Die eine Seite gefällt Vaihingen nicht

TVV tut sich gegen Landshut auf einer Spielfeldhälfte schwer

Von Michael Nachreiner Erstellt: 18. Januar 2016
Die eine Seite gefällt Vaihingen nicht Eva Grözinger (Bild) ist beim Spieltag in Bad Liebenzell zur Stelle, wenn die Gegnerinnen Marie-Therese Rothmaier durch direkte Anspiele aus der Partie nehmen. Foto: Nachreiner

„Ich denke, dass wir uns mit diesen beiden Siegen für die DM-Endrunde qualifiziert haben.“ Nachdem das Minimalziel Klassenerhalt nach einer Hinrunde ohne Niederlage frühzeitig erreicht war, steht für Corinne Meyer nach dem ersten Spieltag der Rückrunde fest, dass die Faustballerinnen des TV Vaihingen wieder um den nationalen Titel spielen werden.

Bad Liebenzell/Vaihingen. Beinahe wäre es passiert gewesen. Die Faustballerinnen des TV Vaihingen standen im zweiten Spiel des Bundesligaspieltags in Bad Liebenzell gegen die TG Landshut schon mit dem Rücken zur Wand. Kerstin Stäringer hatte soeben einen langen Ball zur 2:1-Satz-Führung für die Bayerinnen verwandelt. Es drohte die erste Saisonniederlage in der 1. Bundesliga Süd gegen den Tabellendritten. Doch dann drehten die Vaihingerinnen auf und drehten die Partie noch zum 3:2 (11:13, 11:6, 9:11, 11:5 und 11:4)-Sieg. „Landshuts Hauptangreiferin Olga Blehm hatte hinten raus nicht mehr so viel Druck gemacht“, erklärt TVV-Spielertrainerin Corinne Meyer. „Zu Beginn waren wir noch etwas angespannt.“ Und Zuspielerin Natalie Lochmahr ergänzt: „Wenn wir uns selbst unter Druck setzen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen müssen, dann machen wir nie ein gutes Spiel.“ Im ersten Spiel des Tages hatten die Vaihingerinnen sich gegen die Gastgeberinnen des TV Unterhaugstett mit 3:0 (11:6, 11:6 und 11:4) durchgesetzt.

Der Fokus der Vaihingerinnen lag in Bad Liebenzell ganz klar auf dem zweiten Spiel gegen die TG Landshut. Doch gerade gegen die Bayerinnen verkrampften die Enzstädterinnen zu Beginn etwas. Außerdem zeigte TGL-Hauptangreiferin Blehm, warum sie schon in die Nationalmannschaft berufen worden war. „Olga Blehm hat im ersten Satz keinen Fehler gemacht. Da war sie unheimlich stark“, berichtet Meyer. Die Landshuter Angreiferin agierte äußerst präzise. Ihre langen Bälle schlug sie mit unheimlicher Kraft und fand immer die richtige Länge – knapp vor oder auf die Linie. Und wenn sich die Vaihingerinnen etwas zu weit aus dem Feld treiben ließen, streute sie kurze Bälle ein, die zum Erfolg führten.

Auf der anderen Seite stand ihr aber Marie-Therese Rothmaier kaum nach. Auch sie zeigte ihr ganzes Spektrum an Schlägen. Deshalb versuchten es die Landshuterinnen in der Regel damit, die TVV-Hauptangreiferin durch direkte Anspiele sofort aus dem Spiel zu nehmen. Das gelang aber nur bedingt. Zum einen dauerten die Ballwechsel oftmals so lange, dass Rothmaier doch noch irgendwann zum Rückschlag kam. Oder aber Eva Grözinger, Vaihingens Zweitangreiferin, sprang fast ohne Fehl und Tadel in die Bresche.

Probleme hatten beide Mannschaften jeweils auf der von den Zuschauern aus gesehen rechten Spielfeldhälfte. Im ersten Satz gerieten die Vaihingerinnen auf dieser Seite nach 3:3 leicht in Rückstand, glichen beim 8:8 zwar wieder aus, mussten sich aber mit 11:13 geschlagen geben. Im zweiten Durchgang hatten dann die Landshuterinnen auf dieser Spielfeldseite nichts zu melden. Nach 2:2 gerieten sie mit 2:5 und 3:7 in Rückstand und verloren 6:11. Doch bereits im nächsten Satz quälten sich wieder die Vaihingerinnen auf dieser Seite der Leine. Mit 1:7 lagen sie bereits zurück, ehe sie eine kleine Aufholjagd starteten. Doch näher als 8:9 kamen sie nicht mehr heran. In Durchgang vier dann wieder umgekehrte Vorzeichen: Die Vaihingerinnen zogen auf 6:1 und 8:5 davon. Damit entschieden sich die Enzstädterinnen, den Entscheidungsdurchgang auf der Seite zu beginnen, auf der sie weniger Probleme hatten. Und wieder bauten sie ihren Vorsprung bis zum Seitenwechsel mühelos auf 6:1 aus. Obwohl die Landshuterinnen den Durchgang nicht herschenkten, war die Entscheidung gefallen. „Mir ist das auch ein Rätsel, warum wir auf der einen Seite so viele Probleme hatten. Eigentlich hatten wir gedacht, dass es die bessere Seite ist. Denn auf der anderen blendete das Licht durch die Fenster ein bisschen“, berichtet Meyer.

Weniger Probleme hatten die Vaihingerinnen zuvor mit dem TV Unterhaugstett. Ohne sich wirklich verausgaben zu müssen, setzten sie sich mit 3:0 durch. „Allerdings haben wir uns etwas schwer getan, richtig gut ins Spiel zu kommen. Wir haben zwar die Bälle in der Abwehr gehabt, waren aber nicht präzise genug. Wir haben sie kreuz und quer durch die Halle gespielt“, erklärt Meyer. „Allerdings ist es in der Halle in Bad Liebenzell zum einen schwierig, Punkte zu erzielen, da relativ viel Auslauf rund ums Spielfeld vorhanden ist. Da müssen die Zuspiele noch sauberer sein. Zum anderen ist die Spannung automatisch nicht ganz so hoch, wenn man gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller spielt.“

TV Vaihingen: Rothmaier, Grözinger, Lochmahr, Meyer, Späth, Frölich, Anna Winkler.

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