Stuttgart - Die besondere Klasse von Fußballspielern erkennt man daran, dass sie das Spiel ihrer Mannschaft auf ein anderes Level heben. So geschehen bei Angelo Stiller in Hamburg, der dem VfB die Kontrolle im Mittelfeld brachte. Und im ersten Durchgang durch Deniz Undav, der relativ früh für den verletzten Chris Führich auf das Feld sprintete. Mit ihm kamen Inspiration und Selbstbewusstsein auf den Platz.
Dass die beiden Protagonisten gemeinsam den schon sicher geglaubten Punktgewinn in der Hansestadt durch ihre völlig missratene Ausführung eines aussichtsreichen Freistoßes herschenkten, gibt der Geschichte eine tragische Note. „Es ist ein gebrauchter Tag. Die Freistoßsituation geht auf mich. Das war eine Fehlkommunikation, ich nehme das komplett auf meine Kappe“, gab ein zerknirschter Undav zu.
Da diese Szene das Spiel auf dramatische Weise in der Nachspielzeit entschied, wurde kaum über die beiden Rekorde gesprochen, die Undav in diesem Spiel aufstellte. In der Bundesliga hat er nämlich die letzten sechs Treffer für den VfB erzielt und damit den Uralt-Rekord von Jürgen Klinsmann geknackt, der das fünfmal schaffte. Und: Es war Undavs insgesamt neunter Scorerpunkt im November. Damit steht er europaweit an der Spitze. „Ich bin stolz darauf, dass ich die beiden Rekorde geholt habe, und versuche natürlich, daran anzuknüpfen“, sagte Undav nach dem Spiel in Hamburg.
