WM-Titel ist das erklärte Ziel

Deutsche U-18-Faustballer mit Jungclaussen, Mahn und Hantke zählen bei den Weltmeisterschaften in den USA zu den Favoriten

Von Michael Nachreiner Erstellt: 11. Juli 2018
WM-Titel ist das erklärte Ziel Kämpfen mit der deutschen Nationalmannschaft um den Titel bei den U-18-Weltmeisterschaften in Roxbury im US-Bundesstaat New Jersey: (von links) Jacob Jungclaussen, Jakob Mahn und Nils Hantke vom TV Vaihingen Fotos: Küppers (3), Nachreiner (1)

Fünf der vergangenen sieben Titel in der U 18 sind an Deutschland gegangen. Und auch in diesem Jahr geht der Titel nur über die Nachwuchsfaustballer mit dem Adler auf der Brust, wenn man Kolja Meyer fragt. „Das Ziel ist die Titelverteidigung. Was die anderen Teams zu leisten in der Lage sind, ist aber schwer einzuschätzen“, erklärt der Bundestrainer.

Roxbury/Vaihingen. Deutschland ist in einer komfortablen Situation. „Wir können auf die größte Anzahl an Spielern zurückgreifen. In der Republik wird eine gute Jugendarbeit in den Vereinen geleistet. Und auch das System, mit dem wir in den Nationalmannschaften Nachwuchsförderung betreiben, ist gut“, berichtet U-18-Bundestrainer Kolja Meyer, der das Team zusammen mit seinem Kollegen Tim Lemke aus Brettorf zusammen betreut. „Deshalb ist die Chance auch am größten, eine erfolgreiche Mannschaft zu stellen.“ Der Vaihinger schränkt aber gleich wieder ein. „Ein herausragender Jahrgang einer anderen Nation kann immer dagegenhalten. Deshalb ist der Gewinn des Titels in Roxbury im US-Bundesstaat New Jersey kein Selbstläufer.“

Meyer sieht in Brasilien und Österreich Hauptkonkurrenten

Vor allem vor den Brasilianern und den Österreichern hat Meyer gehörigen Respekt. Einen Spieler der Südamerikaner hat der Bundestrainer dabei schon ausgiebig studieren können: Bruno Arnold war beim Sieg der SG Novo Hamburgo beim Worldtour-Finale unterm Kaltenstein auf der Vorne-rechts-Position eine tragende Säule. „Er hat als Zweitangreifer von Novo Hamburgo beim Weltpokal viel Verantwortung übernommen und sein Potenzial gezeigt. Es war beim Turnier in Vaihingen im Angriff nicht nur eine One-Man-Show von Novo-Hamburgo-Hauptangreifer Gabriel Heck“, zollt Meyer dem Brasilianer Respekt.

Und die Österreicher hätten schon im vergangenen Jahr gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen steckt. „Mit 17 Jahren wird man so langsam in die Bundesligateams integriert. Das kann dann noch einmal einen Schub in der Entwicklung geben“, erklärt Meyer.

Den beiden Mannschaften gehen die Deutschen aber in der Vorrunde am heutigen Mittwoch und morgigen Donnerstag aus dem Weg. Die Jungs mit dem Adler auf der Brust bekommen es mit Italien (Meyer: „Es würde mich wundern, wenn die Südeuropäer ein konkurrenzfähiges Team stellen würden, das uns gefährlich werden könnte.“), mit Argentinien (Meyer: „Die Südamerikaner sind schwer einzuschätzen.“), mit Indien (Meyer: „Dort fehlt noch die Dichte an Spielern im Land. Der Verband befindet sich noch im Aufbau.“) sowie mit der Schweiz (Meyer: „Das ist der stärkste Gruppengegner. Idealerweise holen wir mit einem Sieg gegen die Eidgenossen aber den Gruppensieg.“) zu tun. Wollen die Deutschen den Titel holen, müssen sie jeden Gegner schlagen. Verliert man aber ein Mal, hat man immer noch eine Hintertür. Gespielt wird nämlich in einem sogenannten Double-Elimination-System. Erst, wer zwei Mal verloren hat, hat keine Chance mehr auf den Titel (siehe „Spielplan bei den U-18-Weltmeisterschaften“).

Im deutschen Team ist jede Position drei- bis vierfach besetzt

Damit die Mission WM-Sieg auch erfolgreich verläuft, haben Meyer und Lemke einen Kader von zehn Spielern zusammengestellt, mit denen sie „jede Position nicht nur doppelt, sondern drei- bis vierfach besetzt haben“, erklärt Meyer. Deshalb sei auch noch nicht klar, wer auf welcher Position aufläuft. „Wir sind vom Kader so eng aufgestellt, dass man abwarten muss, wer jeweils die beste Tagesform erwischt“, berichtet der Bundestrainer aus Vaihingen.

Kandidaten als Stammspieler sind auch die drei Nachwuchsfaustballer des TV Vaihingen, Nils Hantke, der hinten rechts oder in der Mitte zum Einsatz kommen kann, Jacob Jungclaussen für die Mitte oder hinten links sowie Jakob Mahn für vorne rechts oder hinten links. „Ich weiß, dass die drei gut vorbereitet sind. Sie haben das Maximale aus der Saison herausgeholt“, erklärt Meyer. „Sie haben das Potenzial, Leistungsträger zu werden.“

Das einzige Sorgenkind bei den Deutschen ist Kai Mörbe. Der Angreifer vom SV Kubschütz befindet sich nach einem Arbeitsunfall noch im Aufbautraining. Meyer: „Er konnte sich auf die Titelkämpfe überhaupt nicht vorbereiten und ist auch noch nicht ganz fit.“ Mörbe fliegt aber auf jeden Fall mit in die USA. „Wir werden dann die Trainingseinheiten vor Ort abwarten, inwieweit er belastbar ist“, sagt Meyer.

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