Prioritäten beim TVV sind klar – Platz drei in der Gruppe ist tabu

Vaihinger Faustballer spielen bei der Hallen-DM in Mannheim um Medaille – Favorit Pfungstadt wartet frühestens im Halbfinale

Von Ralph Küppers Erstellt: 15. März 2019
Prioritäten beim TVV sind klar – Platz drei in der Gruppe ist tabu Die Vaihinger Faustballer dürfen gespannt sein, was ihnen die Reise zur deutschen Meisterschaft bringt. Foto: Küppers

Die Faustballer des TV Vaihingen spielen am Wochenende bei der Hallen-DM in Mannheim. Die Marschroute ist klar. „Erste Priorität: nicht Dritter werden“, sagt Kolja Meyer. „Zweite Priorität: Erster werden.“ Für den Spielertrainer führt der Weg ins Finale nur über den Gruppensieg. Um überhaupt noch dabei zu sein, wenn am Sonntag die Medaillen vergeben werden, muss mindestens Platz zwei in der Gruppe her.

Mannheim/Vaihingen. Als Zweiter der Südstaffel haben sich die Faustballer des TV Vaihingen souverän für die Endrunde der deutschen Meisterschaft qualifiziert. Doch beim Saisonhöhepunkt, der ab morgen in Mannheim ansteht, wird neu gezählt. Für die Vaihinger ist es gleichermaßen Vor- und Nachteil, dass ihre beiden Gruppenspiele am Samstagnachmittag sind. „Wir sind morgens zur Begrüßung natürlich da“, sagt Spielertrainer Kolja Meyer. „Aber dann werden wir aus der Halle wieder rausgehen. Das Spiel unserer beiden Vorrundengegner schauen wir uns aber an.“ Das ist gegen 12 Uhr die Partie des Ahlhorner SV gegen den VfK Berlin. Als Zweiter im Süden ist der TV Vaihingen in der Gruppe mit dem Ersten und Dritten aus der Nordstaffel gesetzt.

Die Mannschaft von Nordmeister Ahlhorn ist Meyer gut bekannt. „In ähnlicher Besetzung haben wir schon ein paar Mal gegeneinander gespielt“, sagt er. „Wir wissen recht gut, was die Ahlhorner können und was sie nicht können.“ Umso weniger kann er die Berliner einschätzen. Mit Sebastian Kögel statt Lukas Schubert im Kader ist der VfK die große Unbekannte für den Vaihinger Trainer. „Sebastian hat eine ganz andere Spielweise und kommt in der Halle gut klar“, weiß Meyer. Was er von der Berliner Mannschaft erwarten soll, die sich auf den letzten Drücker für die DM qualifiziert hat, weiß er dagegen nicht.

Egal wie sich die Teams den Vaihingern am Samstag präsentieren werden – zwei Siege sollen her. „Erst einmal müssen wir nur darauf schauen, dass wir ins Halbfinale kommen“, fordert Meyer. „Dabei ist aber klar: Die Gruppensieger spielen gegen die Zweiten aus der anderen Gruppe. Wird man bei uns Zweiter, dann wird man im Halbfinale mit großer Sicherheit gegen Pfungstadt kommen.“ Darum kann es für die Vaihinger auch kein großes Taktieren geben, sondern es geht um nicht weniger als zwei Siege in der Gruppenphase. Diese beginnt für den TVV am Samstag um 14.30 Uhr mit dem Spiel gegen Berlin. Dann folgt die letzte Begegnung der anderen Gruppe, ehe die Vorrunde mit dem Spiel des TVV gegen Ahlhorn endet.

Um auf den Punkt fit zu sein, hat die Vaihinger Mannschaft ein intensives Trainingsprogramm abgearbeitet. „Ums Konditionstraining hat sich Marco Lochmahr gekümmert“, berichtet Meyer. „Er hat das super gemacht. Selbst könnte ich da nicht so richtig das Zugpferd sein, weil ich in die Jahre gekommen bin.“ Bergsprints, Sprünge, Sprunghöhe, Antrittsgeschwindigkeit, Explosivität – die Ansprüche waren groß. „Auch die allgemeine Ausdauer wollten wir erhöhen“, sagt Meyer. „In der Saison hat es zum Beispiel Jakob Mahn, aber auch mich schon erwischt.“ Krämpfe am Ende eines langen Spiels oder der Meisterschaft sollen keinen der Vaihinger Leistungsträger mehr lahm legen. Ansonsten hat sich der Spielertrainer weniger darauf konzentriert, an Schwächen zu arbeiten, sondern an dem zu feilen, was der jeweilige Spieler ohnehin schon gut kann. „Wir können uns sehr gut ergänzen“, sagt Meyer und setzt darauf, dass keine Ausfälle zu beklagen sind. Gleichwohl fahren die Vaihinger mit neun Mann zur DM. Im Angriff sind es Michael Krauß, Tobias Knodel, Mahn und Meyer. Für das Zuspiel ist Marco Lochmahr gesetzt. Und in der Abwehr stehen Daniel Wörsinger, Tobias Rommel, Jakob Kilpper und Jacob Jungclaussen zur Verfügung. „Alle sind in der Hallensaison immer wieder zum Einsatz gekommen“, sagt Meyer über diese Auswahl. „Komme was wolle, wir haben die Leute dabei, die uns helfen können, auf dieser Meisterschaft erfolgreich zu sein.“

Nach dem Trainingsschwerpunkt Kondition schwenkte der Übungsleiter über auf spielerische Dinge, Situationen und Abläufe. „Unter anderem haben wir geübt, wie nicht perfekt angenommene Bälle gut zugespielt werden können.“ In der Vorbereitungsphase auf die DM herrschte ordentlich Betrieb in der Vaihinger Halle. „Beim Training haben wir einen Vorteil gegenüber anderen Vereinen“, sagt Meyer. „Unsere Mannschaften in der 1. und 2. Bundesliga und die U 18 spielen auf Topniveau.“ Zehn bis zwölf Mann waren immer im Training, teils bis zu 15. Nur auf welchem Niveau unter den sechs DM-Teilnehmern er seine Mannschaft einsortieren soll, kann Meyer nicht so recht abschätzen. „Wir waren länger nicht bei einer deutschen Meisterschaft“, sagt er. „Vom Vergleich in der Liga wissen wir, dass wir weit hinter Pfungstadt stehen. Aber das betrifft alle.“

Weiterlesen
Perfekter Spannungsbogen führt zum Titel

Perfekter Spannungsbogen führt zum Titel

Drucken Ganz und gar nichts für schwache Nerven waren die K.o.-Spiele bei der württembergischen Meisterschaft in Vaihingen. Die U-16-Faustballerinnen trieben die Spannung auf die Spitze. Dann hatte Gastgeber TVV im Halbfinale und im Endspiel die Nase vorn und... »