Derby geht in Verlängerung an die Steelers

Heilbronner Falken legen mehrfach vor, aber am Ende feiert in der Bietigheimer Ege-Trans-Arena das Heimteam seinen 4:3-Erfolg

Erstellt: 11. Februar 2019
Derby geht in Verlängerung an die Steelers Norman Hauner (Mitte) hat mit den Bietigheim Steelers einen 4:3-Sieg im Derby gegen die Heilbronner Falken erkämpft. Allerdings fiel der Siegtreffer erst in der Verlängerung. Foto: Baumann

„Derbysieger, Derbysieger“ – Matt McKnight war es zu verdanken, dass die Fans der Bietigheim Steelers am Freitagabend zum dritten Mal in der laufenden -Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 jenen Schlachtruf anstimmen durften. Der kanadische Topscorer schoss in der vierten Minute der Verlängerung das entscheidende Tor zum 4:3-Heimerfolg über die Heilbronner Falken.

Bietigheim-Bissingen (ae). Mit 4517 Zuschauern war die Ege-Trans-Arena erstmals in dieser Saison ausverkauft – ein würdiger Rahmen für ein Duell, bei dem beide Teams bis zum Schluss alles aus sich herausholten. Für die Steelers war es der sechste Heimsieg in Serie, für die Falken die neunte Auswärtspleite hintereinander. Drei Powerplay-Treffer, viele Reibereien sowie 16 Strafminuten – jeweils acht für beide Teams – waren die Bilanz nach dem Auftaktdrittel. In der 10. Minute durfte der Heilbronner Anhang erstmals jubeln. Nach einem Bietigheimer Entlastungsangriff in Unterzahl, bei dem René Schoofs das Tor knapp verfehlte, fuhren die Unterländer einen Konter, den der finnische Torjäger Roope Ranta zur 1:0-Gästeführung abschloss. Mit einem Geniestreich besorgte ausgerechnet ein Steelers-Sorgenkind in Überzahl den Ausgleich: Stürmer Shawn Weller beendete seine vier Wochen und acht Partien andauernde Torflaute, indem er den von der Bande zurückprallenden Puck rotzfrech über den deutschen Nationaltorhüter Mirko Pantkowski hinweg zum 1:1 ins Netz lupfte (14. Minute). Zuletzt hatte der US-Amerikaner am 11. Januar beim 4:2-Erfolg der Steelers in Ravensburg getroffen. Die mäßigen Auftritte von Weller zuletzt waren wohl auch der Grund, warum Trainer Hugo Boisvert den Stürmer aus dessen angestammter Paradereihe mit Norman Hauner und Tyler McNeely herauslöste und es zunächst mit Dennis Swinnen versuchte. Erst zum Ende des zweiten Drittels hin war das kongeniale Trio wieder vereint, durfte Weller wieder mit McNeely und Hauner auf Torejagd gehen.

Eine unglückliche Figur gab Sinisa Martinovic bei der erneuten Falken-Führung in der 15. Minute ab: Der Torwart-Routinier klärte einen Schuss nur notdürftig und hielt sich nach einem Hechtsprung außerhalb seines Arbeitsplatzes auf. Von seinem eigenen Körper abgefälscht, trudelte der Puck Richtung Bietigheimer Gehäuse, und im Getümmel setzte Samuel Soramies energisch nach und drückte die Scheibe zum 2:1 über die Linie. Dass Soramies möglicherweise im Torraum stand und Boisvert den Videobeweis forderte, interessierte die Schiedsrichter nicht: Der dritte Treffer in Überzahl an diesem Abend war perfekt.

Beim 2:2 durfte nach Weller ein weiterer Steelers-Angreifer jubeln, der lange kein Tor mehr erzielt hatte: Yannick Wenzel vollendete per Nachschuss ins lange Eck, nachdem Pantkowski zunächst einen Fernschuss von Willie Corrin nach vorne abgewehrt hatte – genau auf Wenzels Schläger. Für den 20-Jährigen war es das erste Erfolgserlebnis im Jahr 2019. Zuletzt hatte er am 30. Dezember beim 3:0 gegen Kassel jubeln dürfen. Danach war er zehn Begegnungen lang leer ausgegangen.

Doch lange hatte auch dieser Gleichstand nicht Bestand. Greg Gibson, der in der Spielzeit 2016/2017 drei Mal selbst für die Steelers aufgelaufen war (zwei Tore, eine Vorlage), zog einfach mal ab und überraschte Martinovic – die Scheibe schlug hinter dem Goalie zum 2:3 ein (30.). Gibson war es auch, der zu Beginn des Schlussabschnitts für eine Schrecksekunde im Bietigheimer Lager sorgte: Der Kanadier scheiterte am Pfosten.

Mit einem weiteren wunderschönen Treffer gelang Marcus Sommerfeld in der 51. Minute das 3:3. Der 35-jährige Routinier ließ seinen Gegenspieler James Sharrow mit einer Körpertäuschung aussteigen und vollstreckte mit der Rückhand unter die Latte. In der Verlängerung hatten dann die Hausherren das glücklichere Ende. In Überzahl und nach einer Auszeit von Boisvert schlug McKnight zu und versetzte die Bietigheimer Anhänger in Ekstase. „Derbysieger, Derbysieger.

Ihren nächsten Auftritt haben die Bietigheim Steelers, die am Sonntag spielfrei hatten, morgen Abend in Bad Tölz. Das Spiel gegen die Tölzer Löwen beginnt um 19.30 Uhr.

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