Der Traum vom Aufstieg lebt weiter

Die Bietigheim Steelers haben das entscheidende Spiel fünf der Viertelfinalserie gegen die Löwen Frankfurt nach einem dramatischen Schlussdrittel mit 4:2 gewonnen und haben weiterhin die Chance, den Sprung in die DEL zu schaffen. Im Halbfinale wartet Freiburg.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 3. Mai 2021
Der Traum vom Aufstieg lebt weiter Der Jubel der Spieler und Verantwortlichen der Bietigheim Steelers nach der Schlusssirene kannte keine Grenzen. Foto: Avanti

Bietigheim-Bissingen. Der Jubel nach dem Abpfiff bei den Spielern der Bietigheim Steelers ist grenzenlos gewesen. Man fühlte förmlich, wie am Samstag in der Ege-Trans-Arena eine Last von den Schultern von jedem einzelnen gefallen ist. Denn das Momentum lag lange Zeit auf Seiten der Löwen Frankfurt. Sie hatten die Spiele drei und vier der Viertelfinalserie gewonnen und so einen 0:2-Rückstand egalisiert. Und in der entscheidenden Partie fünf führten die Mainhessen bis zum Beginn des Schlussdrittels mit 2:0 und hatten das Geschehen weitestgehend im Griff – vor allem auch, weil das Tor der Gäste für die Bietigheimer wie vernagelt schien. Doch die Steelers zogen ihren Kopf noch einmal aus der Schlinge. Zwei schnelle Treffer durch Norman Hauner und Matt McKnight zu Beginn des dritten Abschnitts sorgten für den 2:2-Ausgleich. Rund zwei Minuten vor dem Ende sorgte Max Renner dann für die 3:2-Führung. Und den Sack zu machte dann Alexander Preibisch 8,7 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Empty-Net-Tor.

„Wir haben unglaubliche 40 Minuten gespielt, im ersten Drittel waren wir noch ein bisschen zögerlich. Das war Wahnsinn, eine absolute Teamleistung. Man hat gemerkt, dass die Jungs unbedingt den Sieg wollten. Sie haben fest daran geglaubt“, berichtet Steelers-Trainer Daniel Naud. „Es war aber nicht einfach. Frankfurt hat sehr gut verteidigt. Wir waren oft in der offensiven Zone. Aber so viele Chancen waren nicht da. Und die Löwen waren bei den Nachschüssen immer zuerst am Puck.“ Und sein Gegenüber Franz-David Fritzenmeier ergänzt: „Heute sind wir gut ins Spiel gestartet. Die zwei schnellen Tore im letzten Drittel haben Bietigheim viel Energie gegeben. Die Steelers haben dann noch mal viel Druck gemacht und uns ziemlich eingeschnürt. Da hatten wir nicht mehr viel dagegenzusetzen. Wir haben auf die Overtime oder einen Lucky Punch gehofft. Am Ende des Tages war es aber ganz eng.“

Viel Zeit zum Feiern und zum Erholen haben die Bietigheimer allerdings nicht. „Die Spieler können es etwas mehr genießen als wir Trainer. Wir werden auf jeden Fall zusammen ein Bier genießen. Dann geht die Arbeit für uns Trainer schon wieder los“, erklärt Naud auf der Pressekonferenz nach der Schlusssirene. Bereits heute Abend (19.30 Uhr) geht es mit Spiel eins des Halbfinales, das ebenfalls als Best-of-Five-Serie ausgespielt wird, bei den Wölfen Freiburg weiter. Das erste Heimspiel in der Ege-Trans-Arena ist am Mittwoch (19.30 Uhr). Bereits am Freitag (19.30 Uhr) könnte dann der Finalist feststehen, wenn in Freiburg Spiel drei steigt.

Die Steelers gingen das Entscheidungsspiel gegen die Löwen Frankfurt aggressiver an als noch Partie vier. Die Angriffe wurden gezielter vorgetragen. Und die Gäste wurden sofort unter Druck gesetzt, sobald sie in Puckbesitz waren. Doch in der 9. Minute war die Welt der Bietigheimer auf den Kopf gestellt. Leon Doubrawa, der erneut den verletzten Jimmy Hertel im Kasten der Gastgeber vertrat, parierte zwar noch einen Schuss von Luis Schinko. Doch gegen den Nachschuss von Carter Proft war der Goalie machtlos – 1:0.Und knapp vier Minuten vor der ersten Drittelpause kam es noch dicker für die Steelers. Als Alexander Preibisch in der Kühlbox saß, spielten die Frankfurter die Überzahl geschickt aus. Kale Kerbashian legte die Hartgummischeibe quer auf Schinko, den sie ins kurze Eck unter die Latte knallte – 2:0.

Im zweiten Drittel nahm der Druck der Steelers noch einmal zu. 13:4 Schüsse sprechen eine deutliche Sprache. Doch die Abschlüsse waren meist ziemlich zentral auf Löwen-Goalie Bastian Kucis gerichtet. Der ließ zwar viele Schüsse prallen. Doch die Bietigheimer waren beim Rebound in den seltensten Fällen zur Stelle. Dennoch hätten die Gastgeber beinahe verkürzt. Doch Riley Sheens Schuss prallte an den Pfosten (25. Minute). Mit jeder weiteren Minute schlich sich das Gefühl ein, dass die Steelers nicht mehr in der Lage wären, die Partie zu drehen.

Doch die Gastgeber legten im Schlussabschnitt noch einmal eine Schippe drauf. Und wurden endlich belohnt: Nach gerade mal 67 Sekunden ließ Kucis einen Schuss von Preibisch nach vorne prallen, und Hauner staubte ab (42.). Und gerade einmal 35 Sekunden später ließ Kucis einen Schuss von Tim Schüle erneut prallen. Sheen legte die Hartgummischeibe überlegt auf McKnight ab, der aus relativ spitzem Winkel zum 2:2 traf (42.). „Als Trainer muss man immer an den Sieg glauben. Meine Ansprache zwischen dem zweiten und dem dritten Drittel war auch nur ein einziges Wort: Believe, glaubt daran!“, erklärt Steelers-Trainer Naud.

Zwei Minuten vor Schluss brachte Renner die Bietigheimer dann endgültig auf die Siegerstraße. Bei einem schnell vorgetragenen Angriff lief der Puck schnell über Evan Jasper und Sheen zu Renner, der sich die Hartgummischeibe noch einmal auf die Rückhand legte und damit Kucis aussteigen ließ – 3:2 (58.). Als Frankfurts Marius Erk 104 Sekunden vor dem Ende auch noch für zwei Minuten auf die Strafbank musste und Kucis zugunsten eines weiteren Feldspielers auf die Bank ging, war der Weg frei für Preibisch, der mit einem Empty-Net-Tor 8,7 Sekunden vor der Schlusssirene den Sack zumachte.

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