Steelers gewinnen Classico der DEL 2

Bietigheim besiegt Frankfurt mit 4:3 nach Verlängerung – Beim 2:3 bei Lausitzer Füchse stehen Schiedsrichter am Ende im Mittelpunkt

Erstellt: 22. Januar 2019
Steelers gewinnen Classico der DEL 2 Wo ist der Puck? Nachdem Bietigheims Norman Hauner (vorne) abgezogen hat, setzt Shawn Weller (links) gegen Löwen-Goalie Ilya Andryukhov (rechts) nach. Foto: Baumann

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) 2 ist spannend wie selten zuvor. Zwischen Platz eins und sechs liegen gerade einmal acht Punkte. Mit für diese Spannung haben die Bietigheim Steelers gesorgt, die die Löwen Frankfurt am Sonntag mit 4:3 nach Verlängerung niederrangen. Zwei Tage zuvor ließen sie die Zähler beim 2:3 bei den Lausitzer Füchsen noch in Weißwasser.

Bietigheim-Bissingen (js). Seit dem gekauften Aufstieg der Fischtown Pinguins Bremerhaven in die DEL ist das Duell zwischen den Bietigheim Steelers und den Frankfurt Löwen so etwas wie der Classico der DEL 2 geworden. Meist ging es in diesen Auseinandersetzungen um die Tabellenführung, den Einzug ins Playoff-Finale oder um den Titel. Auch in dieser Saison gehören beide Teams zur Spitzengruppe der Liga. Die Frankfurter waren bis zur Heimniederlage am Freitag gegen Bayreuth kurzzeitig sogar Spitzenreiter.

Zu Beginn war Bietigheim, das ohne Frederik Cabana auskommen musste, der sich in Weißwasser verletzt hatte, die etwas bessere Mannschaft. So richtig gefährlich wurde es zunächst aber für beide Torhüter nicht. Durch eine zufällig entstandene Chance gingen die Gäste aber mit 1:0 in Führung. Ein Pressschlag beförderte die Scheibe zunächst vor das Steelers-Tor. Ein weiterer Pressschlag sorgte dafür, dass sie in Richtung langem Pfosten prallte, wo Mike Fischer völlig blank stand und einschob. Die Bietigheimer Antwort ließ aber genau sieben Sekunden auf sich warten. Matt McKnight gewann das Anspiel, Willie Corrin servierte ihm die Scheibe perfekt in den Lauf und ganz allein vor Ilya Andryukhov ließ der Goldhelm dem Schlussmann keine Chance.

Der emotionalste Moment des zweiten Drittels war, als Maximilian Faber ein Foul von Shawn Weller an dem Bietigheimer rächen wollte. Faber hatte sich aber den Falschen ausgesucht, bezog ordentlich Prügel und durfte sich anschließend 14 Minuten auf der Strafbank ausruhen. Weller bekam zwei Minuten zusätzlich für das vorhergehende Foul. Tore fielen auch. Wieder zuerst für die nun besseren Frankfurter. Nach einem Scheibenverlust der Steelers hinter dem eigenen Tor fand Matthew Pistilli Brett Breitkreuz, der Danke sagte (32. Minute).

Die Antwort der Steelers ließ diesmal immerhin 137 Sekunden auf sich warten. Nach einem Querpass von Yannick Wenzel netzte Dennis Swinnen vom rechten Bullykreis ein. Der Jubel war aber kaum verklungen, da verlor Steelers-Kapitän Nikolai Goc die Scheibe an Carter Proft, der noch zwei, drei Schritte ging und dann Goalie Ilya Sharipov überwand. Wieder erwiesen sich die Steelers aber als Meister der Blitzreaktion. 18 Sekunden später nutzte Benjamin Zientek einen Frankfurter Fehler zum erneuten Ausgleich – 3:3.

Mit der Rangelei und den vielen Toren in der Endphase des zweiten Drittels war die Partie endlich zu dem emotionalen Duell geworden, das die Zuschauer aus der Vergangenheit kannten. Dafür fielen im Schlussabschnitt keine Tore mehr. Die Verlängerung musste her. Da hatte zunächst Frankfurt zwei, drei gute Gelegenheiten. Dann musste Breitkreuz auf die Strafbank, und die Steelers setzten sich fest. McKnight hämmerte die Scheibe schließlich fast von der blauen Linie in die Maschen (63.).

Der Sieg gegen Frankfurt war Honig auf die aufgewühlten Gemüter der Bietigheimer. Die hatten mit den Schiedsrichtern Dominic Erdle und Alexander Singer gehadert. Einige Entscheidungen muteten allerdings auch hanebüchen an. Dass Alexander Preibisch knapp drei Minuten vor dem Ende beim Stand von 2:2 wegen Bandenchecks vorzeitig unter die Dusche musste, war gerechtfertigt. Doch als bei einem Laufduell zwischen Zientek und einem Gegenspieler der Füchse-Akteur fiel und in die Bande krachte, sahen nur die Unparteiischen ein Verschulden beim Bietigheimer. Als die Füchse schließlich in doppelter Überzahl in Führung gegangen waren, musste auch noch Rene Schoofs beim anschließenden Bully raus. Die Schiedsrichter hatten einen Stockschlag gesehen. Das gleiche strafwürdige Verhalten sahen sie wenig später auch bei Sharipov.

Hätten die Männer in Schwarz und Weiß diese Linie in den 57 Minuten zuvor so durchgezogen, wahrscheinlich wären beide Teams fast nie in voller Mannschaftsstärke auf dem Eis gestanden. Denn die Partie Dritter gegen Vierter war durchaus hart umkämpft, aber ein wenig zerfahren. In einem relativ ereignislosen ersten Drittel hatte der Ex-Lausitzer Swinnen die Gäste in Überzahl in Führung gebracht. Er war bei einem Zuspiel von Norman Hauner goldrichtig am langen Pfosten gestanden.

Nach dem ersten Seitenwechsel kamen die Gastgeber etwas besser auf. Der Ausgleich war jedoch eher ein Zufallsprodukt durch eine Einzelleistung. Bei einem Gestochere im Mittelkreis kam Jakub Kania letztlich mit der Scheibe heraus und hatte nur noch einen Gegenspieler vor sich. Vom linken Bullykreis traf er genau unter die Latte ins lange Eck (23.). Der Lausitzer Führung ging eine erste eher zweifelhafte Strafe gegen Willie Corrin voraus und ein Konter von Alexander Preibisch, der durch Einhaken an der Schulter gestört wurde. Hier ahndeten die Unparteiischen jedoch nichts. Dafür traf Jake Ustorf kurz vor Ablauf der Strafe gegen Corrin, nachdem Sharipov einen Schuss von Mychal Monteith hatte prallen lassen. Für das 2:2 durch Preibisch brauchten die Steelers nur drei Stationen aus dem eigenen Drittel bis ins Netz. McKnight und Benjamin Hüfner lieferten die Vorarbeit.

Zwei Mal hatte Preibisch noch völlig allein vor Goalie Maximilian Franzreb die Chance zur Steelers-Führung, scheiterte jedoch jeweils. Gut drei Minuten vor dem Ende hatte Franzreb aber Glück, als ihm ein Schuss von McKnight nur an den Pfosten rutschte.

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