„Dresden hat gegenüber uns einen Vorteil“

Steelers-Trainer Boisvert hat Respekt vor Eislöwen – vor allem, weil sie nach harter Pre-Playoffserie gegen Heilbronn im Rhythmus sind

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. März 2019
„Dresden hat gegenüber uns einen Vorteil“ Grund zum Stirnrunzeln? Eigentlich hat den Steelers-Trainer Hugo Boisvert vor dem Viertelfinalauftakt gegen Dresden nicht. Foto: Baumann

„In den Playoffs beginnt eine ganz neue Saison. Man spielt ständig gegen den gleichen Gegner.“ Dennoch ist es genau die Zeit des Jahres, auf die sich alle Eishockeycracks wie auch Hugo Boisvert, der Trainer der Bietigheim Steelers, freuen. Für sein Team startet am morgigen Freitag mit dem ersten Spiel im Viertelfinale gegen die Dresdner Eislöwen die fünfte Jahreszeit.

Bietigheim-Bissingen. Noch nie hat ein Meister in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse seinen Titel verteidigt. Die Bietigheim Steelers wollen diese Serie am liebsten in dieser Saison unterbrechen. Und ihr Trainer Hugo Boisvert ist auch zuversichtlich, dass seiner Mannschaft dies gelingt. „Wir haben eine Menge Erfahrung. Viele Spieler waren schon in der Situation, dass sie um den Titel gespielt haben oder dass sie ihn sogar gewonnen haben. Und wir sind hungrig, die Schale erneut nach Bietigheim zu holen“, erklärt der Steelers-Übungsleiter.

Das hat man auch in der kurzen Vorbereitungsphase zwischen dem Ende der Hauptrunde vor zwei Wochen und dem Viertelfinalauftakt am morgigen Freitag (20 Uhr) gesehen. „Es ist zwar nicht einfach, wenn man zwei Wochen Pause hat. Man versucht, dem Körper ein bisschen Ruhe zu geben. Gleichzeitig muss man seine Fitness aufrechterhalten“, berichtet Boisvert. „Aber die Jungs sind sehr gut mit der Situation umgegangen und sind konzentriert an die Trainingsaufgaben herangegangen.“ Dabei wurde versucht, die Schwächen auszumerzen, und an den Stärken gefeilt. „Wir haben alles noch mal ein bisschen aufpoliert, so dass wir morgen wissen, wo wir stehen“, sagt der Bietigheimer Übungsleiter.

Ein Training kann ein Spiel simulieren, nicht aber ersetzen

Doch ein Training kann niemals ein Spiel ersetzen, das weiß auch Boisvert. „Die Dresdner haben einen Vorteil gegenüber uns. Sie haben bis Dienstag in drei Spielen gegen die Heilbronner Falken erst noch darum gekämpft, überhaupt in die Playoffs einzuziehen. Sie sind also im Rhythmus“, berichtet der Steelers-Trainer. „Wir müssen dagegen erst wieder dahin kommen, auf einem anderen Level als im Training zu agieren. Dazu gehört, mehr Energie und mehr Wille zu gewinnen zu zeigen als die Dresdner.“

Denn Boisvert hat viel Respekt vor den Eislöwen. Vor allem die erste Reihe der Sachsen spielt aktuell bärenstark auf. Zwar erzielten die Dresdner mit 165 Treffern so wenige wie kein anderer Playoffteilnehmer. In den Pre-Playoffs lief allerdings die Tormaschinerie. Die Sachsen netzten in drei Partien 16 Mal ein. Großen Anteil daran hatte Jordan Knackstedt. „Er ist jemand, der den Unterschied machen kann“, zollt auch Boisvert dem Dresdner Topscorer Respekt. Der Deutsch-Kanadier verbuchte allein in den drei Spielen der Pre-Playoffs gegen die Falken neun Vorlagen. In der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 kam er auf 21 Tore und 50 Assists. Hauptabnehmer seiner Vorlagen war Nick Huard. Der Kanadier avancierte mit 28 Treffern in der Saison zum Toptorjäger der Sachsen. Und zwischen den Pfosten haben die Dresdner mit dem 24 Jahre alten Marco Eisenhut einen starken Goalie. Seine Fangquote von annähernd 90 Prozent ist nur unwesentlich schlechter als die von Felix Bick vom EC Bad Nauheim, der erst vor Kurzem als DEL-2-Torwart des Jahres ausgezeichnet wurde.

Bei der Gala des Eishockey in Bremerhaven wurde aber auch ein Bietigheimer geehrt. Und das gleich zwei Mal. Matt McKnight strich die Trophäen für den Spieler des Jahres und den besten Stürmer ein. Auf einen Effekt auf die ganze Mannschaft hofft nun Boisvert. „Vielleicht gibt das allen einen Push“, sagt der Steelers-Trainer. „Matt ist aber sowieso ein Spieler mit viel Selbstvertrauen. Er weiß einfach, was er zu tun hat. Und er war eigentlich immer erfolgreich in seiner Karriere. Und auch bei uns ist er unheimlich wichtig.“

Boisverts Motto: ein Spiel nach dem anderen

Über das Viertelfinale möchte Boisvert dagegen nicht hinausschauen. „Ich bin dann erst einmal glücklich, wenn wir die Eislöwen in der Serie geschlagen haben. Ich verfahre nach dem Motto: ,Ein Spiel nach dem anderen.‘ Dann sehen wir weiter“, erklärt er. In diesem Sinne zählt auch nur das erste Spiel der Best-of-seven-Serie am morgigen Freitag.

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