Jungclaussen und Kilpper stechen heraus

Deutsche U 18 gewinnt souverän Titel bei Faustball-Europameisterschaft – 3:0 (12:10, 11:5 und 11:6) im Finale gegen Österreich

Von Michael Nachreiner Erstellt: 17. Juli 2017
Jungclaussen und Kilpper stechen heraus Zweimal Gold für den TV Vaihingen: Jakob Kilpper (links) hat im EM-Finale immer schon im voraus erahnt, wo der österreichische Angreifer hinschlagen würde. Und Johannes Jungclaussen (rechts) ist mit seinen Allroundfähigkeiten fast unverzichtbar für jede Mannschaft. Fotos: Archiv/Nachreiner

Fast einem Spaziergang gleichend ist die deutsche U-18-Nationalmannschaft bei der Faustball-Europameisterschaft zum Titel marschiert. Die Mannschaft der Bundestrainer Kolja Meyer und Tim Lemke gab im gesamten Turnierverlauf keinen Satz ab. Auch Österreich stellte im Finale keine Hürde da, auch wenn das Team aus der Alpenrepublik stärker aufspielte als in der Vorrunde.

Kleindöttingen/Vaihingen. Das Kabinenfest hatten sich die deutschen U-18-Faustballer verdient. Mit 3:0 (12:10, 11:5 und 11:6) hatten sie Österreich im Finale der EM im schweizerischen Kleindöttingen besiegt. „In der Kabine kann man als Nationalmannschaft mal etwas mehr die Sau rauslassen als in der Öffentlichkeit“, erklärt Bundestrainer Kolja Meyer (TV Vaihingen). „Danach geht es aber auf jeden Fall noch auf das offizielle Banquett. Und im Hotel wird bestimmt auch noch weitergefeiert.“

Es war ein Mannschaftssieg gegen die Österreicher im Finale. Zwar stachen laut Homepage der Deutschen Fausball-Liga (DFBL) die beiden Vaihinger Johannes Jungclaussen und Jakob Kilpper heraus. „Johannes ist unheimlich wichtig für so eine Mannschaft. Er ist überall einsetzbar. Er hat unseren Hauptangreifer Hauke Rykena enorm entlastet, spielt super zu und ist in der Abwehr kaum zu überwinden“, lobt Meyer. „Und Jakob hat eine unheimliche Antizipation gezeigt. Er stand schon immer dort, wo der österreichische Angreifer hingespielt hat. Er musste sich, glaube ich, im ganzen Spielverlauf nicht einmal hechten.“

Doch auch die anderen Spieler kamen an ihre Leistungsgrenze heran. „Mattias Zierer auf der anderen Abwehrseite hat einen gleich guten Job gemacht wie Jakob Kilpper. Er musste sich nur ab und zu hechten“, berichtet Meyer. „Und mit Hauke Spille hatten wir auch den besten Mittespieler des Turniers.“ Hauke Rykena vollendete die Startfünf des Endspiels. „Er hat die konstantesten Leistungen gezeigt.“

Die Deutschen starteten allerdings mit einem Nachteil in das Finale. Sie hatten die Seitenwahl verloren und mussten den ersten Satz direkt gegen die Sonne spielen. „Wir haben aber mit 12:10 gleich das Break geholt, auch wenn die Österreicher aufgedreht hatten und wir deutlich Gas geben mussten, und dann sozusagen auf der besseren Seite mit 11:5 nachgelegt. Damit standen die Österreicher gleich mit 0:2 nach Sätzen mit dem Rücken zur Wand“, erklärt Meyer.

Im dritten Durchgang ging der Bundestrainer zusammen mit seinem Kollegen Tim Lemke (TV Brettorf) volles Risiko. Sie nahmen Rykena vom Platz und stellten Jungclaussen in den Hauptschlag. „Hauke ist ein akribischer Arbeiter, aber nicht unbedingt nervenstark. Deshalb haben wir uns gesagt, wir probieren das mal aus und setzen notfalls alles auf den vierten Satz“, erzählt Meyer. Doch Jungclaussen war auf den Punkt da. „Er hat genau da hingeschlagen, wo es den Österreichern wehtat“, berichtet der Bundestrainer. Auch Durchgang drei ging mit 11:6 an Deutschland.

Musste das Team von Meyer und Lemke im Endspiel noch an seine Leitungsgrenze gehen, so war die Vorrunde und das Halbfinale ein Spaziergang. Meyer: „Das war sehr überragend von uns.“ Die Deutschen schlugen gleich im ersten Vorrundenspiel Österreich mit 3:0 (11:4, 11:6 und 11:7). „Die Österreicher waren da aber lange nicht so gut wie im Finale. Wir haben allerdings auch einen Blitzstart hingelegt“, berichtet der Bundestrainer.

Anschließend ließ seine Mannschaft auch der Schweiz beim 3:0 (11:5, 11:7 und 12:10) kaum eine Chance. „Das Spiel war für uns aber genauso schwer, wie gegen Österreich. Die Schweizer haben ein starkes Turnier gespielt. Dass sie gegen uns und gegen Österreich jeweils keinen Satz geholt haben, lag vielleicht auch an der schweren Aufgabe, vor eigenem Publikum die Nerven zu behalten“, erklärt Meyer.

Zum Abschluss der Vorrunde fertigte Deutschland die USA mit 3:0 (11:3, 11:3 und 11:3) ab. „Wir haben in den drei Spielen viel durchgewechselt, so dass nach der Vorrunde alle Spieler im Turnier waren und mental fit waren“, berichtet Meyer. „Keiner hat weniger als seine Bestleistung abgerufen.“

Die Nordamerikaner waren auch gleich wieder der deutsche Gegner im Halbfinale – 3:0 (11:3, 11:3 und 11:2). Für den Bundestrainer eher ein Nachteil. „Die US-Amerikaner waren zwar deutlich besser als in der Vorrunde. Sie hatten sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Aber ich denke, es war ein Vorteil, dass die Österreicher und die Schweizer sich noch einmal duellieren mussten. Das war auch der Grund, weshalb die Österreicher im Finale so stark waren.

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