„Haare schneiden ist ein cooles Handwerk“

Der Faustballer Max Winkler könnte sich neben seinem Lieblingssport auch einige andere Freizeitbeschäftigungen vorstellen. Höhepunkt im Trikot des TV Vaihingen war der Sieg bei der Heim-DM 2017 der U 18 vor einem riesigen Publikum.

Erstellt: 23. Dezember 2020
„Haare schneiden ist ein cooles Handwerk“ Der Faustballer Max Winkler aus Kleinglattbach hat beim TV Vaihingen seinen Sport erlernt und ist nach Stationen beim TV Unterhaugstett und dem NLV Vaihingen wieder bei seinem Heimatverein angekommen. Foto: Nachreiner

Kleinglattbach (rkü). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer neuen Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 5: Faustballer Max Winkler (21) aus Kleinglattbach.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es soweit gut. Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist natürlich keine leichte Zeit, die wir alle durchmachen. Man darf aber nicht vergessen, wie gut es einem aber dennoch geht.

Jetzt in der trainings- und spielfreien Phase: Wie halten Sie sich fit?

Durch die Schließung der Halle kann man ja nicht so wirklich etwas am Ball machen. Deswegen beschränkt sich mein Training gerade nur auf Krafttraining. Mit Luca Modenese habe ich eine Hantelbank angeschafft. Damit trainieren wir vier Mal die Woche gemeinsam.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Da ich vor nicht allzu langer Zeit umgezogen bin, habe ich immermal wieder was in der Wohnung zu tun. Sonst läuft ja gerade fast jeden Tag Profi-Fußball und damit wurde bestimmt schon die eine oder andere Stunde totgeschlagen seit Beginn der zweiten Welle.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Am meisten fehlt es mir sicherlich das Mannschaftstraining. Nicht nur der Sport, sondern auch meine Mitspieler fehlen mir, da man ja nicht nur zusammen spielt, sondern auch abseits des Feldes gut befreundet ist. Ich würde gerne auch einfach mal wieder kicken gehen mit Freunden oder Arbeitskollegen, denn Fußball ist immer eine super Abwechslung zum Faustball. Gerne würde ich auch mal wieder mit meiner Freundin oder meiner Familie etwas essen gehen.

Und auf was können Sie generell nicht verzichten?

Definitiv mein Spotify Account. Damit höre ich jeden Tag und überall Musik und Podcasts.

Natürlich funktioniert Spotify nicht ohne Medium, von daher kann ich auch nicht auf mein Handy verzichten.

Blicken wir auf die bisher in dieser Saison absolvierten Wettkämpfe/auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Wir haben an den ersten zwei Oktoberwochenenden jeweils ein Turnier in Leipzig und Gärtringen gespielt. Beide Turniere liefen vom Resultat her gut. In Leipzig wurde allerdings auf ein Spielfeld mit Feldsaison-Dimensionen gespielt, also 50 auf 20 Meter. Demnach war der Trainingseffekt für Hallenfaustball nicht so wirklich gegeben. Am Ende holten wir Platz zwei. In Gärtringen spielen wir jedes Jahr. Das Turnier ist für ein Hallenturnier wirklich super, was Spiel- und Wartezeiten angeht. Auch dieses Jahr wieder eine super Sache. Am Ende landeten wir hinter Käfertal und Pfungstadt auf Platz drei. Nach diesen Wochenenden wurde die Saison abgesagt, und alles hatte sich erledigt.

Was lief nicht so gut?

Zumindest bei mir selbst kann ich sagen, dass das Gefühl für das Spiel verloren gegangen ist. Wir haben seit Februar kein Pflichtspiel absolviert. Dadurch ist auf jeden Fall etwas Routine flöten gegangen. Es fühlt sich einfach etwas anders an, wieder im Wettkampf zu sein, auch wenn es nur ein Vorbereitungsturnier war.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Wir hatten in Gärtringen einige Spielzüge, in denen es echt schon wie aus einem Guss war. Mit Johannes Jungclaussen haben wir eine Option mehr gewonnen, theoretisch sogar auf jeder Position, da er jede Position spielen kann. Außerdem bringt er enorme Qualität in unsere Mannschaft und verfügt dazu noch über Erfahrung auf dem allerhöchsten Niveau.

Haben Sie noch die Hoffnung, dass die Saison zu Ende gespielt wird?

Nein, die Hallensaison wurde komplett abgesagt, auch wenn sich die DFBL im November lange noch eine Hintertür für eine Wiederaufnahme der Saison offengehalten hat. Nun ist es aber offiziell, dass nicht gespielt wird, und das ist auf jeden Fall auch richtig so.

Wie sieht für Sie ein optimales Szenario aus, um die Spielzeit zu Ende zu bringen?

Wir werden hoffentlich im Feld wieder spielen.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen: Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

In jüngster Vergangenheit auf jeden Fall die letzte Hallensaison mit dem Klassenerhalt vor vollen Rängen in der eigenen Halle. Die U-18-Heim-DM 2017 in der Halle. Nach einem schwierigen ersten Tag haben wir uns am zweiten Tag enorm gesteigert und mit einer Fankulisse im Rücken, wie man sie bei einem U-18-Wettbewerb noch nicht gesehen hat, den Titel gegen den TV Brettorf gewonnen. Individuell war mein erstes und einziges U-18-Länderspiel in Reichental definitiv noch ein Highlight, an das ich mich gerne erinnere.

Und welches war das negative Highlight?

Ein Lowlight war für mich die U-18-DM 2017 im Feld in Brettorf. Dort sind wir unter unseren Möglichkeiten geblieben, und das auch noch in meiner letzten U-18-Saison. Ein weiteres Lowlight war meine Nicht-Nominierung für die U-18-EM 2017.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Wenn man in den letzten zehn Jahren in der Bundesliga gespielt hat, gibt es darauf eigentlich nur eine Antwort: Der TSV Pfungstadt um Patrick Thomas. Eine vollkommen geschlossene Mannschaft, die auf jeder Position Top-Class ist und mit Patrick im Angriff den unumstritten besten Angreifer der letzten zehn Jahre hat. Ein Mal konnten wir ein Heimspiel 2018 gegen Pfungstadt gewinnen, da war Patrick verletzt.

Und welches ist Ihr sportliches Vorbild?

Stephen Curry von den Golden State Warriors ist für mich der inspirierendste Sportler. Einfach ein überragender Mann auf und neben dem Platz. Was er trotz seiner körperlichen Unterlegenheit in der NBA abreißt, ist einfach Wahnsinn. Im Faustball ist es auf jeden Fall mein langjähriger Mitspieler und Trainer Marco Lochmahr, der vor allem im Zuspiel meiner Meinung nach der Beste der Liga war. Andere Spieler auf meiner Position, von denen man sich auf jeden Fall etwas abgucken kann, sind Fabian Sagstetter vom TV Schweinfurt-Oberndorf und Malik Müller vom SVD Diepolsau.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Gerne spiele ich auch Fußball, Volleyball und Basketball. Mir gefallen einfach Ballsportarten und ich sehe darin auch eher meine Stärken als zum Beispiel in der Leichtathletik. Deswegen würde ich wohl einer oder mehreren dieser Sportarten angehören. Ein nicht sportliches Hobby von mir ist tatsächlich Haare schneiden. Das ist ein cooles Handwerk.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Da meine Freundin kein Ding ist, würde ich ein Ding streichen und mit meiner Freundin, einer gefüllten Kühlbox und einer Strandmatte gehen.

Und was ist Ihre größte Schwäche?

Lebensmittel einkaufen ist für mich immer eine kleine Herausforderung. Oft brauche ich gefühlt die doppelte Zeit, die nötig wäre, nur weil ich nicht weiß, wo welches Produkt zu finden ist.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Damit würde ich wahrscheinlich eine Immobilie als Anlage zulegen. Ob ich diese dann selbst nutzen oder vermieten würde, weiß ich nicht.

Unabhängig von Geld: Welchen Wunsch würden Sie sich gerne einmal erfüllen?

Gerne würde ich einmal Südamerika bereisen. Meine Nachbarin ist Brasilianerin und von dort habe ich schon oft gehört, wie schön es in Brasilien sein muss.

Welchen Prominenten würden Sie gerne einmal kennenlernen?

Kann mich nicht zwischen Stephen Curry und Drake entscheiden. Curry ist wie oben erläutert einfach mein Lieblingssportler. Drake ist auf jeden Fall mein Lieblingsartist All Time, einfach ein absoluter Superstar. Beide sind sehr charismatische und inspirierende Typen.

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