Fünf Gönner helfen den Steelers

Nach der Sanierung und der erteilten Lizenz für die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 richtet der Verein aus dem Ellental den Blick aufs Sportliche und den Spielbetrieb.

Erstellt: 29. August 2020
Fünf Gönner helfen den Steelers Die Bietigheim Steelers werden auch in der Saison 2020/2021 in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 auflaufen. Die grün-weiße Wand aus Fans wird es aber voraussichtlich nicht geben. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen (ae). Die Erleichterung im Ellental ist riesengroß. Die Kunde aus der Zentrale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 in Neuss, dass die Bietigheim Steelers die für die nachträgliche Lizenzerteilung verlangten Auflagen – frisches verfügbares Kapital, aber auch die Einsetzung eines wirtschaftlichen Beraters – zur Zufriedenheit der Liga erfüllt haben (wir berichteten), beseitigte am Dienstag die letzten Zweifel am Überleben des Clubs in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. „Wir sind all jenen dankbar, die uns unterstützt haben und die immer daran geglaubt haben, dass es hier weitergeht. Viele Fans haben mitgehofft und mitgefiebert“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch.

Nach der erstinstanzlichen Lizenzverweigerung durch das Ligabüro hatte der Steelers-Macher viel Kritik einstecken müssen – speziell in den sozialen Medien. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Den Miesepeter-Schreibern haben wir gezeigt, dass wir die Herausforderung auch in schwierigen Zeiten meistern“, stellt Schoch nicht ohne Genugtuung fest. Dem Verein zufolge waren es letztlich fünf Gönner, die die im Kompromiss des Schiedsgerichts geforderte Summe an frischem Kapital im mittleren sechsstelligen Bereich bereitgestellt haben. „Sie haben meinen größten Respekt. So eine Unterstützung ist gerade vor dem Corona-Hintergrund nicht selbstverständlich“, sagt Schoch.

Eine weitere Verschiebung des Saisonauftakts ist fast nicht tragbar

Nach der wirtschaftlichen Konsolidierung richten die Steelers den Blick nun nach vorne und auf das Sportliche – und auch da warten knifflige Aufgaben. Schließlich muss unter Pandemie-Bedingungen und mit entsprechenden Hygienekonzepten der Spielbetrieb organisiert werden. Den Saisonstart hat die Liga erst vor zwei Wochen auf den 6. November verschoben. „Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir da auch loslegen werden. Dann ist noch eine Hauptrunde mit 52 Spielen und attraktiven Playoffs möglich“, sagt Schoch. An eine erneute Verlegung will der 55-jährige Ochsenbacher gar nicht erst denken. „Wenn wir Anfang November nicht anfangen, braucht man über sinnvolles Eishockey in dieser Saison gar nicht mehr zu reden“, sagt er.

Bis Ende Oktober gilt aktuell die Grenze von 500 Besuchern bei Sportveranstaltungen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Eine Länder-Arbeitsgruppe soll bis zum gleichen Zeitpunkt Regelungen für einen bundesweit einheitlichen Umgang mit Publikum bei Sportveranstaltungen vorschlagen, darauf haben sich Bund und Länder am Donnerstag geeinigt. „Wir wollen vor möglichst vielen Zuschauern spielen. Diese Einnahmen brauchen wir auch“, erklärt Schoch. Er hofft, dass die erlaubte Zahl zum Jahresende hin eine knapp vierstellige Größe erreicht, so dass zumindest die Dauerkartenbesitzer in der Ege-Trans-Arena mit Plätzen versorgt sind. Aktuell nimmt der Club Reservierungen zwar entgegen, die Dauerkarten werden aber mit Blick auf die unsichere Situation bisher weder herausgegeben noch müssen sie bezahlt werden.

Nach und nach treffen auch die Profis im Ellental ein. Ihre Verträge beginnen am 1. September. Wann genau der offizielle Trainingsauftakt auf dem Eis ist, steht noch nicht fest. Laut Schoch sollen in der Vorbereitung sechs Testspiele stattfinden. Da die Planung durch die Verschiebung nicht mehr gepasst habe, werden die Gegner nicht die DEL-2-Rivalen aus Kassel, Frankfurt, Kaufbeuren und Bad Tölz sein, wie ursprünglich vorgesehen war. „Wir müssen darauf achten, dass sich die Mannschaft nicht kaputt trainiert, bis es endlich losgeht“, sagt Schoch. „Es geht darum, das Training richtig zu dosieren.“

Eishockeyspieler halten sich aktuell selbst fit

In den vergangenen Wochen haben sich die Cracks selbst in Form gehalten. Dabei konnten sie auf die Expertise von Fitnesscoach Fabian Wolpert bauen, der auch individuelle Trainingspläne parat hielt. „Die Jungs sind körperlich in einem sehr guten Zustand“, so der Eindruck von Schoch. „Die Mannschaft brennt darauf, gemeinsam wieder auf dem Eis zu stehen.“

Weiterlesen

Kneisler bleibt bei Steelers

Drucken Bietigheim-Bissingen (red). Der Jüngste im Kader des DEL-2-Teams der Bietigheim Steelers, Robert Kneisler, bleibt den Grün-Weißen erhalten. Die Steelers-Verantwortlichen um Geschäftsführer Volker Schoch haben den 18-Jährigen mit einem DEL-2-Fördervertrag ausgestattet. Das Bietigheimer Eigengewächs kam in der abgelaufenen... »