„Wir haben alles richtig gemacht“

U-14-Faustballerinnen werden ungeschlagen Süddeutscher Meister – Ricarda Stübbe, Eva Winkler und Lisa Knodel tragen Team

Von Michael Nachreiner Erstellt: 9. Juli 2019
„Wir haben alles richtig gemacht“ Vor allem bei Lisa Knodel (rechts), die Ricarda Stübbe umarmt, bahnten sich die Emotionen nach dem Sieg bei der süddeutschen Meisterschaft ihren Weg. Foto: Nachreiner

„Wir hatten auch unsere Momente, in denen es nicht perfekt lief. Aber wir haben alles richtig gemacht“, freut sich TVV-Trainerin Christina Koch. Ihre U-14-Faustballerinnen des TV Vaihingen holten sich ungeschlagen den Titel bei den süddeutschen Meisterschaften auf dem heimischen Sportplatz.

Vaihingen. Nach dem entscheidenden Ballwechsel beim 11:9, 8:11 und 11:6 im Finale gegen den TV Stammbach brachen vor allem bei Lisa Knodel alle Dämme. Die Nachwuchsfaustballerin brach in Tränen aus und drückte Angreiferin Ricarda Stübbe fast minutenlang, als der Druck von ihr abfiel. „Das zeigt, dass sich vor allem die erfahreneren Spielerinnen ganz bestimmte Ziele gesetzt haben“, berichtet TVV-Trainerin Christina Koch.

Denn das Finale gegen den TV Stammbach war nicht perfekt. „Wir haben am Zusammenspiel noch Optimierungsbedarf“, erklärt die Vaihinger Übungsleiterin. „Die Abwehr behielt den Ball meist auf einer Seite. Wurde Lisa Knodel angespielt, mussten Eva Winkler und Schlagfrau Ricarda Stübbe meist quer über das Feld laufen. Wurde Eva Winkler angespielt, musste Lisa Knodel weite Wege gehen zum Zuspiel.“ Doch mit zunehmendem Spielverlauf machte sich bemerkbar, dass „die Stammbacher Schlägerin Annalena Schmid an ihre Grenzen kam. Wie Ricarda Stübbe musste sie auch alles machen – Angaben und Rückschläge. Aber sie hatte durch das Qualifikationsspiel eine Partie mehr in den Knochen“, erklärt Koch.

Dabei war erstaunlich, dass die Stammbacherinnen nicht mehr versuchten, die vermeintlichen Schwächen der Vaihingerinnen zu ihren Gunsten auszunutzen. Denn die Last der Verantwortung lag beim TVV ganz klar auf den Schultern von Lisa Knodel und Eva Winkler in Abwehr und Zuspiel sowie bei Ricarda Stübbe im Angriff. „Die Stammbacherinnen haben es das eine oder andere Mal probiert, unsere Vorne-Rechts- oder Mitteposition direkt anzuspielen. Doch da unterlief ihnen der eine oder andere Fehler, so dass sie es nicht weiter versucht haben“, erzählt Koch, hängt aber gleich ein Lob für die etwas weniger erfahrenen Nachwuchsfaustballerinnen Julie Schlemme, Hannah Böcken, Laura Schmid und Lisa Bartz dran: „Wenn sie gebraucht wurden, weil ein Ball quer abgewehrt wurde, waren sie immer zur Stelle. Und Julie Schlemme in der Mitte hat so einen ruhigen Arm.“

Schon in der Vorrunde hat sich beim Duell TVV gegen Stammbach abgezeichnet, dass diese beiden Teams ganz heiße Kandidaten für das Endspiel sind. Beim 12:10, 9:11 und 11:5 „hat sich keine Mannschaft etwas geschenkt“, berichtet Koch. Zuvor waren die Vaihingerinnen durch ein 11:5 und 11:3 gegen die TG Biberach perfekt ins Turnier gekommen. „Ich habe den Eindruck, die Biberacherinnen haben keine Lust mehr, gegen uns zu spielen. Vor einigen Jahren waren sie noch besser als wir. Doch seit so rund anderthalb Jahren kommen sie an uns nicht mehr vorbei“, erklärt die TVV-Übungsleiterin.

Nachdem die Vaihingerinnen durch das 2:1 nach Sätzen gegen Stammbach praktisch den direkten Halbfinaleinzug perfekt gemacht hatten, stand zum Abschluss noch das Duell mit dem SV Kubschütz auf dem Plan. Doch da kam beim 8:11, 11:7 und 11:7 beinahe das böse Erwachen. „Die Mädels wussten, dass die Stammbacherinnen den zweiten Satz gegen die Kubschützerinnen mit 11:0 gewonnen hatten. Sie waren dann etwas überrascht, wie kampfstark der SVK gegen uns auf dem Feld stand“, erzählt Koch. „Wir lagen gleich drei, vier Punkte Punkte zurück und haben auch den ersten Satz verloren.“ Da war dann erst einmal der Psychologe im Trainer gefragt. Koch: „Die Mädels wissen eigentlich, was sie können. Sie müssen aber auch selbst an sich glauben. Sonst ist der Arm beim Schlag nicht vorne. Oder Ricarda Stübbe läuft den Ball nur halbherzig an, weil sie Angst hat, ihn zu verschlagen.“ Nachdem im zweiten Satz aber die ersten Bälle gut gelungen waren, glaubten die Vaihingerinnen auch wieder an sich. Und in Durchgang drei ließen sie dann nichts mehr anbrennen.

Im Halbfinale standen die Enzstädterinnen gleich wieder Kubschütz gegenüber, nachdem der SVK im Qualifikationsspiel den TV Heuchlingen mit 11:8 und 15:14 besiegt hatte. Doch dieses Mal nahmen die Vaihingerinnen die Sächsinnen nicht noch einmal auf die leichte Schulter. „Die Mädels waren auf den Punkt von Anpfiff an da. Die Kubschützerinnen waren aber auch nicht mehr so kämpferisch wie am Tag zuvor. Denen steckte wohl die Vorrunde und das Qualifikationsspiel zu sehr in den Knochen“, berichtet Koch. Die Vaihingerinnen setzten sich mit 11:6 und 11:8 durch.

TV Vaihingen: Ricarda Stübbe, Eva Winkler, Lisa Knodel, Laura Schmid, Julie Schlemme, Hanna Böcken, Lisa Bartz.

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