U 18 überzeugt – auch ohne Sieg

Faustballerinnen zeigen bei süddeutscher Meisterschaft, dass sie durchaus mithalten können

Von Michael Nachreiner Erstellt: 9. Juli 2019
U 18 überzeugt – auch ohne Sieg Klara Kilpper hält die U-18-Faustballerinnen des TV Vaihingen mit ihren druckvollen Angaben – sie schlägt auch einige Asse – immer wieder im Spiel. Foto: Nachreiner

Vaihingen. Die U-18-Faustballerinnen des TV Vaihingen haben bei der süddeutschen Meisterschaft auf dem heimischen Sportplatz zwar kein Spiel gewonnen. Dennoch zieht Trainerin Christina Koch nach dem sechsten Platz ein zufriedenes Fazit: „Wir haben uns super verkauft – und wir haben viele Erfahrungen gesammelt. Aber man hat gemerkt, dass einige Mannschaften einfach stärker sind.“ Zumal der Großteil des Vaihinger U-18-Kaders noch in der U 16 oder sogar in der U 14 spielberechtigt ist.

Vor allem einzelne Spielerinnen haben überzeugt. Klara Kilpper beispielsweise „hat am Wochenende alle Angaben geschlagen. Viele waren richtig druckvoll. Sie hat sogar einige Asse geschlagen“, berichtet Koch. „Das hat uns immer wieder im Spiel gehalten.“ Eine andere Akteurin, die ein Sonderlob von der Übungsleiterin erhielt, war Lisa Burger. „Die hat auf der für sie ungewohnten Mitteposition einen richtig guten Job gemacht“, lobt Koch.

Doch in der Regel waren die Vaihingerinnen noch ein bisschen zu brav. „Es fehlt ab und zu die Entschlossenheit. Wir haben eine gute Grundtechnik. Das reicht in den jüngeren Altersklassen aus. Aber in der U 18 muss man die Technik auch mal über Bord werfen und einfach draufprügeln. Vor allem bei Rettungsaktionen sind uns andere Mannschaften einen Schritt voraus. Wir versuchen noch oft, sauber hinter den Ball zu laufen. In der U 18 ist das aber nicht mehr immer möglich“, berichtet Koch.

Doch auch bei normalen Abwehraktionen sehe man das. Wenn ein Ball auf eine Länge von 23 bis 24,5 Meter kommt, „blocken wir den Ball in der Regel nur. Dadurch geht er vielleicht zwei Meter nach vorne. Wir müssten ihn aber rund zehn Meter nach vorne spielen“, erklärt die TVV-Übungsleiterin. „Dadurch muss das Zuspiel risikoreicher sein, was es der Angreiferin schwerer macht.“ Oder aber das Spielgerät kommt gar nicht bis zur Leine vor. Dann mussten die Vaihingerinnen den Ball als Bogenball von unten rüberspielen. Koch: „Wir haben nicht die Schlagfrauen, die aus fünf Metern den Ball rüberhauen. Wir brauchen den Ball vorne auf der Leine.“

Dieses Problem war fast in jedem Spiel zu sehen. Dass die Vaihingerinnen allerdings auch anders können, haben sie in einzelnen Sätzen auch immer wieder gezeigt. So zum Beispiel gleich zum Vorrundenauftakt gegen den TSV Gärtringen, als die Vaihingerinnen im ersten Satz noch wie das Kaninchen vor der Schlange saßen. Doch nachdem den Gärtringerinnen zu Beginn des zweiten Durchgangs einige Fehler unterlaufen waren und die Vaihingerinnen sich ein kleines Polster erarbeitet hatten, „zeigt sich, dass ein gewisses Potenzial in der Mannschaft steckt“, berichtet Koch. „Die Geschenke der Gärtringerinnen haben wir lange vor uns hergeschoben.“ Am Ende setzte es aber doch eine 0:2 (3:11 und 9:11)-Niederlage.

Gegen den TSV Staffelstein lief anschließend dann zunächst gar nichts. „Wir sind gleich mit 0:4 im ersten Satz zurückgelegen. Da hatte ich schon Angst, dass wir die Höchststrafe kassieren – also den Durchgang zu null abgeben“, erklärt Koch. Doch die Vaihingerinnen fingen sich etwas, als die Staffelsteinerinnen auch ein paar Fehler machten. Zu mehr als einem 0:2 (6:11 und 8:11) reichte es für den TVV nicht mehr.

Damit gingen die Vaihingerinnen als Gruppendritter ins Qualifikationsspiel zum Halbfinale gegen den Zweiten der anderen Vorrundengruppe, den TSV Calw. Nachdem am frühen Morgen der Rasensprenger gelaufen war, war der Boden nass. Und damit kamen die Vaihingerinnen am Anfang überhaupt nicht zurecht – zumal Calws Angreiferin Franziska Habitzreither „druckvoll schlägt und die Lücken trifft“, berichtet Koch. Beim 0:2 (6:11 und 6:11) „haben wir uns am Ende aber auch etwas überfahren lassen“, fügt die TVV-Trainerin hinzu. „Im zweiten Satz sah es von der Körpersprache ganz anders aus, auch wenn wir nicht mehr Punkte erzielt haben.“

Ihre vielleicht beste Turnierleistung zeigten die Vaihingerinnen zum Abschluss im Spiel um Platz fünf gegen den TV Hohenklingen. Zwar gelang wieder kein Sieg, aber zumindest holten die Gastgeberinnen einen Satz – und schnupperten beim 11:6, 7:11 und 14:15 am Sieg. „Wir haben einen super Start erwischt. Wir waren vom ersten Pfiff an da“, lobt Koch. Hohenklingens Angreiferin Hanna Störkle half allerdings auch tatkräftig mit. Einen Ball nach dem anderen schlug sie in die Leine. In Durchgang zwei fing sie sich. Koch: „Sie hat sehr clever gespielt. Und sie hat uns wieder die Bälle hintenreingeprügelt. Damit hatten wir einige Probleme. Mal war das Zuspiel zu weit. Dann wieder haben wir die langen Angriffsbälle mit der ersten Abwehr nur geblockt und mussten das Spielgerät als Bogenball zurückspielen.“ Im dritten Satz liefen die Vaihingerinnen zunächst einem Rückstand hinterher. Doch sie gaben sich nie auf und holten sich bei 10:9 den ersten Matchball, auf den in der Satzverlängerung noch der eine oder andere folgen sollte. Den Sack zu machten allerdings die Hohenklingerinnen.

TV Vaihingen: Lea Schmidt, Lena Schiller, Lisa Burger, Isabel Grau, Klara Kilpper, Leoni Modenese.

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