Eisfläche, Kabine und Bus – eine Partyzone

Die Steelers feiern in der Kasseler Halle sogar noch, als das Licht aus ist. Mitten in der Nacht empfangen dann rund 80 Fans die Mannschaft an der Ege-Trans-Arena. Spieler schauen schon auf die nächste Saison, wenn es in der DEL um Punkte gehen soll.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 25. Mai 2021
Eisfläche, Kabine und Bus – eine Partyzone DEL 2 - PLAY-OFFS - Finale: Kassel Huskies - Bietigheim Steelers am 22.05.2021 in der Eissporthalle in Kassel Die Mannschaft der Bietigheim Steelers feiert mit dem Pokal Foto © osnapix/PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! *** Auf Anfrage in hoeherer Qualitaet/Aufloesung. Belegexemplar erbeten. Veroeffentlichung ausschliesslich fuer journalistisch-publizistische Zwecke. For editorial use only.

Kassel/Bietigheim-Bissingen. „Das werde ich meinen Urenkeln noch erzählen. Diese Meisterschaft ist besonders. Wir sind 0:2 hinten und gehen über alle 15 Spiele – ich bin froh, dabei zu sein.“ Steelers-Kapitän Rene Schoofs kann seine Gefühle nach der Schlusssirene des entscheidenden fünften Finalspiels bei den Kassel Huskies kaum in Worte fassen. Und der Topscorer der Bietigheimer, Riley Sheen, ergänzt: „Man kann dieses Gefühl nicht schlagen. Und ich könnte nicht stolzer auf die Jungs sein.“

Direkt nach Spielende machten die Bietigheimer die Eisfläche in der Kasseler Eissporthalle zur Partyzone. Jeder lag sich mit jedem in den Armen. Der Meisterpokal wurde immer wieder in die Höhe gestemmt. Bier wurde wahlweise aus der Flasche oder der riesigen Trophäe getrunken. Trainer Daniel Naud bekam die obligatorische Dusche mit dem Eis ab, in dem die Getränke der Spieler während der Partie gekühlt worden waren. Unter anderem Brett Breitkreuz und Alexander Preibisch packten ihre Dance-Moves, ihre Tanzkünste, aus. Und unter anderem Riley Sheen und Assistenztrainer Fabian Dahlem ließen sich die Meisterzigarre schmecken.

„Besser geht es nicht. Schon vor über einem Jahr haben wir mit dem Sommertraining angefangen. Dann bekamen wir keine Lizenz – und niemand hat gewusst, ob wir in drei Wochen überhaupt noch einen Job haben. Wahnsinn, was die Truppe geleistet hat. Das zu realisieren wird einige Tage dauern“, erklärt Norman Hauner, der zum wertvollsten Spieler der Playoffs gekürt worden war. Und Robin Just ergänzt: „Die Kasseler waren von Spiel eins unangenehm. Sie sind in jeden Check gefahren. Nach den beiden Siegen in den ersten beiden Spielen, sind sie aber ein bisschen zurückgewichen von ihrem aggressiven Spiel. Und wir sind als Mannschaft zusammengerückt. Wenn irgendwo ein Fehler ist, war sofort einer da, der dafür eingesprungen ist.“

Während die Meisterfeier nach zwei Stunden von der Eisfläche in die Kabine und später in den Mannschaftsbus verlegt wurde, gab es nur einen Schönheitsfleck. „Wir feiern hier zwar auf dem Eis. Aber wir haben niemanden, mit dem wir zusammen feiern können. Die Fans fehlen“, bringt es Just auf den Punkt. Und Hauner ergänzt: „Wir freuen uns, wieder nach Bietigheim zu kommen, und hoffen, dass wir dann mit den Fans noch ein bisschen feiern können – was die Verordnungen halt hergeben.“

Rund 80 Fans haben mitten in der Nacht den Steelers dann auch noch einen entsprechenden Empfang an der Ege-Trans-Arena bereitet. Zwar fiel die Feier bei der Rückkehr ins Ellental klein aus. Doch die anwesenden Polizeistreifen drückten ein Auge zu und genehmigten zumindest eine Viertelstunde, damit die Mannschaft ein bisschen mit ihren Fans feiern konnte.

Nun wartet in der neuen Saison das Oberhaus, die DEL, auf die Steelers. Sportlich haben sie zumindest den Sprung in die Beletage des deutschen Eishockeys geschafft. „In der DEL dabei zu sein, ist ein absoluter Traum. Es ist geil, dass wir das in dem Jahr schaffen, in dem der sportliche Aufstieg wieder erlaubt ist“, freut sich Schoofs. „2009, als wir Meister waren, hatten wir schon mal die Möglichkeit. Damals hatten wir aber das Stadion nicht. Jetzt sind die Voraussetzungen da. Geil, geil, geil – ich habe keine Worte dafür.“ Und auch Hauner blickt schon auf die neue Spielzeit voraus: „Die DEL wird ein Riesenabenteuer. Das ist für jeden neu. Die Verantwortlichen werden in den nächsten Wochen bestimmt die richtigen Entscheidungen treffen. Und wir werden wieder versuchen, uns bestmöglich vorzubereiten. Es wird auf jeden Fall ein kurzer Sommer.“

Noch muss aber der Verein den Nachweis erbringen, dass er DEL-Standort sein kann. Am Dienstag müssen bereits die Lizenzunterlagen eingereicht werden. Dann beginnt das Warten.

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