In der DEL 2 beginnt die fünfte Jahreszeit

Acht Teams kämpfen seit gestern Abend in den Playoffs um den ersten Aufsteiger ins Oberhaus seit 2006. Die Bietigheim Steelers haben es im Viertelfinale mit den Löwen Frankfurt zu tun. Die Best-of-Five-Serie startet heute Abend mit einem Heimspiel in der Ege-Trans-Arena – mit guten Vorzeichen für das Team von Trainer Daniel Naud.

Erstellt: 23. April 2021
In der DEL 2 beginnt die fünfte Jahreszeit Das Salz in der Suppe in der fünften Jahreszeit im Eishockey, den Playoffs, fehlt zwar: die Zuschauer. Doch die Bietigheim Steelers sind trotz Quarantäne kurz vor Beginn des Viertelfinales gut vorbereitet auf die Löwen Frankfurt. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen (ae/nac). Wenn die Bietigheim Steelers heute Abend ins Playoff-Viertelfinal der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 gegen die Löwen Frankfurt starten, dann steckt noch mehr Brisanz in der Best-of-Five-Serie als üblich. Denn beide Teams haben neben dem souveränen Hauptrundenprimus Kassel Huskies als einzige DEL-2-Teams die Bürgschaft für einen Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse hinterlegt. Doch für eine der beiden Mannschaften ist der Traum vom Sprung in die DEL bereits nach maximal fünf Partien ausgeträumt.

„Wir gehen gerne als Außenseiter in diese Serie“, sagt Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch mit einem Augenzwinkern. Denn hessische Medien hatten schon von einem Finale zwischen den beiden ehemaligen DEL-Clubs aus Kassel und Frankfurt spekuliert. Dabei ließen sie außer Acht, dass die Bietigheimer die Hauptrunde als Vierter abgeschlossen haben – und damit einen Platz besser als die Frankfurter. Die Favoritenrolle dürfte also eher bei den Schwaben liegen, die zudem Heimrecht haben.

Das legen auch die bisherigen Duelle nahe. 40 Mal trafen die Steelers und die Löwen bisher in der DEL 2 aufeinander. 22 Mal behielten die Bietigheimer die Oberhand, 18 Mal die Mainhessen bei einem Torverhältnis von 134:133. In der diesjährigen Hauptrunde verließ der SCB drei Mal als Gewinner das Eis. In der heimischen Ege-Trans-Arena schoss das Team von Trainer Daniel Naud zwei klare Erfolge heraus (7:2 und 5:0). Enger ging es in den zwei Duellen in der Eissporthalle am Ratsweg zu: Mitte Februar behaupteten sich die Steelers dort mit 7:5, einen Monat später bejubelten die Löwen mit dem 3:2 ihren bisher einzigen Saisonerfolg über Bietigheim.

Naud rechnet allerdungs mit einer engen Serie und taxiert die Chancen aufs Weiterkommen auf 50:50 oder 51:49. „Man muss gut spielen, von schwereren Verletzungen verschont bleiben und Glück haben – auch mit Schiedsrichterentscheidungen. Es muss alles passen“, sagt der Steelers-Trainer.

Wenn alles perfekt läuft, kann seine Mannschaft an diesem Freitag (19.30 Uhr) das erste Viertelfinalduell gegen die Löwen Frankfurt zumindest mit einem prall gefüllten Kader bestreiten. Die zuletzt verletzt fehlenden Tim Schüle, Yannick Wenzel und Benjamin Zientek sind wieder fit und haben in den vergangenen Wochen auch auf dem Eis trainiert, während ihre Teamkollegen in häuslicher Quarantäne weilten. Schließlich war jenes Trio beim Derby an Karsamstag in Heilbronn, das vier Corona-Fälle im Bietigheimer Kader zur Folge hatte, nicht dabei.

Fraglich ist hingegen der Einsatz von Cody Brenner. Den Torhüter plagen schon seit Monaten immer wieder die gleichen Leistenprobleme. Ob die vier Profis, die mit dem Virus infiziert waren, bereits in Spiel eins der Best-of-Five-Serie wieder auflaufen, entscheidet sich kurzfristig. „Wenn wir von den Ärzten grünes Licht bekommen, spielen sie“, erklärt Naud. Die Betroffenen durchlaufen seit ihrer Genesung derzeit das Programm „Return to Play“ mit EKG sowie Blut- und Lungentests.

Nach einer zweiwöchigen Quarantäne sind die Steelers seit Sonntag wieder im Eistraining. Nur ein halbes Dutzend Einheiten hatte Naud Zeit, um seine Schützlinge für den Playoff-Auftakt vorzubereiten. „In den ersten zwei Tagen kamen viele Pässe nicht an, waren viele Schüsse ungenau – so wie das auch zu Beginn einer Vorbereitung im Sommer der Fall ist. Das wurde dann aber immer besser. Jetzt sind wir wieder auf einem guten Level“, berichtet der Coach. „Die Jungs haben in dieser Woche richtig gut sowie fokussiert trainiert und sind hochmotiviert für die Playoffs.“

Bei Frankfurt fallen mit Kapitän Adam Mitchell, Manuel Strodel und David Suvanto drei Stützen bis zum Saisonende verletzt aus. Vor allem Mitchell wird den Löwen fehlen. Immerhin ist der Deutsch-Kanadier der zweitbeste Scorer der Mainhessen. Seine 38 Punkte werden nur von Stephen MacAulay. Der 28-jährige kanadische Mittelstürmer erzielte die meisten Tore (17) und ieferte auch die meisten Vorlagen (23). Ein weiterer Angreifer war im Lauf der Saison allerdings noch besser in Schuss: Kale Kerbashian. Der kanadische Center bestritt seine ersten 34 Spiele noch im Trikot der Lausitzer Füchse und avancierte bei den Weißwasseranern mit 38 Zählern (14 Tore, 24 Assists) zum Topscorer. Ende Februar wurde sein Vertrag aber vorzeitig aufgelöst, und Kerbashian wechselte an den Main. Für seinen neuen Club verbuchte er in 17 Partien weitere drei Treffer und acht Vorlagen.

Des Weiteren ist der Einsatz der angeschlagenen Eduard Lewandowski, Sebastian Collberg und Christian Kretschmann fraglich.

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Entscheidung vertagt

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