Vaihingen ist der Glücklichere im Finale

In einem Duell auf Augenhöhe setzen sich U-18-Faustballer mit 2:1 nach Sätzen gegen Segnitz durch

Von Michael Nachreiner Erstellt: 9. Juli 2019
Vaihingen ist der Glücklichere im Finale Maximilian Zöhrer war hinten rechts eine sichere Bank. Foto: Nachreiner

Vaihingen. Die U-18-Faustballer des TV Vaihingen haben ein Ausrufezeichen gesetzt. „Der Sieg bei der süddeutschen Meisterschaft war für die Psyche wichtig. Jetzt können wir mit breiter Brust auf die DM fahren“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel. Und einer der größten Konkurrenten aus dem Süden, der TV Segnitz, hat zwei Mal eine Niederlage hinnehmen müssen. Zunächst gewannen die Vaihinger in der Vorrunde „nach schlechtem Beginn“ (Markus Knodel) mit 2:1 (4:11, 11:6 und 11:8). Dann siegten sie auch im Finale „nach einem kleinen Hänger zwischendrin“ (Markus Knodel) ebenfalls mit 2:1 (12:10, 7:11 und 11:8). „Eigentlich haben wir aber nichts besser gemacht als die Segnitzer. Jeweils den Ausschlag in den Sätzen hat das Momentum oder Spielglück gegeben“, berichtet der TVV-Übungsleiter. „Es hat etwas der Glücklichere gewonnen. Auf beiden Seiten gab es gute Abwehr- und Angriffsaktionen. Das war ein Spiel auf sehr hohem U-18-Niveau. Man muss aber auch sehen, dass von den zwölf Spielern in beiden Kadern neun in diesem Jahr zu Lehrgängen der U-18-Nationalmannschaft eingeladen waren.“ Die weiteren Tickets für die nationalen Titelkämpfe sicherten sich der TV Segnitz und der NLV Vaihingen als Dritter.

So richtig gefordert waren die Enzstädter nur zwei Mal im Turnier, in den beiden Spielen gegen den TV Segnitz. Denn sowohl in der Vorrunde als auch im Halbfinale trafen sie auf den TV Unterhaugstett. „Die Bad Liebenzeller haben eine sehr junge Mannschaft. Ihnen fehlt noch etwas die Klasse“, berichtet Markus Knodel. In der Vorrunde setzten sich die Vaihinger mit 2:0 (11:9 und 11:6) durch, im Halbfinale mit 2:0 (11:6 und 11:4).

Doch gerade mit dem Auftritt gegen die Unterhaugstetter am ersten Tag war der TVV-Übungsleiter überhaupt nicht zufrieden, nachdem sie eine 7:2-Führung im ersten Satz beinahe noch verspielt hatten. „Man kann auch mal gegen Unterhaugstett verlieren. Aber es hatte nicht den Anschein, als wären wir das Spiel mit dem gebührenden Respekt und Anstand – auch dem Gegner gegenüber – angegangen“, ärgert sich Markus Knodel, nimmt seine Spieler aber gleich wieder in Schutz: „Dass man vielleicht nicht 100 Prozent gibt in solchen Spielen, ist menschlich. Und wenn es ein Rezept geben würde, wie ich als Trainer das abstellen kann, dann würde ich es tun.“

Doch auch nach dem 2:1 gegen die Segnitzer in der Vorrunde wusch Markus Knodel seinen Spielern den Kopf, nachdem sie schon nach dem verlorenen ersten Durchgang einen Anpfiff kassiert hatten. „Warum nimmt man Spiele nur dann von Anfang an Ernst, wenn wir in der Bundesliga antreten“, echauffiert sich der Übungsleiter.

Durch die beiden Vorrundensiege hatten sich die Vaihinger zumindest das direkte Ticket fürs Halbfinale erarbeitet. „Das war schön, dass wir nach den Strapazen – am Freitagabend haben wir ja auch noch in der 1. Bundesliga Süd in Unterhaugstett gespielt – etwas ausschlafen konnten“, erklärt Markus Knodel. Das nutzten die Vaihinger. Im Halbfinale gegen Unterhaugstett spielten sie befreit auf.

Dass die Enzstädter einen relativ leichten Weg ins Endspiel hatten, hatte noch einen weiteren Vorteil. Markus Knodel konnte Jakob Mahn schonen. „Nachdem er sich bei der württembergischen U-18-Meisterschaft vor einer Woche das Knie verdreht hatte, hat er immer noch Schmerzen. Er kann zwar spielen. Aber es war recht, dass wir ihn immer wieder etwas schonen konnte. Denn die Gesundheit geht vor“, berichtet der TVV-Übungsleiter.

TV Vaihingen: Michael Knodel, Andreas Knodel, Jacob Jungclaussen, Jakob Mahn, Tobias Maurer, Maximilian Zöhrer, David Fanz, Karl Toberer.

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