Favorit“, sagt Reitschuster. „Aber wir haben die Mannschaft dieses Mal aus unseren Angaben nicht so unter Druck setzen können wie zuletzt, und die Calwerinnen sind noch dazu sehr stabil gestanden.“ So war die Drei-Satz-Niederlage im Auftaktspiel mit recht deutlichen Ergebnissen von 6:11, 7:11 und 2:11 zu erklären. „Bei uns kam noch dazu, dass sich im ersten Satz Isabel Grau verletzt hat und ins Krankenhaus gebracht werden musste“, ergänzt der TVV-Coach. „Sie ist umgeknickt. Danach ist ihr Sprunggelenk schnell dick geworden.“ Reitschuster tippt auf eine Bänderverletzung, eine Diagnose stand am Abend aber noch aus.

Fortan ohne Auswechselspielerin bestritten die Vaihingerinnen ein Mammutprogramm, denn der klaren Niederlage folgten zwei ganz enge Fünf-Satz-Spiele. Im ersten trafen sie auf den Dritten der Bayernliga, den TV Neugablonz. Es schien, als hätte die Auftaktniederlage keinerlei Spuren bei den TVV-Spielerinnen hinterlassen, die gleich mal eine 3:0-Führung vorlegten. Doch dann kam der Motor ins Stottern. Den ersten Satz holten sie sich mit 11:8, den zweiten mussten sie mit 8:11 abgeben. „Natürlich standen wir etwas mehr unter Druck als sonst und sind auch mehr Risiko gegangen als in den Ligaspielen, weil wir heute nur gute Gegner hatten“, erläutert Reitschuster. „Aber wir haben nicht alles abgerufen, was wir können. Und so hatten wir riesige Schwankungen zwischen den Sätzen.“ Anders lässt sich für ihn nicht erklären, dass die nächsten Durchgänge aus Vaihinger Sicht mit 4:11, 11:7 und 3:11 endeten. Damit war Neugablonz, das zu diesem Zeitpunkt auch schon gegen den Bayern-Zweiten ASV Veitsbronn gewonnen hatte, sicher aufgestiegen. Für die Vaihingerinnen dagegen ging es nur noch darum, sich mit dem dritten Rang die Chance auf einen Nackrückerplatz zu sichern.

Zugute kam dem TVV, dass er konditionell gut gerüstet in die Aufstiegsspiele ging. „Am Ende des Tages war eher die Konzentration das Problem“, sagt Reistschuster über seine fünf Spielerinnen, die mehr als zwölf Sätze ohne Wechselmöglichkeit überstehen mussten. Doch ihren Kontrahentinnen aus Veitsbronn ging es nicht besser. Die Fehlerquote lag auf beiden Seiten recht hoch, und Angriffe wurden oft nur von unten geschlagen. „Alles o.k.“, rief Reitschuster seiner Schlagfrau Merle Bremer nach einem ganz harmlosen Ball zu. „Auch Friedensnobelpreise werden vergeben.“ Nach 7:11 im ersten Durchgang holte sich der TVV die nächsten zwei Sätze mit 11:8 und 11:5. Warum die Vaihingerinnen den vierten Satz mit 4:11 verloren, vermochte niemand so recht zu sagen. Im fünften erkämpfte sich Christina Koch mit einem Ass die 6:5-Führung beim Seitenwechsel. Danach produzierte Veitsbronn vier Fehler in Folge. Für den TV Vaihingen heißt es jetzt, in Ruhe abzuwarten, was sich bei den Meldungen für die Bundesligen ergibt.

TV Vaihingen: Christina Koch, Merle Bremer, Claudia Schmidt, Lea Schmidt, Lisa Burger, Isabel Grau.

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