Löwen erzwingen ein Entscheidungsspiel

Frankfurt gleicht die Viertelfinalserie gegen die Bietigheim Steelers durch einen 5:1-Sieg in Spiel vier gestern Abend zum 2:2 aus. Am morgigen Samstag kommt es damit im Ellental zum finalen Showdown der beiden Aufstiegsaspiranten um den Einzug ins Halbfinale.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 30. April 2021
Löwen erzwingen ein Entscheidungsspiel Riley Sheen hat in Spiel vier in Frankfurt bereits seinen insgesamt sechsten Treffer in der Viertelfinalserie gegen die Löwen erzielt. Foto: Baumann

Frankfurt/Bietigheim-Bissingen. Die Löwen Frankfurt haben ein Entscheidungsspiel in der Viertelfinalserie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 gegen die Bietigheim Steelers erzwungen. Die Mannschaft von Trainer Franz-David Fritzmeier gewann das Spiel vier der Best-of-Five-Serie in der heimischen Eissporthalle mit 5:1. damit glichen sie im Duell der beiden Aufstiegsaspiranten nach 0:2-Rückstand auf 2:2 aus. Am morgigen Samstag (17 Uhr) geht es nun im Ellental um die Wurst. Wer diese Begegnung gewinnt, zieht ins Halbfinale ein. Für den Verlierer ist die Saison beendet.

Beide Teams begannen die Partie doch recht verhalten. Ihnen war anzumerken, dass den Spielern bewusst war, welche Bedeutung ein Sieg jeweils haben würde. Die Löwen Frankfurt würden ein Entscheidungsspiel am Samstag im Ellental erzwingen, die Bietigheim Steelers, die auf Matt McKnight, der eine Disziplinarsperre von einer Partie absaß, und Brett Breitkreuz verzichten mussten, würden ins Halbfinale einziehen. Vor allem bei den Gästen aus Schwaben hatte man den Eindruck, dass sie den Puck vor allem weit weg von der eigenen Zone und dem eigenen Tor halten wollten. Sie schlugen die Hartgummischeibe ziemlich oft ohne ein direktes Ziel einfach tief in die Frankfurter Zone. Dementsprechend hatten die Mainhessen in der Anfangsphase ein optisches Übergewicht.

Mit der ersten Zwei-Minuten-Strafe gegen die Löwen änderte sich dies. In Überzahl erspielten sich die Steelers einige gute Möglichkeiten, scheiterten aber jeweils an Goalie Bastian Kucis, oder die Schüsse gingen knapp vorbei. Auch in der Folge investierten die Gäste mehr. In der 15. Minute hatten die meisten Bietigheimer Fans am Livestream wahrscheinlich schon den Torschrei auf den Lippen. Nach Pass von Robin Just bot sich Yannick Wenzel am langen Pfosten die ganz große Einschusschance. Doch Kucis fuhr sein rechtes Bein ganz weit aus und parierte auch diesen Versuch.

Mit einem ganz anderen Tempo und einer ganz anderen Aggressivität kamen die Steelers aus der Drittelpause. Doch auch zwei Powerplaysituationen – 36 Sekunden davon sogar in doppelter Überzahl, nachdem erst Carter Proft und nicht mal anderthalb Minuten danach auch Martin Buchwieser in die Kühlbox gemusst hatten – reichten den Bietigheimer nicht für einen Treffer.

Die Führung erzielten stattdessen die Löwen. Nachdem die Steelers knapp vier Minuten in Unterzahl gewesen waren, weil zunächst Rene Schoofs zwei Minuten kassierte und kurz vor Ablauf seiner Strafe auch Alexander Preibisch auf die Sünderbank musste, schepperte es hinter Goalie Leon Doubrawa. Maximilian Faber brachte den Puck in den Slot, wo Luis Schinko so viel Zeit und Platz hatte, um sich zu drehen und auf Sebastian Collberg abzulegen. Und der ließ sich die Chance nicht nehmen – 1:0 (35. Minute).

Die Steelers versuchten zwar alles, um den Spielstand noch vor der Drittelpause wieder zu egalisieren. Doch mehr als ein Lattentreffer von Robin Just 82 Sekunden vor der Sirene nach einem Puckverlust der Frankfurter direkt vor dem eigenen Kasten sprang nicht heraus.

Im dritten Abschnitt kosteten die Zwei-Minuten-Strafen die Bietigheimer das Spiel. In der 47. Minute legte Kale Kerbashian bei einem Mann mehr auf dem Eis die Hartgummischeibe überlegt auf Buchwieser im High-Slot zurück. Dessen Schuss parierte Doubrawa zwar noch. Doch gegen den Nachschuss von Collberg war der Steelers-Goalie machtlos.

Hoffnung kam bei den Gästen aber wieder auf, als Riley Sheen sich den Puck nur 51 Sekunden später auf die Rückhand legte, bis zum gegenüberliegenden Pfosten fuhr und die Scheibe Kucis durch die Hosenträger zum 1:2 schob (48.). Und nur rund eine halbe Minute später hatten die Steelers sogar die große Chance auf den Ausgleich, als der Puck frei vor dem Tor lag. Doch Kucis parierte den Schuss.

Statt des Ausgleichs der Gäste sahen die Fans am Livestream dann aber dás 3:1 der Frankfurter. Die Löwen gewannen in der 50. Minute ein Bully in der Zone der Steelers, worauf Maximilian Faber von der blauen Linie abzog und der Puck Doubrawa durch die Schoner rutschte. Und beim nächsten Powerplay erhöhten die Gastgeber sogar auf 4:1. In einen harten Pass von Faber hielt Buchwieser seine Kelle und fälschte den Puck so unhaltbar für Doubrawa ab (55.).

Fünf Minuten und 33 Sekunden vor dem Ende musste dann auch noch einmal ein Frankfurter in die Kühlbox. Steelers-Trainer Daniel Naud ging all-in und nahm Doubrawa zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch die Löwen verteidigten zunächst die doppelte und im Anschluss auch die einfache Unterzahl mit Herzblut. Stephen MacAulay machte dann mit einem Empty-Net-Treffer 131 Sekunden vor der Schlusssirene den Sack zu.

Damit treffen im einen Duell der Vorschlussrunde der souveräne Hauptrundenprimus Kassel Huskies, der gegen die Heilbronner Falken zwar kämpfen musste, aber kein Spiel abgab, auf die Ravensburg Towerstars, die sich gegen die Tölzer Löwen mit 3:1 durchsetzten. Die beiden Teilnehmer des anderen Halbfinales müssen dagegen erst noch am morgigen Samstag ermittelt werden. Sowohl in der Serie zwischen den Bietigheim Steelers und den Löwen Frankfurt als auch im Duell zwischen den Wölfen Freiburg und dem ESV Kaufbeuren steht es 2:2-unentschieden.

Weiterlesen
Entscheidung vertagt

Entscheidung vertagt

Drucken Freiburg/Bietigheim-Bissingen. Die Bietigheim Steelers haben es gestern Abend verpasst, als erstes Team ins Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 einzuziehen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Naud verlor in der Echte-Helden-Arena gegen die Wölfe Freiburg nach 2:0-... »