Michael Krauß macht in Offenburg den Unterschied

TVV-Angreifer bringt viel Selbstvertrauen mit, was sich auf ganzes Team auswirkt – 5:4 beim FBC – Abwehr der Gäste steht stabil

Von Michael Nachreiner Erstellt: 12. November 2018
Michael Krauß macht in Offenburg  den Unterschied Michael Krauß hat sich bis an Leistungsgrenze verausgabt, da er stark erkältet ist. Seine präzisen Schläge auf die Linie brachten die Offenburger immer wieder in Bredouille. Foto: Küppers

Die Faustballer des TV Vaihingen bleiben in der 1. Bundesliga Süd auch nach dem dritten Spiel ungeschlagen. Kolja Meyer und Co. gewannen beim FBC Offenburg mit 5:4 (8:11, 11:5, 11:7, 8:11, 11:6, 11:9, 7:11, 4:11, 11:6). Den Unterschied hat einmal mehr Michael Krauß gemacht – und die Abwehr.

Offenburg/Vaihingen. „Das war ein Spiel, das wir in den letzten Jahren verloren hätten, weil wir mental nicht stark genug waren. Doch jetzt haben wir mit Michael Krauß jemanden, der viel Selbstvertrauen hat – und das auch ins Team bringt“, berichtet Kolja Meyer, der Spielertrainer des TV Vaihingen. Und der Schlagmann des TVV hat auch beim 5:4-Sieg beim FBC Offenburg den Unterschied ausgemacht, obwohl er wie der Übungsleiter selbst, der mit Krauß zusammen das Angreiferduo bildete, stark erkältet in die Partie ging. Das wirkte sich mit zunehmender Spieldauer aus. „Wir sind im sechsten Satz in ein Tief gefallen, das sich die nächsten zwei Durchgänge aus weitergezogen hat. In dieser Phase hatten wir etwas Probleme mit unserer Angabe“, erklärt Meyer. „Dazu waren wir aus dem eigenen Rückschlag nicht ganz so effektiv.“

Im achten Satz versuchten es die Vaihinger sogar mal mit einem Wechsel in der Angabe. Statt Krauß übernahm Meyer diesen Part. „Für meine Verhältnisse war das nicht schlecht. Aber ich bringe da nicht genug, um die Offenburger unter Druck zu setzen“, erzählt der Spielertrainer. „Deshalb haben wir beschlossen, wir müssen wieder mehr Risiko gehen.“ Krauß übernahm wieder die Angabe und spielte den schwierigsten Ball, den er im Repertoire hat. Meyer: „Der birgt viel Risiko. Normalerweise spielt er den nur, wenn wir mit fünf Punkten vorne sind. Doch dieses Mal hat er ihn unter Druck, also bei Rückstand geschlagen.“ Der Ball ging direkt auf die Linie. In der nächsten Angabe wiederholte Krauß den Schlag. Wieder ein Punkt. „Wir haben zwar den Satz verloren“, berichtet Meyer. Aber das Momentum war wieder auf Vaihinger Seite.

Die gleiche Angabe brachte auch im Entscheidungssatz neun direkt einen Punkt zum 1:0. Danach legten die Vaihinger zwei Zähler bei Offenburger Angabe nach zum 3:0. Diesen Vorsprung verteidigten die Gäste bis zum Seitenwechsel – 6:3. Als die Vaihinger die Führung sogar auf 8:4 ausbauten, war die Partie entschieden. „Bei uns sind einige an die Leistungsgrenze rangegangen, vielleicht sogar drüber hinaus“, zollt Meyer seinen Mannschaftskameraden Respekt. „Vor allem Michael Krauß hatte alles aus sich herausgeholt. Nach Spielende war er richtig platt.“

Dabei liegt die Halle in Offenburg den Vaihingern eigentlich nicht so. „Der Boden ist etwas langsamer als in den meisten Hallen. Eigentlich kommt uns das entgegen, da unsere Stärken vor allem im Block- und Leinenspiel mit Prellern liegt“, berichtet Meyer. „Aber das kommt in Offenburg nicht so zum Tragen, weil die Offenburger in diesen beiden Sachen wahrscheinlich noch stärker sind. Dazu spielt FBC-Hauptangreifer Sven Muckle Preller aus einer Entfernung, die man nicht wirklich blocken kann. Er hat dann freies Schussfeld. Da kommt das Schusszuspiel aus sechs bis sieben Metern. Sehr hoch, dadurch hat der Ball schon viel Geschwindigkeit. Das ist phänomenal. So einen Ball spielt sonst wohl keiner in der Liga. Patrick Thomas ist vielleicht noch in der Lage, so ein Zuspiel zu verwerten.“

Dazu brauchten die Vaihinger etwas, um sich an den Ball der Offenburger zu gewöhnen. Im Faustball wird immer im Wechsel ein Satz mit dem Spielgerät der Heimmannschaft und dem der Gäste gespielt. „Der FBC-Ball sprang deutlich schlechter als unserer“, berichtet Meyer. „Dazu hatte Sven Muckle eine starke Phase vor allem aus der Angabe.“ Darüber hinaus kassierten die Vaihinger zwei leichte Bälle. „Da muss ich mich an die eigene Nase fassen“, erklärt der TVV-Spielertrainer. „Zwei Mal sind halblange Bälle nur fünf Meter von mir entfernt das zweite Mal aufgesprungen. Das ist sehr ärgerlich.“ Mit zunehmender Spieldauer kamen die Vaihinger aber auch mit dem Offenburger Ball immer besser zurecht. Meyer: „Wir haben schon im ersten Satz gemerkt, war wir mit dem FBC-Spielgerät machen müssen. Wir haben höher zugespielt. Und Michael Krauß hat mehr Verantwortung im Rückschlag übernommen. Ihm ist es sowieso lieber, wenn der Ball nicht so hoch zugespielt wird. Das ging mit dem Ball sehr gut.“

Das war mit dem eigenen Spielgerät sowieso kein Problem. „Wir haben im zweiten Satz zwar gleich den ersten Ball kassiert, weil er höher abgesprungen ist, als wir erwartet haben“, berichtet Meyer. „Aber im Rückschlag sind wir besser zurechtgekommen. Und Sven Muckle hatte in der Angabe etwas Probleme – einfach nur, weil der Ball etwas anders flog und aufsprang.“ Und auch die Abwehr der Vaihinger hat kaum etwas zugelassen. Vor allem in den Sätzen fünf und sechs hat sich Muckle an der TVV-Defensive „die Zähne ausgebissen“, berichtet Meyer und fügt hinzu: „Die drei Spieler hinten – Daniel Wörsinger, Marco Lochmahr und Tobias Rommel – standen richtig gut.“

TV Vaihingen: Kolja Meyer, Michael Krauß, Marco Lochmahr, Daniel Wörsinger, Tobias Rommel, Jakob Mahn.

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