Ein Abend zum Vergessen für den TVV

Vaihinger Faustballer verlieren erstes Endspiel um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Süd beim Schlusslicht Stammheim mit 3:5

Von Michael Nachreiner Erstellt: 20. Januar 2020
Ein Abend zum Vergessen für den TVV Jakob Kilpper (von rechts) – hier im Duell mit Stammheims Christian Gayer – hatte nicht seinen besten Tag beim Gastspiel des TV Vaihingen beim TVS. Foto: Archiv/Leitner

Vielleicht haben sich die Faustballer des TV Vaihingen selbst zu viel Druck gemacht, vielleicht haben sie den TV Stammheim nach Platz drei beim Champions-Cup etwas zu leicht genommen – Trainer Markus Knodel ist ratlos. Die Vaihinger verloren in Stuttgart mit 3:5 (11:8, 4:11, 11:5, 10:12, 9:11, 6:11, 11:9 und 7:11) und verpassten damit praktisch die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt.

Stammheim/Vaihingen. Es war ein Abend zum Vergessen für die Faustballer des TV Vaihingen. „Das war gestern nichts – von vorne bis hinten und überall“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel. „Wir haben so gut wie gar keine Punkte gemacht. Außerdem war die erste Abwehr unsauber. Und auch das Zuspiel kam zu selten. Das war eines Absteigers würdig.“ Selbst die drei Sätze, die die Vaihinger gewannen, waren ein Offenbarungseid. „Man hatte von Anfang an das Gefühl, das eine Team will den Sieg und glaubt daran und das andere ist halt da und spielt so ein bisschen“, bemängelt Markus Knodel. „Wir haben es aber auch nie wirklich geschafft, Jakob Kilpper ins Spiel zu bringen. Dazu brauchen wir ein gutes Zuspiel mit dem Ball auf der Leine. Das hat aber nur selten geklappt – und wenn einmal, haben wir nichts daraus gemacht.“

Was den Gästen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zugutekam, war, dass die Stammheimer zunächst auch sehr fehlerbehaftet spielten. „Die Gastgeber waren zwar im Vergleich zum Hinspiel deutlich verbessert. Aber es war kein Spiel auf einem hohen Niveau“, berichtet Markus Knodel. „Allerdings waren die Stammheimer im Angriff druckvoller, was letztlich ein paar Punkte eingebracht hat. Bei uns hatte man das Gefühl, wir spielen den Ball nur rüber und warten, bis die Gastgeber einen Fehler machen.“ So gingen die Stammheimer praktisch in jedem Satz zunächst in Führung. In den Durchgängen eins und drei schenkte der TVS diese dann aber wieder her und sorgte letztlich dafür, dass die Vaihinger die Sätze gewannen.

Knackpunkt war nach Markus Knodels Ansicht der vierte Durchgang. Bei 10:7-Führung „schmeißen wir vier Angaben rüber, die keine Angaben waren“, ärgert sich der Übungsleiter, nimmt seine Schlagleute direkt wieder in Schutz: „Man darf nicht vergessen, dass Jakob Kilpper kein Angreifer ist. Er muss das als Abwehrspieler managen. Und Michael Knodel ist noch U-18-Spieler. Er kann das Team noch nicht alleine tragen.“ Markus Knodel ist sich aber sicher: „Wären wir mit 3:1 nach Sätzen in Führung gegangen, wäre die Partie anders gelaufen.“

Doch so verpassten die vergebenen Chancen, den Sack in Durchgang vier zuzumachen, den Vaihingern einen Knacks. Zwar gestalteten sie den nächsten Abschnitt noch relativ eng. Doch im sechsten Satz waren sie chancenlos. Die Stammheimer machten aus einem 1:2-Satz-Rückstand eine 4:2-Satz-Führung.

Dort sammelten sich die Vaihinger noch einmal. Doch es wurde nicht besser. Schnell lagen sie im siebten Durchgang mit 1:6 zurück. „Doch dann haben uns die Stammheimer den Satz dank einiger Fehler geschenkt“, berichtet Markus Knodel. Hoffnung keimte beim TVV-Trainer wieder auf. „Nach dem gewonnenen Durchgang glaubt man, jetzt geht noch war“, erklärt er. Doch seine Mannschaft belehrte ihn eines Besseren. Markus Knodel: „Gefühlt nach nur einer Minute im achten Satz lagen wir gleich wieder mit 0:4 zurück.“ Und dieses Mal ließen sich die Stammheimer nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.

Doch so niederschmettern die Niederlage auch ist, der TVV hat den Klassenerhalt noch selbst in der Hand. Denn am letzten Spieltag gibt es zu Hause wahrscheinlich ein absolutes Endspiel gegen den Vorletzten TV Hohenklingen. „Und man darf auch nicht alles verteufeln. Wir haben ein extrem junges Team. Jaro Jungclaussen ist mit seinen 22 Jahren der älteste“, erklärt Markus Knodel. „Es wäre deshalb auch kein Beinbruch, wenn wir absteigen würden.“

TV Vaihingen: Jakob Kilpper, Jacob Jungclaussen, Max Winkler, Jaro Jungclaussen, Nils Hantke, Michael Knodel, Marc Krüger, Marco Lochmahr.

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